Goldpreis fällt weiter, J.P. Morgan aber bleibt bullish – 6.300 USD bis Jahresende?
Der Goldpreis ist zu Wochenbeginn weiter gefallen, auch wenn sich das Tempo der Abwärtsbewegung ein wenig verlangsamt hat. Doch die US-Großank J.P. Morgan bleibt für das Edelmetall in ihrer Einschätzung trotz allem optimistisch.
In einer am späten Sonntag veröffentlichten Analyse erklärte die Bank, dass eine anhaltende Nachfrage von Seiten der Zentralbanken und Investoren den Goldpreis trotz aller Turbulenzen bis zum Jahresende auf 6.300 US-Dollar je Unze treiben könnte. Erst vor wenigen Tagen hatte der Goldpreis am Donnerstag mit 5.594,82 US-Dollar ein Rekordhoch erreicht.
Die Preisspanne innerhalb weniger Handelstage unterstreicht die außergewöhnliche Volatilität, die den Edelmetallmarkt derzeit prägt. Während kurzfristige Gewinnmitnahmen und technische Faktoren den Rücksetzer erklären können, argumentiert J.P. Morgan, dass sich der übergeordnete Trend aus strukturellen Gründen fortsetzen könnte. Die Bank verweist auf eine weiterhin laufende Diversifizierung in den globalen Reserven und auf die Attraktivität realer Vermögenswerte.
Goldpreis im Fokus: Zentralbanken als strukturelle Käufer
Für J.P. Morgan steht bei Gold vor allem ein langfristiger Mechanismus im Vordergrund: Zentralbanken und große Anleger sollen dem Markt eine tragende Nachfragebasis geben. In der Banknotiz ist von einem „sauberen, strukturellen und fortgesetzten Diversifizierungstrend“ die Rede, der nach Ansicht der Strategen noch nicht ausgereizt sei. Dahinter steht die Annahme, dass sich Teile der globalen Kapitalströme und Reserven weiterhin in Richtung realer Werte verschieben – und Gold davon profitiert.
Entsprechend konkret wird die Bank bei den erwarteten Käufen: J.P. Morgan prognostiziert für 2026 Goldkäufe der Zentralbanken in Höhe von 800 Tonnen. Begründet wird das mit einer anhaltenden, „nicht erschöpften“ Tendenz zur Reserve-Diversifikation. Für den Goldpreis ist eine solche Nachfragekomponente deshalb relevant, weil Zentralbanken typischerweise nicht kurzfristig handeln, sondern strategisch und über längere Zeiträume. Das kann Schwächephasen abfedern, ohne dass damit kurzfristige Ausschläge ausgeschlossen sind – wie der Rücksetzer nach dem Rekordhoch zeigt.
Die Bank verbindet diese Sicht mit einer generellen Einordnung der Asset-Landschaft: Reale Vermögenswerte hätten sich in einem „fest verankerten Regime“ besser entwickelt als Papierwerte. Daraus leitet J.P. Morgan ihre mittelfristige Überzeugung für Gold ab – trotz der starken Bewegungen innerhalb weniger Tage.
Starker Rücksetzer nach Rekordhoch: Markt bleibt volatil
Der jüngste Kursverlauf liefert ein Beispiel dafür, wie schnell Stimmungsumschwünge am Edelmetallmarkt derzeit durchschlagen. Gold hatte am Donnerstag das Rekordniveau von 5.594,82 US-Dollar erreicht, bevor der Preis in der neuen Woche auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei-Wochen fiel.
Für Marktbeobachter ist dabei weniger die Richtung an einem einzelnen Tag entscheidend als die Kombination aus extremen Ausschlägen und engen Zeitabständen. Solche Phasen können durch geringere Liquidität, schnelle Reaktionen im Terminmarkt und eine hohe Sensitivität gegenüber Makro-Nachrichten verstärkt werden. J.P. Morgan bleibt dennoch bei der Kernaussage, dass Gold durch strukturelle Nachfragefaktoren unterstützt werde – und sieht deshalb einen Weg zu höheren Preisen bis Jahresende.
Gleichzeitig ist klar, dass die Bank ihre Einschätzung als mittelfristige Überzeugung formuliert und nicht als Aussage über den nächsten Handelstag. Der aktuelle Rücksetzer steht damit sinnbildlich für ein Umfeld, in dem langfristige Narrative und kurzfristige Marktmechanik parallel wirken.
Silber: J.P. Morgan vorsichtiger – fehlende „Dip Buyer“ wie bei Gold
Während J.P. Morgan den Goldpreis vor allem über Zentralbanknachfrage argumentiert, klingt die Bank bei Silber deutlich zurückhaltender. Silber notierte seit Ende Dezember dem Text zufolge um 80 US-Dollar je Unze, doch die Treiber der Rallye seien schwieriger zu identifizieren und zu quantifizieren. Genau diese Unschärfe führt laut J.P. Morgan zu einer vorsichtigeren Haltung.
Am Montag fiel der Spotpreis für Silber zwischenzeitlich um mehr als 6% und erholte sich bislang nur geringfügig. Auch hier ist die Schwankungsintensität auffällig: Am Donnerstag hatte Silber mit 121,64 US-Dollar ein Rekordhoch erreicht, bevor der Preis am Freitag ein nahezu einmonatiges Tief markierte. Damit folgt Silber einem Muster, das sich häufig in stark laufenden Märkten zeigt: Extreme Hochs werden rasch von kräftigen Korrekturen abgelöst.
Ein zentraler Unterschied zu Gold liegt nach Darstellung der Bank im Käuferprofil. Bei Silber fehlen Zentralbanken als strukturelle Käufer, die Rücksetzer regelmäßig aufnehmen könnten. Genau daraus leitet J.P. Morgan ein zusätzliches Risiko ab: In den kommenden Wochen könne sich das Gold-Silber-Verhältnis (Gold-to-silver ratio) wieder stärker zugunsten von Gold bewegen. Für Silber würde das bedeuten, dass der relative Aufholprozess gegenüber Gold nicht automatisch fortgeschrieben werden muss.
Trotzdem sieht J.P. Morgan eine Art „höheren Boden“ für Silber: Die Bank spricht weiterhin von einem durchschnittlich höheren Preisniveau um 75 bis 80 US-Dollar je Unze im Vergleich zu früheren Erwartungen. Begründung: Selbst nach einem Überschießen im Zuge der Aufholbewegung zu Gold gehe man eher nicht davon aus, dass Silber sämtliche Gewinne wieder abgibt.
Unterm Strich zeichnet die J.P. Morgan ein zweigeteiltes Bild: Goldpreis-Perspektiven werden bei vor allem über Zentralbanknachfrage und Diversifizierung begründet, während Silber stärker von schwerer greifbaren Treibern abhängt und daher anfälliger für Schwankungen bleibt.
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In einer am späten Sonntag veröffentlichten Analyse erklärte die Bank, dass eine anhaltende Nachfrage von Seiten der Zentralbanken und Investoren den Goldpreis trotz aller Turbulenzen bis zum Jahresende auf 6.300 US-Dollar je Unze treiben könnte. Erst vor wenigen Tagen hatte der Goldpreis am Donnerstag mit 5.594,82 US-Dollar ein Rekordhoch erreicht.
Die Preisspanne innerhalb weniger Handelstage unterstreicht die außergewöhnliche Volatilität, die den Edelmetallmarkt derzeit prägt. Während kurzfristige Gewinnmitnahmen und technische Faktoren den Rücksetzer erklären können, argumentiert J.P. Morgan, dass sich der übergeordnete Trend aus strukturellen Gründen fortsetzen könnte. Die Bank verweist auf eine weiterhin laufende Diversifizierung in den globalen Reserven und auf die Attraktivität realer Vermögenswerte.
Goldpreis im Fokus: Zentralbanken als strukturelle Käufer
Für J.P. Morgan steht bei Gold vor allem ein langfristiger Mechanismus im Vordergrund: Zentralbanken und große Anleger sollen dem Markt eine tragende Nachfragebasis geben. In der Banknotiz ist von einem „sauberen, strukturellen und fortgesetzten Diversifizierungstrend“ die Rede, der nach Ansicht der Strategen noch nicht ausgereizt sei. Dahinter steht die Annahme, dass sich Teile der globalen Kapitalströme und Reserven weiterhin in Richtung realer Werte verschieben – und Gold davon profitiert.
Entsprechend konkret wird die Bank bei den erwarteten Käufen: J.P. Morgan prognostiziert für 2026 Goldkäufe der Zentralbanken in Höhe von 800 Tonnen. Begründet wird das mit einer anhaltenden, „nicht erschöpften“ Tendenz zur Reserve-Diversifikation. Für den Goldpreis ist eine solche Nachfragekomponente deshalb relevant, weil Zentralbanken typischerweise nicht kurzfristig handeln, sondern strategisch und über längere Zeiträume. Das kann Schwächephasen abfedern, ohne dass damit kurzfristige Ausschläge ausgeschlossen sind – wie der Rücksetzer nach dem Rekordhoch zeigt.
Die Bank verbindet diese Sicht mit einer generellen Einordnung der Asset-Landschaft: Reale Vermögenswerte hätten sich in einem „fest verankerten Regime“ besser entwickelt als Papierwerte. Daraus leitet J.P. Morgan ihre mittelfristige Überzeugung für Gold ab – trotz der starken Bewegungen innerhalb weniger Tage.
Starker Rücksetzer nach Rekordhoch: Markt bleibt volatil
Der jüngste Kursverlauf liefert ein Beispiel dafür, wie schnell Stimmungsumschwünge am Edelmetallmarkt derzeit durchschlagen. Gold hatte am Donnerstag das Rekordniveau von 5.594,82 US-Dollar erreicht, bevor der Preis in der neuen Woche auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei-Wochen fiel.
Für Marktbeobachter ist dabei weniger die Richtung an einem einzelnen Tag entscheidend als die Kombination aus extremen Ausschlägen und engen Zeitabständen. Solche Phasen können durch geringere Liquidität, schnelle Reaktionen im Terminmarkt und eine hohe Sensitivität gegenüber Makro-Nachrichten verstärkt werden. J.P. Morgan bleibt dennoch bei der Kernaussage, dass Gold durch strukturelle Nachfragefaktoren unterstützt werde – und sieht deshalb einen Weg zu höheren Preisen bis Jahresende.
Gleichzeitig ist klar, dass die Bank ihre Einschätzung als mittelfristige Überzeugung formuliert und nicht als Aussage über den nächsten Handelstag. Der aktuelle Rücksetzer steht damit sinnbildlich für ein Umfeld, in dem langfristige Narrative und kurzfristige Marktmechanik parallel wirken.
Silber: J.P. Morgan vorsichtiger – fehlende „Dip Buyer“ wie bei Gold
Während J.P. Morgan den Goldpreis vor allem über Zentralbanknachfrage argumentiert, klingt die Bank bei Silber deutlich zurückhaltender. Silber notierte seit Ende Dezember dem Text zufolge um 80 US-Dollar je Unze, doch die Treiber der Rallye seien schwieriger zu identifizieren und zu quantifizieren. Genau diese Unschärfe führt laut J.P. Morgan zu einer vorsichtigeren Haltung.
Am Montag fiel der Spotpreis für Silber zwischenzeitlich um mehr als 6% und erholte sich bislang nur geringfügig. Auch hier ist die Schwankungsintensität auffällig: Am Donnerstag hatte Silber mit 121,64 US-Dollar ein Rekordhoch erreicht, bevor der Preis am Freitag ein nahezu einmonatiges Tief markierte. Damit folgt Silber einem Muster, das sich häufig in stark laufenden Märkten zeigt: Extreme Hochs werden rasch von kräftigen Korrekturen abgelöst.
Ein zentraler Unterschied zu Gold liegt nach Darstellung der Bank im Käuferprofil. Bei Silber fehlen Zentralbanken als strukturelle Käufer, die Rücksetzer regelmäßig aufnehmen könnten. Genau daraus leitet J.P. Morgan ein zusätzliches Risiko ab: In den kommenden Wochen könne sich das Gold-Silber-Verhältnis (Gold-to-silver ratio) wieder stärker zugunsten von Gold bewegen. Für Silber würde das bedeuten, dass der relative Aufholprozess gegenüber Gold nicht automatisch fortgeschrieben werden muss.
Trotzdem sieht J.P. Morgan eine Art „höheren Boden“ für Silber: Die Bank spricht weiterhin von einem durchschnittlich höheren Preisniveau um 75 bis 80 US-Dollar je Unze im Vergleich zu früheren Erwartungen. Begründung: Selbst nach einem Überschießen im Zuge der Aufholbewegung zu Gold gehe man eher nicht davon aus, dass Silber sämtliche Gewinne wieder abgibt.
Unterm Strich zeichnet die J.P. Morgan ein zweigeteiltes Bild: Goldpreis-Perspektiven werden bei vor allem über Zentralbanknachfrage und Diversifizierung begründet, während Silber stärker von schwerer greifbaren Treibern abhängt und daher anfälliger für Schwankungen bleibt.
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