UniDevice: „Apple-Produkte sind unsere bevorzugte Produktlinie“

Im Gespräch mit der Redaktion von www.4investors.de erläutert UniDevice-Vorstand Christian Pahl, wie er das Geld aus einer in der Platzierung befindlichen Anleihe einsetzen will. Bild und Copyright: UniDevice.

Im Gespräch mit der Redaktion von www.4investors.de erläutert UniDevice-Vorstand Christian Pahl, wie er das Geld aus einer in der Platzierung befindlichen Anleihe einsetzen will. Bild und Copyright: UniDevice.

04.12.2019 07:49 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

UniDevice begibt in diesen Tagen eine Anleihe mit einem Emissionsvolumen von bis zu 20 Millionen Euro. Die Zeichnungsfrist läuft bis zum 12. Dezember. Verzinst ist die Anleihe mit 6,5 Prozent, die Laufzeit liegt bei fünf Jahren.

Im Gespräch mit der Redaktion von www.4investors.de erläutert Vorstand Christian Pahl, wie er das Geld aus der Anleihe einsetzen will. Das Geschäftsvolumen kann dank der Anleihe deutlich ansteigen. Das sollte sich positiv auf die Margen auswirken. Auch vom neuen 5G-Standard dürfte UniDevice profitieren, Pahl erwartet daher für 2021 einen Umsatzsprung.


www.4investors.de: UniDevice notiert seit März 2018 an der Münchener Börse im m:access, dennoch ist die Aktie bei Anlegern bisher noch nicht sonderlich bekannt. Können Sie zum Einstieg ins Interview in ein paar Sätzen erläutern, in welchem Bereich UniDevice aktiv ist?

Pahl:
Die UniDevice AG ist ein B2B-Broker für Kommunikations- und Unterhaltungselektronik mit Schwerpunkt auf hochpreisigen Smartphones führender Hersteller wie Apple und Samsung. Wir nutzen die weltweit unterschiedlichen Verfügbarkeiten, Kundenvorlieben und Preise für Smartphones. Unsere Kunden sind Mobilfunkdienstleister sowie Groß- und Einzelhändler, sie profitieren von unseren schnellen Lieferungen und unseren Preisvorteilen gegenüber der Bestellung von in Asien produzierten und angelieferten Produkten. Unsere Lieferanten sind Distributoren im europäischen Raum, die durch unsere Ankäufe Lageroptimierungen und Liquiditätsvorteile erzielen. Broker meint, dass wir in der Regel täglich zuerst die Produkt-Kunden-Nachfrage einholen und darauf bezogen das Produkt-Lieferanten-Angebot. Wir stimmen soweit möglich und machbar Angebot und Nachfrage ab und tätigen die Geschäfte.

www.4investors.de: Gerade gab es den „Black Friday” und den „Cyber Monday” - zwei, so kann man fast schon sagen, Shopping-Events. Wie wichtig waren die beiden Tage für das Geschäft von UniDevice und Ihre Kunden, können Sie da schon ein Fazit ziehen?

Pahl:
Wir haben mehrere Online-Händler als Kunden, die aktiv sind mit „Black Friday” und „Cyber Monday” – Angeboten. Wir haben erneut einen Beitrag mit attraktiven Angeboten leisten können. Gegenüber dem Vorjahresmonat lag unser Fokus in diesem abgelaufenen Monat November allerdings auf stärkere Margenerzielung. Wir haben mehr verdient, mit weniger Umsatz. Dies steht im Einklang mit unserem Vorgehen im dritten Quartal. Wir haben uns nach zahlreichen diesbezüglichen Investorenkommentaren vorgenommen, im dritten und vierten Quartal 2019 die Marge signifikant zu erhöhen und dies auch nachhaltig anzustreben.

www.4investors.de: Profitiert UniDevice auch von Trends im Zubehörmarkt für elektronische Endgeräte, wie zum Beispiel dem Boom bei kabellosen Kopfhörern wie den AirPods?

Pahl:
Ja, davon profitiert UniDevice. Unsere Hauptproduktlinie sind iPhones. Der Anteil derer, die zusätzlich zum iPhone die AirPods kaufen oder eine Apple-Uhr, steigt stetig, und damit auch unser „Zusatzumsatz“ mit diesen sogenannten „Wearables“.

www.4investors.de: In den ersten neun Monaten 2019 konnten Sie die Marge deutlich steigern. Setzt sich der Trend im vierten Quartal fort? Und wie sind die Aussichten für das kommende Jahr?

Pahl:
Im vierten Quartal setzt sich dieser Trend des deutlichen Margenwachstums fort. Im nächsten Jahr soll das höhere Margenniveau gehalten werden und der Umsatz signifikant ausgebaut werden.

www.4investors.de: Höhere Margen erzielen Zwischenhändler wie UniDevice ja vor allem mit dem Geschäft bei Geräten aus dem höherpreisigen Produkt-Segment. Wollen Sie sich irgendwann allein auf dieses Segment konzentrieren, oder ist dies faktisch unmöglich?

Pahl:
Wir sind bereits auf hochpreisige Produkte ausgerichtet. Apple-Produkte sind unsere bevorzugte Produktlinie. Mir wurde schon zugerufen, dass nun endlich eine „iPhone-Anleihe“ komme.

www.4investors.de: Wie früh müssen Sie neue Trends in den Märkten erkennen, um bei ihren B2B-Kunden zum Zuge zu kommen, oder ist das letztendlich egal für UniDevice als „Broker”?

Pahl:
Unsere Mobilfunkanbieter-Kunden erfahren täglich bei den Mobilfunkvertragsverlängerungen, welche Geräte die Konsumenten bei der Vertragsverlängerung wünschen. Unsere Aufgabe ist es dann, binnen weniger Tage die gewünschten Geräte günstig zu beschaffen. Wir erarbeiten dabei täglich eine Übersicht über die Verfügbarkeiten und Preise in Europa. Unser Geschäft findet im „hier und jetzt“ statt, die aktuellen Trends spiegeln sich darin wider. Es gibt auch von Herstellern geplante, neue Trends, die sich am Markt dann aber als Produktneuheit nicht durchsetzen. Diese „Produktneuheiten“ kommen bei uns gar nicht an.

www.4investors.de: Mit Waren zu handeln erfordert letztlich im Vergleich zu Technologie-Entwicklungen kein besonderes Know-How. Wo ist da die Eintrittsbarriere für Konkurrenten?

Pahl:
Unser Know-How sind die weltweiten und schwerpunktmäßig europaweiten Geschäftsbeziehungen zu Distributoren (unsere Lieferanten) der Gerätehersteller und Telefongesellschaften sowie B2C-Händler (unsere Kunden). Unsere Geschäftspartner schätzen es, dass durch unser Brokerage die Verfügbarkeiten, mit Preisvorteilen, optimiert werden. Die Geschäftsbeziehungen, welche über einen Zeitraum von 11 Jahren etabliert und ausgebaut wurden, sind unser Know-How. Die bestehenden, vertraulichen Geschäftsbeziehungen sind eine hohe Eintrittsbarriere.

www.4investors.de: Die Branche, in der sich UniDevice bewegt, ist zersplittert, UniDevice hat selbst nur einen kleinen Marktanteil. Welche Strategie verfolgen Sie da? Konkurrenten aufkaufen oder rein organisch wachsen?

Pahl:
Wir möchten organisch wachsen. Davon versprechen wir uns den größten Erfolg.

www.4investors.de: Die Auktion der Lizenzen für den neuen 5G-Mobilfunkstandard hat 2019 Schlagzeilen gemacht. Viele Endgeräte gibt es bisher aber nicht zu kaufen. Wann kommt 5G im Handel und damit auch bei UniDevice als „Broker” für solche Smartphones an?

Pahl:
Apple wird im September 2020 in Deutschland die nächste iPhone-Generation präsentieren. Diese Geräte werden 5G-Halbleiter enthalten. Für Q4 2020 und das Jahr 2021 erwarten wir einen Umsatzsprung.

www.4investors.de: Wie stark wird die 5G-Sonderkonjunktur ausfallen? Und wie lange wird sie Ihrer Meinung nach anhalten?

Pahl:
Nach unserer Einschätzung werden die 5G-fähigen Geräte teurer und viele Nutzer werden schneller ein Neugerät anschaffen, als sie es tun würden ohne die Aussicht auf eine 100-fach schnellere Datenübertragung. Im September 2021 wird die nächste Gerätegeneration erscheinen. Der technische Fortschritt wird weitere wesentliche Verbesserungen erbringen, so dass ich ein Ende des Wachstums in unserer Nische nicht sehe.

www.4investors.de: Haben Sie sich letztendlich auch aufgrund des erwarteten 5G-Booms für die Emission einer Anleihe entschieden, um größere Volumina bewegen zu können?

UniDevice-Vorstand Christian Pahl. Bild und Copyright: UniDevice.

UniDevice-Vorstand Christian Pahl. Bild und Copyright: UniDevice.

Pahl: Unabhängig von 5G können wir mit mehr Liquidität mehr Geschäftsvolumen abwickeln. Den 5G-Wachstumseffekt können wir mit mehr Liquidität natürlich noch weitgehender nutzen.

www.4investors.de: Welche Auswirkungen haben 20 Millionen Euro zusätzliche Liquidität auf ihr Geschäftsvolumen - und letztlich auch auf die operativen Ergebnisse?

Pahl:
Mit 10 Millionen Euro planen wir eine Verdopplung des Geschäftsvolumens. Mit 20 Millionen könnte nahezu eine Verdreifachung erreicht werden.

www.4investors.de: Was hat angesichts der Kosten von 6,5 Prozent Zinsen pro Jahr für den Zinskupon der Anleihe den Ausschlag gegeben, nicht doch lieber das Grundkapital zu erhöhen und neue Aktien von UniDevice auszugeben, statt am Markt für Unternehmensanleihen zu debütieren?

Pahl:
Die Eigenkapitalquote von UniDevice beträgt rund 75 Prozent, daher ist es sinnvoll, Fremdkapital als weitere Finanzierungsform in der Nutzung auszuweiten. Da wir bis zu 20 Prozent Rendite aus der Liquidität generieren können, ist nicht nur die Zinszahlung sicher, sondern auch die der Gesellschaft zu Gute kommende Gewinnsteigerung.

www.4investors.de: Erstaunlich war die Ankündigung, auf die Anleihe einen höheren Zins zu zahlen, sollte UniDevice gegen Transparenzvorschriften verstoßen. Da Sie das kaum vorhaben dürften und derzeit ja auch die Transparenzvorschriften des m:access übererfüllen: War das mehr als ein Marketing-Gag? Welche Gedanken stecken hinter dieser Entscheidung?

Pahl:
Wir orientieren uns bei der Ausgestaltung der Anleihekonditionen an den Marktusancen. Gegen keinen der festgelegten Covenants, also Investorenschutzrechte, möchten wir jemals verstoßen. Allerdings bieten wir den Anlegern bewusst eine Struktur mit überdurchschnittlichen Sicherheitsaspekten, um den Ansprüchen von dieser Anlegerschaft gerecht zu werden. So gibt es beispielsweise, ähnlich wie im Schuldscheindarlehensmarkt, eine Bedingung zur Eigenkapitalquote sowie auch zum Verschuldungsgrad (sogenannte Finanzkennzahlen). So ist dies auch mit den Transparenzkriterien. Wir wissen, dass auf eine offene Kommunikation gegenüber unseren Investoren während der Anleihelaufzeit besonders Wert gelegt wird. Sie haben natürlich Recht, dass UniDevice auch bereits wegen der börsennotierten Aktie nachweislich gut berichtet, beispielsweise mit den Quartalsberichten und der regelmäßigen Teilnahme am Eigenkapitalforum und weiteren Investorenveranstaltungen.

Auf einem Blick - Chart und News: UniDevice

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