Raiffeisen: Merck, Gilead, Ölpreis und Staatsanleihen im Blickpunkt

05.02.2015, 10:08 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die gestrige Entscheidung der EZB, ab sofort keine griechischen Staatsanleihen mehr als Sicherheit bei Refi nanzierungsgeschäften zu akzeptieren, ist ein klarer Schuss vor den Bug der neuen griechischen Regierung. Bisher wurden griechische Staatsanleihen trotz Verfehlung der Mindestkriterien beim Rating dank einer Ausnahmeregelung als Sicherheit anerkannt. Als Begründung heißt es in der offiziellen Stellungnahme, die Entscheidung wurde getroffen, da gegenwärtig nicht von einem positiven Ergebnis bei der Überprüfung der im Rahmen des Hilfsprogramms von Griechenland zugesagten Maßnahmen ausgegangen werden kann. Griechische Banken sind damit zwar nicht von der Versorgung mit Zentralbankgeld abgeschnitten, da die Liquiditätsversorgung weiter bei der nationalen Notenbank im Rahmen der Notfallliquiditätshilfe, kurz ELA, sichergestellt werden kann. Allerdings könnte die Verunsicherung griechischer Sparer nun weiter zunehmen. Diese hatten schon in den letzten Wochen große Summen von ihren Bankkonten abgezogen. Wenig überraschend musste Griechenland bei der gestrigen Auktion 6-monatiger Schatzanweisungen mit 2,75 % eine deutlich höhere Rendite bieten als noch Anfang Januar (2,3 %). Heute wird Frankreich Anleihen mit Laufzeit bis 2025 bzw. 2030 auktionieren. Das angestrebte Emissionsvolumen liegt bei EUR 8 Mrd. bis EUR 9 Mrd. Die heute Morgen bereits gemeldeten Zahlen zum deutschen Auftragseingang (4,2 % p.m.) deuten auf einen guten Start der deutschen Wirtschaft ins neue Jahr hin.

Aktienmärkte
Die US-Aktienmärkte präsentierten sich nach den Kursanstiegen der letzten Tage gestern uneinheitlich. Verhalten ausgefallene US-Konjunkturdaten sowie die Nachrichten, dass die EZB ihre Ausnahmeregelungen für griechische Staatsanleihen aufhebt, haben für Zurückhaltung beider Investoren gesorgt. Ebenso durchwachsen fielen die Quartalszahlen der Unternehmen aus. Bei Merck & Co hatte die Konkurrenz durch Nachahmerprodukte im vierten Quartal den Umsatz belastet. Die Aktie büßte mehr als drei Prozent ein. Bei Gilead Sciences ging es um 8,2 % abwärts. Rabatte für die wichtigsten Hepatitis-Mittel dürften den Umsatz im laufenden Jahr belasten. Der Rückgang des Ölpreises aufgrund höher als erwarteter Lagerbestände drückte auf die Kurse der Ölkonzerne. Für einen Lichtblick sorgte hingegen das Ergebnis von General Motors. Die Aktien zogen nach einem unerwartet hohen Gewinn im Schlussquartal um 5,4 % an. Am Vortag hatten sie bereits von guten Absatzzahlen profitiert. Die härtere Gangart der EZB hat auch den japanischen Aktienmarkt belastet. Zudem war das Börsengeschehen auch von den Quartalsergebnissen wichtiger japanischer Unternehmen geprägt. So legten Sony fast 12 % zu, nachdem das Unternehmen das beste operative Quartals-Ergebnis in sieben Jahren präsentierte. Hitachi hingegen verloren rund 10 %. Das operative Ergebnis lag unter den Konsensuserwartungen. Angesichts der EZB-Entscheidung ist an den europäischen Aktienmärkten ein schwächerer Handelsstart zu erwarten. Neben Konjunkturindikatoren stehen wiederum interessante Unternehmensergebnisse auf der Agenda.

Credit-Märkte
Die Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank hat eine angekündigte EUR 300 Mio. Pfandbriefemission gepreist (Kupon 0,75 %, Fälligkeit 2025, MS+7 BP, Aaa). Das Orderbuch lag bei EUR 700 Mio. Die stärkste Nachfrage kam aus Deutschland (53 %) und Österreich (39 %). Die im Bereich der Diagnose-Services tätige französische Labco SA stockte ihre 8,50 % Jänner 2018 Anleihe um EUR 100 Mio. auf EUR 700 Mio. auf. Die High-Yield Emission (B3/B+/BB-) dient der teilweisen Rückführung einer Kreditlinie. Der Versorger National Grid platzierte eine EUR 750 Mio. Anleihe (Kupon 0,75 %, Fälligkeit 2022, MS+37 BP, Baa1/ BBB+). Die Nachfrage lag bei über EUR 2 Mrd.

China
Chinas Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich enttäuschte heute mit einem Wert von nur 51,8 nach 53,4 im Dezember. Vor allem die Neuaufträge gingen deutlich zurück. Die Peoples Bank of China hat den Referenzkurs des Yuan gegen den Abwertungstrend geringfügig angehoben, sodass eine leichte Aufwertung erzwungen wurde. Der HSCEI liegt dem allgemeinem Trend folgend heute Morgen leicht im Plus, wohingegen die Mainland Börsen großteils ein Minus verzeichnen.

Zentral- und Osteuropa
- Geldpolitischer Rat in Polen lässt Zinssätze unverändert, rumänische Notenbank senkte den Leitzinssatz um 25 BP
- CE-3 Lokalwährungsanleihemärkte sollten zumindest kurzfristig gut verankert bleiben.
- Der neue Leiter der ungarischen Schuldenverwaltung betonte, dass die Neuemission von Anleihen in Fremdwährung in diesem Jahr unwahrscheinlich ist.
- Offizieller UAH-Wechselkurs und inoffizieller Kurs könnten heute gleichgestellt werden

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB). Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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