Erste Erholungstendenzen: Verhilft der Crash Gold und Silber zu einer stärkeren Basis?
Der Goldpreis legt derzeit eine ungewöhnliche Achterbahnfahrt hin: Auf den größten Tagesgewinn der Geschichte folgte nahezu unmittelbar der stärkste Tagesverlust, worauf nun wiederum erste Stabilisierungsversuche folgen. Solche Bewegungen kennt man eher von riskanten Anlageklassen – und genau das hat die Märkte spürbar verunsichert. Nach Einschätzung von Metals Focus ist die jüngste Turbulenz jedoch kein Signal für ein Ende des Aufwärtstrends. Das britische Research-Haus warnt davor, die Korrektur im Zuge der rekordreichen Rallye als strukturellen Bruch zu interpretieren.
Die Experten von Metals Focus, bezeichnem die Entwicklung vielmehr als nachvollziehbar: Angesichts des Tempos, mit dem der Goldpreis zuvor gestiegen war, sei eine Gegenbewegung praktisch unvermeidlich gewesen. Der Markt habe „Dampf ablassen“ müssen. In den ersten Wochen des Jahres 2026 markierte Gold laut Piggott eine zweistellige Zahl neuer Allzeithochs in weniger als drei Wochen – Silber legte auf Jahressicht zeitweise bis zu 200% zu. Bei derart steilen Bewegungen sei ein scharfer Rücksetzer nicht nur wahrscheinlich, sondern aus Marktsicht auch funktional, da er Überhitzungen abbaue.
Goldpreis und Silberpreis: Extreme Schwankungen nach gebrochenen Marken
Dass die Korrektur deutlich ausfiel, lässt sich am Kursbild ablesen, das Metals Focus beschreibt: Der Goldpreis konnte eine anfängliche Unterstützung bei 5.000 US-Dollar je Unze nicht halten. Über Nacht setzte zusätzlicher Verkaufsdruck ein, der die Notierung bis auf 4.402 US-Dollar drückte. Von diesem Tief aus kam es jedoch zu einer kräftigen Gegenreaktion. Zuletzt lag der Spotpreis bei 4.747,90 US-Dollar je Unze – immer noch knapp 3% im Minus auf den Tag, aber deutlich über dem nächtlichen Tiefpunkt, bevor es am heutigen Dienstag erst einmal zurück über die Marke von 4.800 USD je Unze ging.
Beim Silberpreis verlief die Bewegung ähnlich, wenngleich mit anderen Zahlen: Silber fiel in der Nacht auf 71,31 US-Dollar je Unze und notierte anschließend wieder nahe am Ausgangsniveau bei 82,01 US-Dollar – jetzt rund 83 USD je Unze. Für die Analysten steht dabei weniger die exakte Tagesveränderung im Vordergrund als das Muster: Hohe Hebelpositionen, starke Optionsaktivität und schnelle Positionsanpassungen können in dünner Liquidität kurzfristig „Events“ erzeugen, die Preise in beide Richtungen überzeichnen.
Trotzdem erwartet Metals Focus nicht, dass diese Volatilität Golds Rolle als Wertaufbewahrungsmittel grundsätzlich beschädigt. Man verweist darauf, dass die Motivlage vieler Käufer heute eine andere sei als in Phasen, in denen Gold vor allem auf schnelle Kursgewinne gespielt wurde. Viele Marktteilnehmer würden Gold eher als Absicherung kaufen – etwa gegen Währungsabwertung, geopolitische Risiken oder als Stabilitätsbaustein im Portfolio. Kurzfristige Ausschläge änderten an diesen Motiven wenig.
Gleichzeitig warnt Metals Focus vor einem Nebeneffekt: Gerade spektakuläre Bewegungen würden „Touristenkapital“ anziehen – also spekulatives Geld, das kurzfristig auf Momentum setzt und die Schwankungen an Hochs wie auch an Tiefs zusätzlich verstärken kann. Wie groß dieser Anteil tatsächlich war, werde sich laut den Experten allerdings erst beurteilen lassen, wenn die Daten zu ETFs und Optionsmärkten vollständig vorliegen.
Physische Nachfrage stützt: Metals Focus sieht Käufer im Rücksetzer
Neben dem Terminmarkt betont Metals Focus die Bedeutung der physischen Nachfrage. Trotz der hektischen Preisbewegungen im Futures-Handel sei die fundamentale Nachfrage weiterhin robust. Als Beispiel nennt das Research-Haus Indien, wo die physische Silbernachfrage nach wie vor solide sei. Während des Rücksetzers am Freitag seien die Prämien deutlich gestiegen – ein Hinweis darauf, dass die Nachfrage nach physischem Material in einer Schwächephase eher zunimmt als verschwindet.
Metals Focus erwartet zudem, dass Gold und Silber von einem psychologischen Effekt profitieren könnten: FOMO, also die Angst, eine Bewegung zu verpassen. Viele Käufer hätten im vergangenen Jahr kaum Einstiegschancen gesehen, weil es praktisch keinen nennenswerten Rücksetzer gab. „Jetzt gibt es einen – und genau dann treten physische Käufer auf den Plan“, lautet die Argumentation. Aus dieser Perspektive kann eine Korrektur Nachfrage aktivieren, statt sie zu zerstören.
Metals Focus ordnet den starken Verkaufsdruck zuletzt auch als Folge hoher spekulativer Aktivität ein: Umfangreiche Optionspositionen und spekulatives Interesse hätten ein Liquiditätsereignis begünstigt. Gleichzeitig, so Piggott, bleibe Gold fundamental unterstützt – nicht zuletzt durch Zentralbanken, die auch 2026 als stetige Käufer gesehen werden.
Zentralbanken und Portfolioquoten: Treiber bleiben laut Metals Focus aktiv
Für die offizielle Nachfrage nennt Metals Focus konkrete Größenordnungen: Zwar könnte das Tempo gegenüber 2025 – dort wird ein Niveau von rund 850 Tonnen genannt – etwas nachlassen. Dennoch rechnet das Research-Haus in diesem Jahr mit 700 bis 800 Tonnen Käufen durch den offiziellen Sektor. Das läge weiterhin deutlich über dem Niveau der Zeit vor der Pandemie und würde den Goldmarkt aus Sicht der Analysten strukturell stützen.
Ein weiterer Punkt in der Argumentation der Analysten sind die Portfolioquoten. Trotz der Rallye sei die Gold-Allokation in vielen Portfolios überraschend niedrig. Im Durchschnitt läge sie weiterhin im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Schon eine Verschiebung von 3% auf 4% könne aber einen spürbaren Nachfrageimpuls auslösen, so Metals Focus. Zudem seien langfristige Investoren – etwa Pensionskassen, Stiftungen oder Family Offices – im Markt bislang unterrepräsentiert. Sollte sich die Beteiligung dieser Gruppen verbreitern, könnte das die Nachfragebasis erweitern.
„Volatilität ist unangenehm, in diesem Umfeld aber weniger Warnsignal als Begleiterscheinung einer Neubewertung von Risiken.“
An der grundsätzlichen Prognose hält Metals Focus deshalb auch nach der Korrektur fest. Das Haus erwartet einen durchschnittlichen Goldpreis von 5.500 US-Dollar je Unze zur Jahresmitte und etwa 5.800 US-Dollar im Jahresdurchschnitt. Gleichzeitig dämpft Metals Focus sehr hoch angesetzte Szenarien anderer Akteure ein: Strukturelle Treiber wie Schulden, fiskalische Ungleichgewichte, Entdollarisierung und geopolitische Risiken veränderten sich langsam – nicht über Nacht.
Unter dem Strich sieht Metals Focus den jüngsten Rücksetzer eher als Belastungstest, der den Markt nicht schwächt, sondern ordnet. Eine Korrektur setze die Stimmung zurück, bringe Käufer wieder in den Markt und könne so eine stabilere Basis schaffen. Volatilität sei unangenehm, so Metals Focus – in diesem Umfeld aber weniger Warnsignal als Begleiterscheinung einer Neubewertung von Risiken.
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Die Experten von Metals Focus, bezeichnem die Entwicklung vielmehr als nachvollziehbar: Angesichts des Tempos, mit dem der Goldpreis zuvor gestiegen war, sei eine Gegenbewegung praktisch unvermeidlich gewesen. Der Markt habe „Dampf ablassen“ müssen. In den ersten Wochen des Jahres 2026 markierte Gold laut Piggott eine zweistellige Zahl neuer Allzeithochs in weniger als drei Wochen – Silber legte auf Jahressicht zeitweise bis zu 200% zu. Bei derart steilen Bewegungen sei ein scharfer Rücksetzer nicht nur wahrscheinlich, sondern aus Marktsicht auch funktional, da er Überhitzungen abbaue.
Goldpreis und Silberpreis: Extreme Schwankungen nach gebrochenen Marken
Dass die Korrektur deutlich ausfiel, lässt sich am Kursbild ablesen, das Metals Focus beschreibt: Der Goldpreis konnte eine anfängliche Unterstützung bei 5.000 US-Dollar je Unze nicht halten. Über Nacht setzte zusätzlicher Verkaufsdruck ein, der die Notierung bis auf 4.402 US-Dollar drückte. Von diesem Tief aus kam es jedoch zu einer kräftigen Gegenreaktion. Zuletzt lag der Spotpreis bei 4.747,90 US-Dollar je Unze – immer noch knapp 3% im Minus auf den Tag, aber deutlich über dem nächtlichen Tiefpunkt, bevor es am heutigen Dienstag erst einmal zurück über die Marke von 4.800 USD je Unze ging.
Beim Silberpreis verlief die Bewegung ähnlich, wenngleich mit anderen Zahlen: Silber fiel in der Nacht auf 71,31 US-Dollar je Unze und notierte anschließend wieder nahe am Ausgangsniveau bei 82,01 US-Dollar – jetzt rund 83 USD je Unze. Für die Analysten steht dabei weniger die exakte Tagesveränderung im Vordergrund als das Muster: Hohe Hebelpositionen, starke Optionsaktivität und schnelle Positionsanpassungen können in dünner Liquidität kurzfristig „Events“ erzeugen, die Preise in beide Richtungen überzeichnen.
Trotzdem erwartet Metals Focus nicht, dass diese Volatilität Golds Rolle als Wertaufbewahrungsmittel grundsätzlich beschädigt. Man verweist darauf, dass die Motivlage vieler Käufer heute eine andere sei als in Phasen, in denen Gold vor allem auf schnelle Kursgewinne gespielt wurde. Viele Marktteilnehmer würden Gold eher als Absicherung kaufen – etwa gegen Währungsabwertung, geopolitische Risiken oder als Stabilitätsbaustein im Portfolio. Kurzfristige Ausschläge änderten an diesen Motiven wenig.
Gleichzeitig warnt Metals Focus vor einem Nebeneffekt: Gerade spektakuläre Bewegungen würden „Touristenkapital“ anziehen – also spekulatives Geld, das kurzfristig auf Momentum setzt und die Schwankungen an Hochs wie auch an Tiefs zusätzlich verstärken kann. Wie groß dieser Anteil tatsächlich war, werde sich laut den Experten allerdings erst beurteilen lassen, wenn die Daten zu ETFs und Optionsmärkten vollständig vorliegen.
Physische Nachfrage stützt: Metals Focus sieht Käufer im Rücksetzer
Neben dem Terminmarkt betont Metals Focus die Bedeutung der physischen Nachfrage. Trotz der hektischen Preisbewegungen im Futures-Handel sei die fundamentale Nachfrage weiterhin robust. Als Beispiel nennt das Research-Haus Indien, wo die physische Silbernachfrage nach wie vor solide sei. Während des Rücksetzers am Freitag seien die Prämien deutlich gestiegen – ein Hinweis darauf, dass die Nachfrage nach physischem Material in einer Schwächephase eher zunimmt als verschwindet.
Metals Focus erwartet zudem, dass Gold und Silber von einem psychologischen Effekt profitieren könnten: FOMO, also die Angst, eine Bewegung zu verpassen. Viele Käufer hätten im vergangenen Jahr kaum Einstiegschancen gesehen, weil es praktisch keinen nennenswerten Rücksetzer gab. „Jetzt gibt es einen – und genau dann treten physische Käufer auf den Plan“, lautet die Argumentation. Aus dieser Perspektive kann eine Korrektur Nachfrage aktivieren, statt sie zu zerstören.
Metals Focus ordnet den starken Verkaufsdruck zuletzt auch als Folge hoher spekulativer Aktivität ein: Umfangreiche Optionspositionen und spekulatives Interesse hätten ein Liquiditätsereignis begünstigt. Gleichzeitig, so Piggott, bleibe Gold fundamental unterstützt – nicht zuletzt durch Zentralbanken, die auch 2026 als stetige Käufer gesehen werden.
Zentralbanken und Portfolioquoten: Treiber bleiben laut Metals Focus aktiv
Für die offizielle Nachfrage nennt Metals Focus konkrete Größenordnungen: Zwar könnte das Tempo gegenüber 2025 – dort wird ein Niveau von rund 850 Tonnen genannt – etwas nachlassen. Dennoch rechnet das Research-Haus in diesem Jahr mit 700 bis 800 Tonnen Käufen durch den offiziellen Sektor. Das läge weiterhin deutlich über dem Niveau der Zeit vor der Pandemie und würde den Goldmarkt aus Sicht der Analysten strukturell stützen.
Ein weiterer Punkt in der Argumentation der Analysten sind die Portfolioquoten. Trotz der Rallye sei die Gold-Allokation in vielen Portfolios überraschend niedrig. Im Durchschnitt läge sie weiterhin im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Schon eine Verschiebung von 3% auf 4% könne aber einen spürbaren Nachfrageimpuls auslösen, so Metals Focus. Zudem seien langfristige Investoren – etwa Pensionskassen, Stiftungen oder Family Offices – im Markt bislang unterrepräsentiert. Sollte sich die Beteiligung dieser Gruppen verbreitern, könnte das die Nachfragebasis erweitern.
„Volatilität ist unangenehm, in diesem Umfeld aber weniger Warnsignal als Begleiterscheinung einer Neubewertung von Risiken.“
An der grundsätzlichen Prognose hält Metals Focus deshalb auch nach der Korrektur fest. Das Haus erwartet einen durchschnittlichen Goldpreis von 5.500 US-Dollar je Unze zur Jahresmitte und etwa 5.800 US-Dollar im Jahresdurchschnitt. Gleichzeitig dämpft Metals Focus sehr hoch angesetzte Szenarien anderer Akteure ein: Strukturelle Treiber wie Schulden, fiskalische Ungleichgewichte, Entdollarisierung und geopolitische Risiken veränderten sich langsam – nicht über Nacht.
Unter dem Strich sieht Metals Focus den jüngsten Rücksetzer eher als Belastungstest, der den Markt nicht schwächt, sondern ordnet. Eine Korrektur setze die Stimmung zurück, bringe Käufer wieder in den Markt und könne so eine stabilere Basis schaffen. Volatilität sei unangenehm, so Metals Focus – in diesem Umfeld aber weniger Warnsignal als Begleiterscheinung einer Neubewertung von Risiken.
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