Grenke Aktie stabil nach Betrugsvorwürfen - was ist dran?

Grenkes Aktienkurs stürzte gestern nach Betrugsvorwürfen massiv ab. Eine erste Stellungnahme der Gesellschaft fiel kurz aus, eine ausführliche Replik ist aber von Grenke angekündigt. Bild und Copyright: Grenke.

Grenkes Aktienkurs stürzte gestern nach Betrugsvorwürfen massiv ab. Eine erste Stellungnahme der Gesellschaft fiel kurz aus, eine ausführliche Replik ist aber von Grenke angekündigt. Bild und Copyright: Grenke.

16.09.2020 07:53 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Größere Rückschläge waren bei der Grenke Aktie oft Kaufchancen - so zum Beispiel 2019, als das Unternehmen eine Gewinnwarnung veröffentlichte und die folgenden Verluste recht schnell egalisiert waren, oder auch der Corona-Crash, den Grenkes Aktienkurs zu einem größeren Teil wieder aufgeholt hatte, bevor es seit Anfang Juni wieder in die Abwärtsbewegung ging. Der gestrige Kurseinbruch der Grenke Aktie hat allerdings eine völlig neue Dimension, zurückzuführen auf Betrugsvorwürfe, die Viceroy Research gegen Grenke erhoben hat. Hinter Viceroy steht zwar mit Fraser Perring zwar ein Shortseller, der aber recht früh auf die Bilanzskandale bei Wirecard und Steinhoff International aufmerksam machte - also alles andere als ein unbeschriebenes Blatt.

Und so lässt sich das Geschehen auch nicht banal als „Shortseller-Attacke” abtun, wie es gestern an einigen Stellen bereits geschah. Grenke selbst ließ sich Zeit mit der ersten Stellungnahme gegen die erhobenen Betrugsvorwürfe. Diese kam, kurz gehalten, am Abend. Dass Grenke die Vorwürfe „auf das Schärfste zurückweist” und rechtliche Schritte androht, war zu erwarten.

Viel Inhaltliches liefert die Gesellschaft aus Baden-Baden bisher aber nicht. Einzige Ausnahme: Der Vorwurf, dass ein substanzieller Teil der in der Bilanz ausgewiesenen liquiden Mittel nicht existriere - ein Vorwurf, der auch beim Wirecard-Skandal auftauchte und sich anschließend trotz vieler scharfer Dementis der Gesellschaft bewahrheitete und die Insolvenz auslöste. Bei Grenke muss sich die Sachlage dagegen noch klären. Die Süddeutschen, die ihre liquiden Mittel auf knapp 1,08 Milliarden Euro beziffern, bezeichnen Viceroys Behauptung als „nachweislich falsch” - allein 849 Millionen Euro seien auf Konten bei der Bundesbank hinterlegt.

Grenke will mit einem weiteren Statement nachlegen. Man bereite eine ausführliche Replik auf die Anschuldigungen von Viceroy vor, so das MDAX-notierte Unternehmen. Erst nach dieser Replik wird man die Lage besser bewerten können und abschätzen können, ob Viceroy völlig daneben liegt oder Grenke Leichen im Keller hat. Zusätzliche und vor allem überzeugende Informationen seitens des Unternehmens sind auch dringend nötig, denn allein mit der gestrigen Antwort weicht die massive Unsicherheit aus dem Papier nicht.

Aktuelle Indikationen für die Grenke Aktie notieren stabil und liegen bei 44,04/44,40 Euro nach einem gestrigen XETRA-Schlusskurs bei 44,65 Euro (-18,84 Prozent). Zwischenzeitlich war der Aktienkurs von Grenke bis auf 39,30 Euro abgestürzt, damit knapp unter das Corona-Crashtief bei 40,50 Euro gefallen. Dass sich hier der Trend in eine Erholung drehte, macht den Bereich um 39,30/40,50 Euro zur wichtigen charttechnischen Unterstützungszone für den Aktienkurs des Unternehmens aus Baden-Baden.

Wichtige charttechnische Daten zur Grenke Aktie:

Letzter Aktienkurs: 44,65 Euro (Börse: XETRA - Frankfurt)
Bollinger-Bands 20 (unten / oben): 51,49 Euro / 80,84 Euro
EMA 20: 66,16 Euro
EMA 50: 71,44 Euro
EMA 200: 73,64 Euro

Auf einem Blick - Chart und News: Grenke AG

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