Am Morgen: Covestro, Merck, OMV und Konjunkturdaten im Blickpunkt - Nord LB Kolumne

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Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV verkauft seine slowenischen Tankstellen an die ungarische MOL Group. Bild und Copyright: josefkubes / shutterstock.com.

09.06.2021 08:06 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Die Stimmung der Finanzmarktexperten hat sich im Juni noch einmal deutlich verbessert. Die ZEW-Konjunkturerwartungen sanken zwar leicht um 4,6 auf immer noch sehr hohe 79,8 Saldenpunkte, zugleich wird die aktuelle Lage aber erheblich besser beurteilt als noch im Vormonat. Das Bild eines kräftigen Aufholprozesses ab dem Frühjahr wird immer klarer. An den Märkten herrscht so weiterhin Optimismus vor, auch weil zumindest kurzfristig nicht mit Gegenwind von der Geldpolitik gerechnet wird. Im EZB-Rat dürften sich am Donnerstag die Anhänger des aktuellen expansiven Kurses ein weiteres Mal durchsetzen.

Die deutsche Produktion ist im April überraschend gesunken. Hintergrund waren u.a. Engpässe bei einigen Vorprodukten. Industrie, Bau und Energieversorger produzierten 1,0% weniger als im Vormonat, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit. Im März hatte es einen Anstieg um 2,2% gegeben. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Corona-Einschränkungen, lag die Produktion um 5,6% niedriger. Während die Industrieproduktion um 0,7% zurückging, fiel das Minus beim Bau mit 4,3% sehr viel deutlicher aus. Hier macht sich das Fehlen diverser Baustoffe (v.a. Holz) stark bemerkbar. Die Energieerzeugung legte dagegen spürbar um 6,0% zu.

Die Wirtschaft in der Euro-Zone ist in Q1 nur halb so stark geschrumpft wie bisher angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt sank um 0,3% (bisherige Schätzung: -0,6%) gegenüber dem Vorquartal, teilte Eurostat mit. Dennoch: Nach dem zweiten Minusquartal in Folge (Q4 2020: -0,6%) steckt die Wirtschaft des EuroRaumes in der Rezession. Für das laufende Quartal wird durch die Lockerungen der Corona-Beschränkungen allerdings mit einer Erholung gerechnet.

Rentenmarkt
Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Dienstag leicht zugelegt und damit auf die schwächeren deutschen Produktionsdaten reagiert. Auch bei den Kursen der US-Treasuries ging es nach oben.

Aktienmarkt
Nach einem lustlosen Handelsauftakt sind die Indizes am deutschen Aktienmarkt am Nachmittag ins Minus gerutscht. DAX -0,23%, MDAX -0,42%, TecDAX -0,08%. Merck gewannen an der DAX-Spitze 1,83%, Covestro standen mit einem Minus von 2,48% am Ende des Leitindex. Vor der am Donnerstag anstehenden Veröffentlichung der Verbraucherpreisdaten hielten sich die Anleger an den US-Börsen weitgehend zurück. Bei nur geringen Ausschlägen tendierten die einzelnen Märkte uneinheitlich. Ölwerte konnten zulegen, während es für Impfstoffhersteller gen Süden ging. Dow Jones -0,09%, S&P-500 +0,02%, Nasdaq-Comp. +0,31%. Am japanischen Aktienmarkt gab es zur Wochenmitte leichte Kursverluste. Der Nikkei-225 sank auf 28.870 Pkt. (-0,32%).

Unternehmen
Bertelsmann baut sein Engagement im stark wachsenden Bildungssektor in Brasilien aus. Für 500 Mio. EUR erwirbt der Medienkonzern einen Anteil von 25% sowie 46% der Stimmrechte an Afya, dem führenden Anbieter für medizinische Aus- und Weiterbildung in Brasilien. Seit 2017 ist der Umsatz von Afya durchschnittlich um 80% pro Jahr gewachsen auf zuletzt (2020) 203 Mio. EUR. Die Transaktion stehe unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigung, hieß es.

Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV verkauft seine slowenischen Tankstellen an die ungarische MOL Group. Der Kaufpreis für die 120 Tankstellen sowie das Kundengeschäft in Slowenien liege bei 301 Mio. EUR, teilte die OMV mit. Mit der Trennung von ihrem slowenischen Tankstellennetz kommt die OMV einen weiteren Schritt bei ihren angekündigten Unternehmensverkäufen In Höhe von 2 Mrd. EUR voran. "Diese Veräußerung reduziert nicht nur den Verschuldungsgrad signifikant, sie bedeutet auch eine weitere strategische Optimierung unseres Portfolios", sagte Konzernchef Seele.

Devisen
Die schwächer als erwartet ausgefallenen Produktionszahlen der deutschen Industrie haben den Euro ein wenig unter Druck gebracht.

Öl / Gold
Nach kurzfristigen Gewinnmitnahmen zum Handelsstart haben sich die Ölpreise wieder gefangen und am Ende sogar mit einem leichten Plus geschlossen. Das positive Umfeld sei nach wie vor intakt, hieß es am Markt. Der Goldpreis hat am Berichtstag nur wenig Bewegung gezeigt.

Daten zum Wertpapier: OMV
WKN: 874341
ISIN: AT0000743059

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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