CO2-Preise: Am Ende doch ein europäisches Erfolgsmodell - DWS

Mehr als 850 Unternehmen, darunter eine Vielzahl globaler Börsenschwergewichte, verwenden bereits einen internen Kohlenstoffpreis, um Investitionsentscheidungen zu bewerten. Bild und Copyright: Rudmer Zwerver / shutterstock.com.

Mehr als 850 Unternehmen, darunter eine Vielzahl globaler Börsenschwergewichte, verwenden bereits einen internen Kohlenstoffpreis, um Investitionsentscheidungen zu bewerten. Bild und Copyright: Rudmer Zwerver / shutterstock.com.

16.05.2021 16:15 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Das europäische CO2-Preissystem wird immer wichtiger, auch für Anleger. Die steigenden Kohlenstoffpreise könnten weit über Europas Grenzen hinaus wirken. Mehr als 15 Jahre nach Einführung des Europäischen Emissionshandelssystems (EHS) haben die CO2-Zertifikate nun endlich 50 Euro pro Tonne überschritten, wie unser „Chart der Woche“ zeigt. Die Entwicklung der Kohlenstoffpreise galt auf den breiteren Finanzmärkten lange als Randthema. Außerhalb weniger Nischensegmente waren die Kohlenstoffpreise zu niedrig und der Umfang solcher Systeme zu gering, um großes Interesse zu wecken. Das hat sich drastisch geändert. Heute gibt es etwas mehr als 60 CO2-Steuer- oder Handelssysteme, die 25 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen (THG) abdecken, verglichen mit nur fünf Prozent vor zehn Jahren. (1) Dieser Trend dürfte sich fortsetzen.

So erwähnen etwa 97 Länder, die 58 Prozent der Emissionen weltweit ausmachen, die Verwendung von CO2-Preisen in ihren offiziellen Klimaplänen. (1) Dies ergibt angesichts der wachsenden Zahl von Ländern, die sich zu Netto-Null-Emissionen verpflichten, durchaus Sinn – zuletzt waren das 132 Länder. (2) Europa ist führend und verfügt über den größten Kohlenstoffmarkt der Welt, der etwas mehr als 40 Prozent der Emissionen des Kontinents abdeckt. (3) In diesem Jahr werden weitere Sektoren wie Straßenverkehr und Gebäude (4) und möglicherweise sogar noch der Schifffahrtssektor (5) hinzukommen.

Verlauf der Kohlenstoffpreise in Europa. Grafik: DWS

Verlauf der Kohlenstoffpreise in Europa. Grafik: DWS

Die Stärke der europäischen Kohlenstoffpreise spiegelt teilweise ehrgeizigere Klimaziele wider: Die Europäische Union (EU) verpflichtet sich nun, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent gegenüber dem Stand der 90er Jahre zu senken, verglichen zur bisher geplanten Reduzierung um 40 Prozent. (6) Dies könnte erklären, warum viele Politiker, von der Europäische Zentralbank (EZB)-Präsidentin Lagarde (7) bis zum EU-Klimachef Timmermans (8), in jüngster Zeit darauf hinweisen, dass die Kohlenstoffpreise noch weiter steigen könnten. Damit scheint auch die Wirtschaft schon zu rechnen. Mehr als 850 Unternehmen, darunter eine Vielzahl globaler Börsenschwergewichte, verwenden bereits einen internen Kohlenstoffpreis, um Investitionsentscheidungen zu bewerten. Das sind über 40 Prozent mehr als noch 2018. (9) Dieser Anteil könnte noch weiter steigen, wenn sich die EU mit ihren Plänen durchsetzt, eine CO2-Einfuhrsteuern einzuführen. Dies würde sich schnell auf Regionen mit weniger strenger Kohlenstoffpolitik auswirken. (10) Für Anleger ist es also höchste Zeit, Kohlenstoffpreisen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

1) World Bank. (2020)
2) Energy and Climate intelligence Unit (2021)
3) European Environment Agency (Dezember 2020)
4) Reuters (April 2021)
5) Transport & Environment (April 2021)
6) Commission welcomes provisional agreement on European climate law (April 2021)
7) ECB (25. Januar 2021)
8) Reuters (7. Mai 2021)
9) CDP (April 2021)
10) EU Green Deal (Oktober 2002)
Daten zum Wertpapier: DWS
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Ticker-Symbol: DWS
WKN: DWS100
ISIN: DE000DWS1007

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der DWS. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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