Am Morgen: Beiersdorf, Shop Apotheke, Samsung und Konjunkturdaten im Fokus - Nord LB Kolumne
Nach einer SchĂ€tzung des Ifo-Instituts ist die Zahl der Kurzarbeiter im MĂ€rz trotz des anhaltenden Lockdowns auf 2,7 (Feb.: 2,9) Mio. Arbeitnehmer gesunken. Das entspricht 8,0% (8,7%) der sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigten. Der RĂŒckgang der Kurzarbeit fand in fast allen Wirtschaftszweigen statt, insbesondere in der Industrie, hieĂ es.
Die öffentlichen Haushalte in Deutschland wiesen 2020 das höchste Finanzierungsdefizit seit der Wiedervereinigung auf. Das Defizit von Bund, LĂ€ndern, Kommunen und Sozialversicherung summierte sich auf 189,2 (2019: +45,2) Mrd. EUR. Dabei wuchsen die Ausgaben um 12,1% auf 1.678,6 Mrd. EUR, was hauptsĂ€chlich auf höhere Zuweisungen und ZuschĂŒsse infolge der Corona-Pandemie zurĂŒckzufĂŒhren war. Gleichzeitig sanken die Einnahmen um 3,5% auf 1.489,4 Mrd. EUR.
Die deutschen Dienstleister sind im MĂ€rz auch nach endgĂŒltigen Zahlen erstmals seit einem halben Jahr wieder deutlich gewachsen. Der IHS Markit-Einkaufsmanagerindex kletterte um 5,8 auf 51,5 (ErstschĂ€tzung: 50,8) Punkte. âUrsĂ€chlich waren die ersten Lockerungen der EindĂ€mmungsmaĂnahmen und die zurĂŒckgekehrte Zuversicht der Kundschaftâ, hieĂ es von Markit-Volkswirt Smith. Auch der Composite-Index zog auf 57,3 (Feb.: 51,1; ErstschĂ€tzung 56,8) ZĂ€hler an. In der Euro-Zone tastete sich das Barometer fĂŒr die Dienstleister mit endgĂŒltig 49,6 Punkten (+3,9 ZĂ€hler) an den Wachstumsbereich heran. Auch hier lag der Composite-Index dank der Industriekomponente mit 53,2 (Feb.: 48,8) ZĂ€hlern im Expansionsbereich.
Die Kfz-Neuzulassungen in Deutschland waren in Q1 rĂŒcklĂ€ufig. Insgesamt wurden mit 656.452 Fahrzeugen 6,4% weniger als im Vorjahr zugelassen. Die SchwĂ€che der ersten beiden Monate konnte auch ein starker MĂ€rz nicht mehr ausgleichen.
Die Japaner zeigen in der vierteljĂ€hrlichen Umfrage der Notenbank zur Konjunktur den gröĂten Optimismus seit fast acht Jahren. Das entsprechende Barometer stieg im MĂ€rz auf +8,5 (Dez.: -23,1) Punkte.
Rentenmarkt
Deutsche Staatsanleihen tendierten nach einem ĂŒber weite Strecken freundlichen Verlauf am Ende kaum verĂ€ndert. Weder das etwas höher als erwartet ausgefallene Defizit in der US-Handelsbilanz, noch das Fed-Protokoll konnten USStaatsanleihen nachhaltig bewegen.
Aktienmarkt
Der deutsche Aktienmarkt prÀsentierte sich am Mittwoch mit einer uneinheitlichen Tendenz. Gefragt waren vor allem defensive Werte, wÀhrend Zykliker oft ein negatives Vorzeichen hatten. DAX -0,24%, MDAX +0,06%, TecDAX -0,31%.
Die US-Börsen haben auf das jĂŒngste Fed-Protokoll, welches keine Ănderung der Geldpolitik vorsieht, verhalten reagiert. Dow Jones +0,05%, S&P-500 +0,15%, Nasdaq-Comp. -0,07%. Die japanische Börse verzeichnet aktuell leichte Verluste. Der Nikkei 225 liegt bei 29.637 Punkten und damit 0,32% im Minus.
Unternehmen
Beiersdorf konnte den Konzernumsatz in Q1 um 6,3% (organisch) auf 1,945 Mrd. EUR steigern. Die Gesamtjahresprognose lÀsst die Firma unverÀndert und erwartet ein Umsatzwachstum in beiden Unternehmensbereichen und auf Konzernebene.
Nach einer deutlichen Steigerung im Vorjahr ist die Shop Apotheke auch in Q1 dynamisch gewachsen. Nach vorlĂ€ufigen Berechnungen stieg der Umsatz von Januar bis MĂ€rz um 22,5% auf 284 Mio. EUR. Im Jahresvergleich stieg die Zahl der aktiven Kunden um 1,8 auf 6,8 Millionen, obwohl aufgrund der Corona-KontaktbeschrĂ€nkungen die sonst ĂŒbliche ErkĂ€ltungswelle ausblieb. FĂŒr das Gesamtjahr erwartet der Vorstand weiterhin ein Umsatzplus von mindestens 20%.
Samsung erwartet fĂŒr Q1 Erlöse in Höhe von ca. 65 (Vorjahr: 55) Bio. Won. Der operative Gewinn soll um etwa 44% ĂŒber dem Vorjahresniveau liegen.
Devisen
Die endgĂŒltigen IHS Markit-Einkaufsmanagerindex-Daten haben dem Euro RĂŒckenwind gegeben und ihn in Richtung 1,19 US-$ getrieben.
Ăl / Gold
Nach einem bewegten Handelsverlauf sind die Ălpreise am Ende leicht gefallen. Sinkende RohöllagerbestĂ€nde konnten die Kurse nicht unterstĂŒtzen, da gleichzeitig die Benzinreserven deutlich angestiegen sind. Der Bereich um 1.740 US-$ je Feinunze scheint bei Gold derzeit nicht nachhaltig ĂŒberwindbar.
