Grenke Aktie stürzt ab: Krisenmanagement bisher eine Enttäuschung für Aktionäre

Für die eigenen Aktionäre von Grenke ist das Krisenmanagement der Gesellschaft nach der „Attacke” von Viceroy mit Betrugsvorwürfen bisher eine einzige Enttäuschung. Bild und Copyright: Grenke.

Für die eigenen Aktionäre von Grenke ist das Krisenmanagement der Gesellschaft nach der „Attacke” von Viceroy mit Betrugsvorwürfen bisher eine einzige Enttäuschung. Bild und Copyright: Grenke.

17.09.2020 08:11 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Anleger sitzen da und wundern sich: Wann beginnt Grenke eigentlich mit einer ersten ernst zu nehmenden Verteidigung gegen die Betrugsvorwürfe von Viceroy Research? Außer einen kurzen Stellungnahme am Dienstagabend, die wenig verwertbare Infos enthielt, kam bisher nichts substanzielles von dem Leasing-Unternehmens aus Baden-Baden, das sich mit einer Reihe von Vorwürfen auseinander setzen muss. So soll Liquidität fehlen, die Compliance sei mangelhaft, dubiose Geschäfte werden ermöglicht, Aktionärs-schädigende Interessenskonflikte und vieles mehr. Alles in allem ein Sammelsurium von Beschuldigungen, die unschön an andere Skandale der letzten Zeit erinnern.

Grenkes wachsweiches Dementi mit gleichzeitiger typischer Klageandrohung vom Dienstagabend mit der Ankündigung einer ausführlichen Stellungnahme zu einem späteren Zeitpunkt hilft da wenig. Klar, bei Viceroy arbeiten keine Samariter, man profitiert von Shortpositionen und damit fallenden Kursen der Grenke Aktie, das Geschäft ist alles andere als Florett-Fechten. Doch das war auch bei Wirecard lange Zeit eine bequeme Entschuldigung für Anleger, sich nicht mit den Vorwürfen auseinander zu setzen - wie die Story endete, ist bekannt. Dass ausgerechnet Viceroy bzw. der hinter der Plattform stehende Fraser Perring frühzeitig vor Wirecards Bilanzmanipulationen warnte und zugleich eine zentrale Rolle in der Aufdeckung des Bilanzskandals bei Steinhoff spielte, darf in dem Zusammenhang nicht vergessen werden.

Nun, die Geschichte muss bei Grenke nicht zwangsweise ebenso enden, doch dazu muss Grenke belastbare Erklärungen auf den Tisch legen. Wütende Drohungen, die Kritikern rechtlich zu verfolgen und lapidar auf Bundesbank-Guthaben und eine irgendwann noch erscheinende ausführliche Stellungnahme zu verweisen, reicht spätestens nach Wirecard nicht mehr aus. Für die eigenen Aktionäre ist das Krisenmanagement der Gesellschaft bisher eine einzige Enttäuschung.

An der Börse hat man derweil aus früheren Fällen gelernt und lässt nun direkt Vorsicht walten: Seit Bekanntwerden der Vorwürfe hat sich der Aktienkurs des süddeutschen Unternehmens, immerhin MDAX-Mitglied, auf gestern im Tagestief erreichte 25,90 Euro mehr als halbiert. Schon in den Wochen zuvor tendierte der Aktienkurs von Grenke zur Schwäche und mittlerweile ist selbst das Corona-Crashtief bei 40,50 Euro weit über dem aktuellen Kurs.

Am Donnerstagmorgen sieht die Lage für die Grenke Aktie weiterhin nicht besser aus. Nur eine leichte Erholung ist zu verzeichnen, aktuelle Indikationen für Grenkes Aktienkurs notieren bei 27,36/27,58 Euro nach einem gestrigen XETRA-Schlusskurs bei 26,70 Euro - ein Minus von mehr als 40 (!) Prozent.

Auf einem Blick - Chart und News: Grenke AG

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