Solar: Wen erwischt es als nächsten?
Die Solarbranche steckt weiter in der Krise. Im Interview mit der „Wirtschaftswoche“ rechnet Solarwatt-Chef Detlef Neuhaus mit einer anhaltenden Welle von Unternehmenspleiten in der Branche. Der Dresdner Solarkonzern musste selbst eine Sanierung nach Zahlungsunfähigkeit durchlaufen. Die Aussagen des Solarmanagers Neuhaus kommen angesichts der Branchenflaute nicht überraschend, könnten zu Wochenbeginn aber nochmals Druck auf die Aktienkurse der Solarenergieunternehmen an der Börse ausüben.
Zuletzt waren einige börsennotierte Vertreter aus der Sparte der Solarprodukte-Produzenten ins Schlingern geraten. Bei Aleo Solar musste der Großaktionär Bosch unter anderem mit einem millionenschweren Darlehensverzicht stabilisierend eingreifen. Bei Sunways sind fast die Hälfte der Arbeitsplätze im Konzern in Gefahr, da das Unternehmen Produktions- und Entwicklungstätigkeiten reduzieren will, bis man wieder kostendeckend arbeitet. Maschinenbauer Manz muss aufgrund der nur schleppend laufenden Geschäfte mit der Solarbranche ebenfalls Personal abbauen, wenngleich in deutlich geringerem Umfang als Sunways. Beim Wechselrichterhersteller SMA Solar wurden vor einigen Wochen ebenfalls massive Einschnitte angekündigt. Und mit Photon hat jüngst ein Informationsdienst der Branche Insolvenz anmelden müssen. Die Kette der Hiobsbotschaften ließe sich problemlos weiterführen.
/medienpool/unternehmen/solarworld/solarworld-logo.gif title="Bildquelle und Copyright: Solarworld" class=textbild />Und selbst Solarworld-Chef Frank Asbeck, der sich bisher stets geweigert hat, seinen Anteil an dem Bonner Konzern zu reduzieren, fasst unter dem Eindruck hoher Verluste im laufenden Jahr mittlerweile den möglichen Einstieg eines finanzkräftigen Partners ins Auge. Experten stellen mittlerweile in Frage, ob Solarworld mit dem derzeitigen Geschäftsmodell überlebensfähig ist. Derweil berichtet Asbeck von einem besser laufenden US-Geschäft – hier schützen mittlerweile Importzölle vor der asiatischen Billigkonkurrenz. Erst im kommenden Jahr wird feststehen, ob auch die EU ähnliche Zölle erheben wird. Und ob 2013 auf dem US-Markt eine ähnliche Entwicklung zu sehen ist wie 2012, bleibt fraglich.
