Bayer Aktie: So reagieren Experten auf die US-News zu Glyphosat
Zur Aktie von Bayer AG liegen aktualisierte Analysteneinschätzungen im Zusammenhang mit der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA vor, den Glyphosat-Fall „Durnell“ zur Prüfung anzunehmen. Die Studien unterscheiden sich deutlich in der Bewertung der daraus resultierenden Chancen und Risiken. Während mwb research von einer strukturellen Verbesserung des Risikoprofils ausgeht, bleiben andere Häuser bei zurückhaltenderen Einstufungen. Die Kursziele reichen dabei von 25 bis 54 Euro.
Im Mittelpunkt der mwb-Analyse steht die verfahrensrechtliche Bedeutung der Entscheidung des US Supreme Court. Das Haus bestätigt zudem die Kaufempfehlung und belässt das Kursziel für den DAX-Titel bei 54 Euro. Die Annahme des Falls wird als Wendepunkt in den langjährigen Rechtsstreitigkeiten rund um Roundup eingeordnet, da die größte Unsicherheit auf Bundesebene im Zusammenhang mit der Präemptionstrategie entfalle. Zwar sei der konkrete Einzelfall finanziell nicht wesentlich, die Überprüfung könne jedoch die Struktur der noch rund 65.000 offenen Klagen maßgeblich beeinflussen. Unterstützt durch die Position des Generalstaatsanwalts und die langjährige Haltung der US-Umweltbehörde zur Glyphosat-Kennzeichnung sieht mwb einen klareren, zeitlich begrenzten Pfad zu einer rechtlichen Klärung bis Mitte 2026. Trotz des weiterhin ungewissen Ausgangs werde das risikogewichtete Profil verbessert, was aus Sicht des Hauses eine schrittweise Reduzierung des Rechtsstreit-Rabatts ermöglicht.
Auch JPMorgan hält an einer positiven Grundhaltung fest und bestätigt die Einstufung „Overweight“ bei einem Kursziel von 50 Euro. Die Entscheidung des Supreme Court wird als weiterer wichtiger Schritt zur Beilegung der Glyphosat-Verfahren bewertet. In der Analyse wird darauf verwiesen, dass sich mit der Prüfung des Falls die Perspektive auf niedrigere Rückstellungen verbessere. Als weiterer möglicher Impuls wird der 5. Februar genannt, an dem Bayer Phase-III-Daten zum Gerinnungshemmer Asundexian im Rahmen der Internationalen Schlaganfall-Konferenz vorstellen will. Die Aktienexperten erwarten hier positive News.
Zurückhaltender positioniert sich Jefferies und belässt die Bayer Aktie auf „Hold“ bei einem Kursziel von 25 Euro. Auch hier wird die Annahme des Durnell-Falls als Fortschritt auf dem Weg zu einer Lösung der Glyphosat-Problematik bis Ende 2026 bezeichnet. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Signalwirkung für weitere rund 67.000 Verfahren die Verhandlungsposition für mögliche Vergleiche verbessern könnte. Eine Anpassung der Bewertung nimmt das Haus jedoch nicht vor.
Die Bayer Aktie (WKN: BAY001, ISIN: DE000BAY0017, Chart, News) notiert bei 44,47 Euro mit 5,64 Prozent im Plus.
