Stabilitas: Goldpreis unter Druck, Minenaktien unterbewertet

01.12.2016, 15:46 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Im November ging es für den Goldpreis weiter nach unten. Das gelbe Metall verlor 8,4 Prozent und schloss bei einem Kurs von 1.168 US-Dollar pro Feinunze ab. Allein seit der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten verlor Gold fast sieben Prozent. „Wie erwartet hatte der Trump-Sieg keinen positiven Einfluss auf den Goldpreis – er hat sogar das Gegenteil bewirkt. Das Geld der Investoren floss in andere Assetklassen, insbesondere in den Aktienmarkt“, sagt Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH. Auch der weltgrößte Gold-ETF SPDR Gold Trust verzeichnete seit der Trump-Wahl Abflüsse von über zehn Prozent. Zudem setzte der starke US-Dollar die Edelmetalle zusätzlich unter Druck. Nun richtet sich der Fokus der Investoren zur Monatsmitte auf die US-Notenbank, von der eine erneute Zinsanhebung erwartet wird. „Ich sehe steigende Zinsen nach wie vor negativ für Anleihen und positiv für die Goldpreisentwicklung. Zwar sind die Anleihekurse bereits in den vergangenen Woche ngefallen, doch das Geld ist bisher noch nicht in den Goldmarkt geflossen. Dennoch laufen langfristig alle Sachwerte, also Aktien, Immobilien und Rohstoffe, bei einer expansiven Zentralbankpolitik nach oben“, sagt Siegel. Jedoch bedeute das nicht zwingend, dass sie alle gleichzeitig gut performen. „Früher oder später wird dieses Geld auch im Goldmarkt ankommen. Die Argumentation schwache Geldwerte gleich starke Sachwerte ist weiterhin gültig“, sagt Siegel. Der kleine Bruder Silber hat im November 7,6 Prozent verloren und schloss bei einem Kurs von 16,51 USD pro Feinunze ab. „Interessanterweise hat sich Silber teilweise an die Basismetalle gehängt und ist deswegen nicht stärker gefallen als Gold“, sagt Siegel.

Palladium im Höhenflug


Platin und Palladium entwickelten sich uneinheitlich. Platin verlor im vergangenen Monat 7,1 Prozent und notierte mit einem Kurs von 911 USD pro Feinunze wieder unter der psychologisch wichtigen Marke von 1.000 USD. Palladium hingegen legte im November eine beachtliche Rallye hin. Mit einem Plus von 24,1 Prozent erreichte das Industriemetall ein neues Eineinhalb-Jahres-Hoch. „Marktanalysten behaupten, dass Investoren mit einer Förderung der US-Automobilindustrie durch Trump rechnen. Ob dies wirklich der Grund für diese Rallye ist, lässt sich jedoch kaum belegen. Dafür ist der Palladium-Markt viel zu klein und wird weltweit gerademal von vier Produzenten bestimmt“, sagt Siegel.

Die Aktien der Minengesellschaften sind dem Rückgang der physischen Metalle gefolgt. Jedoch waren keine Einbrüche zu verzeichnen. „Der Sektor liefert weiterhin gute Unternehmensergebnisse. Die Situation erinnert in etwa an Ende 2015, mit fundamentalen Unterbewertungen und guten Kaufsignalen“, sagt Siegel. Ansonsten sei es zum Jahresende ruhig geworden im Minensektor. „Die Übertreibungen, die wir im Sommer gesehen haben, sind abgebaut und die Nachwirkungen der relativ umfangreichen Kapitalerhöhungen der Minengesellschaften zur Jahresmitte jetzt ein wenig spürbar. Letztendlich befindet sich der Markt zum Jahresende im neutralen, leicht unterbewerteten Bereich mit guten Kaufmöglichkeiten“, sagt Siegel.

Kupfer bricht aus


Die Basismetalle entwickelten sich positiv. Einziger Monatsverlierer war Aluminium (-0,1 Prozent) mit einem Verlust im Tagesschwankungsbereich. Nickel (+7,2 Prozent), Zink (+9,5 Prozent) und Blei (+14,6 Prozent) haben ordentliche Gewinne verbucht. Zink und Blei setzen mit einem Neun-Jahres- bzw. Fünf-Jahres-Hoch deutliche Kaufsignale. Monatssieger war jedoch Kupfer mit einem satten Plus von 20 Prozent. „Wenn wir die Entwicklung von Dr. Copper in den vergangenen Wochen als Maßstab nehmen, scheint es der Weltwirtschaft besser zu gehen, sodass Inflationssignale in den nächsten Monaten sorgfältig beobachtet werden müssen. Sicherlich haben die Ankündigungen von milliardenschweren Infrastrukturprojekten in den USA und China auch zu dem Schub für die Basismetalle an den Terminmärkten beigetragen“, sagt Siegel abschließend.

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