Anstieg der Rohstoffpreise nahe dem vorläufigen Hoch, zweiter Preisschub in der Pipeline - Commerzbank

Die Preisentwicklung bei Rohstoffen spricht für Knappheit und einen zweiten Preisschub, ähnlich wie 2011. Die Inflationserwartungen könnten dann weiter anziehen. Bild und Copyright: Rudmer Zwerver / shutterstock.com.

Die Preisentwicklung bei Rohstoffen spricht für Knappheit und einen zweiten Preisschub, ähnlich wie 2011. Die Inflationserwartungen könnten dann weiter anziehen. Bild und Copyright: Rudmer Zwerver / shutterstock.com.

13.04.2021 09:28 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Die Rohstoffpreise liegen 50% über Vorjahresniveau, was aber auch dem Basiseffekt geschuldet ist, denn im April 2020 hatten sie ein deutliches Tief markiert (-18% J/J). Von diesem haben sie sich rasch erholt, sodass der Basiseffekt wohl an Wirkung verlieren wird. Damit dürfte auch der Anstieg der Inflationserwartungen zunächst an seine Grenzen stoßen. Allerdings liegen die meisten Rohstoffpreise aktuell bereits erheblich über den Niveaus vor der Coronakrise, obwohl die globale Konjunkturerholung noch nicht richtig eingesetzt hat. Dies spricht für Knappheit und einen zweiten Rohstoffpreisschub, ähnlich wie 2011. Die Inflationserwartungen könnten dann weiter anziehen.

Anleihen


Großbritannien: Industrieproduktion (März), 8 Uhr
Großbritannien: Monatliches BIP (Februar), 8:00 Uhr
Deutschland: ZEW-Umfrage (April), 11:00 Uhr
USA: Verbraucherpreise (März), 14:30 Uhr

Zum Wochenauftakt standen keine marktrelevanten Daten an, die dem Rentenmarkt deutliche Impulse hätten geben können. Die jüngsten Aussagen des US-Notenbankpräsidenten Powell sorgten ebenfalls nicht für größere Kursbewegungen. Der Fed-Chef stellte ein deutlich stärkeres Wachstum der US-Wirtschaft in Aussicht, warnte aber gleichzeitig auch vor Risiken der Coronakrise. Die aktuell diskutierte Änderung des Infektionsschutzgesetzes dürfte Teile der deutschen Wirtschaft noch weiter belasten. Die seit dem 3. März wieder geöffneten Baumärkte, Blumengeschäfte, Buchläden etc. müssten dann wohl bald wieder schließen. Ein großes Problem ist dabei, dass die Bundesländer durch das sich abzeichnende neue Infektionsschutzgesetz wichtige Ermessensspielräume verlieren dürften. Das neue Gesetz wird sich nämlich starr an einer 7- Tage-Inzidenz von 100 orientieren. Dagegen können die Länder bisher die allseits bekannten Schwächen des Inzidenzwertes ausgleichen. So hängt dieses Maß auch von der Zahl der durchgeführten Tests ab und sagt nichts darüber aus, wie schwer die Krankheitsverläufe sind oder wie hoch die Intensivstationen ausgelastet sind. Aber auch unabhängig von der möglichen Gesetzesänderung rechnen wir damit, dass die restriktiven Maßnahmen in Deutschland bis mindestens Ende Mai bestehen bleiben. Während des „harten Lockdowns“ reduziert sich das deutsche Bruttoinlandsprodukt kräftig. Pro Monat beträgt der wirtschaftliche Schaden rund 10 Mrd. Euro. Ab Juni sollten höhere Temperaturen und die allmählichen Fortschritte beim Impfen das Infektionsgeschehen allmählich beruhigen und zu einer kräftigen wirtschaftlichen Erholung führen.

Aktien


LVMH, Umsatz Q1

Zum Wochenauftakt zeigten sich die Anleger an den europäischen Aktienbörsen noch sehr zurückhaltend. Dementsprechend entwickelten sich die meisten Indizes leicht schwächer. Angesichts der Masse an wichtigen Konjunkturdaten, die erst im weiteren Verlauf der Börsenwoche zur Veröffentlichung anstehen, kam an einem Handelstag mit einer eher überschaubaren Agenda nur bei wenigen Einzelwerten Kaufstimmung auf. Dazu gehörten im deutschen Handel unter der Führung von Daimler (+1,4%) vor allem die Automobiltitel. Die Aktie von Adidas (+0,6%) profitierte kaum von den positiven Einstufungen durch zwei Analysehäuser. Neben Automobilen (+0,6%) waren im EuroStoxx 600 lediglich die Sektoren Versorger (+0,6%) und Versicherungen (+0,3%) noch einigermaßen gefragt. Dagegen tendierten vor allem Reise und Freizeit (-1,5%) sowie die in der letzten Woche sehr starke Informationstechnologie (-1,4%) schwächer. Nach dem Rekordlauf vom Freitag eröffnete auch die Wall Street bereits mit leichten Verlusten. An einem extrem schwankungsarmen Handelstag schlossen letztendlich alle Indizes leicht im Minus. Auch ein positiver Kommentar von Fed-Chef Jerome Powell zum erwarteten Wirtschaftswachstum konnte keine neuen Impulse geben. Im Fokus standen vornehmlich Titel der IT-Branche. Microsoft (+0,2%) zeigte sich nach der milliardenschweren Übernahme des Spezialisten für künstliche Intelligenz und Sprachverarbeitung Nuance Communications kaum verändert. Dagegen legte die Aktie von Nvidia (+5,6%) nach der Vorstellung seines ersten Hauptprozessors für Rechenzentren deutlich zu. Der Entwickler von Grafikprozessoren greift damit Halbleiterproduzent Intel (-4,2%) auf dessen lukrativsten Markt an. In Asien sorgte der robuste Außenhandel Chinas für einen Stimmungsanstieg. Fast alle Indizes verzeichneten heute Morgen Gewinne. Die europäischen Märkte werden nur wenig verändert eröffnen.
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Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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