Rheinmetall Aktie: Reißt die Bundeswehr eine Milliardenlücke?
Kurz vor den Quartalszahlen von Rheinmetall, die am Donnerstag auf dem Kalender stehen, rückt ein mögliches Problem bei der Auftragsvergabe durch die Bundeswehr in den Mittelpunkt. Nach einem Bericht des Branchendienstes „hartpunkt.de”, wir berichteten bereits, könnte sich ein Großauftrag für Boxer-Radfahrzeuge in das kommende Jahr hinein verzögern. Berenberg warnt deshalb vor erheblichen Auswirkungen auf den Auftragseingang und den freien Cashflow des Rüstungskonzerns. Jefferies erwartet dagegen ein solides drittes Quartal, insbesondere dank des Waffen- und Munitionsgeschäfts. Die beiden Analystenhäuser bewerten die Rheinmetall Aktie unterschiedlich: Berenberg bleibt bei „Hold“ mit einem Kursziel von 1.020 Euro, Jefferies bestätigt „Buy“ mit 1.350 Euro. Der Durchschnitt von 1.185 Euro liegt 18,7 Prozent über dem aktuellen XETRA-Kurs von 998,30 Euro.
Kursziele der Analysten zur Rheinmetall Aktie
| Analyst | Votum | Kursziel | Potenzial |
|---|---|---|---|
| Berenberg | Hold | 1.020,00 Euro | +2,2 % |
| Jefferies | Buy | 1.350,00 Euro | +35,2 % |
| Durchschnitt (2 Häuser) | 1.185,00 Euro | +18,7 % |
Nach Einschätzung von Berenberg hätte eine Verschiebung des Boxer-Auftrags erhebliche Konsequenzen für die Jahresziele. Sollte der Vertrag nicht mehr 2026 zustande kommen, würde Rheinmetall das angestrebte Auftragsvolumen für das laufende Jahr verfehlen. Belastend wäre nach Berechnungen des Analystenhauses der mögliche Ausfall der damit verbundenen Vorauszahlungen. Der freie Cashflow könnte dadurch mit bis zu rund 3 Milliarden Euro in Mitleidenschaft gezogen werden. Dabei handelt es sich bislang um ein Risikoszenario auf Grundlage des Berichts über eine mögliche Verzögerung, nicht um eine bestätigte Verschiebung des Auftrags. Berenberg sieht beim Kursziel von 1.020 Euro lediglich 2,2 Prozent Spielraum gegenüber der aktuellen Börsennotierung.
Jefferies konzentriert sich vor der Zahlenvorlage auf die operative Entwicklung des dritten Quartals, hatte die Analyse aber bereits vor dem Bekanntwerden der möglichen Verzögerungen beim „Arminius”-Auftrag für die Boxer-Radpanzer veröffentlicht. Das Analystenhaus rechnet mit einem soliden Geschäftsverlauf und erwartet insbesondere aus dem Waffen- und Munitionsgeschäft positive Beiträge. Für die weitere Bewertung der Rüstungsaktie dürften jedoch weniger die zurückliegenden Quartalsergebnisse als vielmehr die Aussagen des Managements zum erwarteten Auftragsbestand entscheidend sein. Jefferies hält an seiner Kaufempfehlung für den DAX-Titel und dem Kursziel von 1.350 Euro fest, das 35,2 Prozent über dem aktuellen Aktienkurs liegt.
Damit erhält die Frage nach dem Zeitpunkt größerer Vertragsabschlüsse zusätzliche Bedeutung. Während Jefferies auf die weiterhin günstigen Geschäftsaussichten im Rüstungsbereich setzt, macht Berenberg deutlich, wie stark einzelne Großaufträge die Erfüllung der Jahresziele und die Entwicklung der Mittelzuflüsse beeinflussen können. Ob sich die berichtete Verzögerung beim Boxer-Projekt tatsächlich abzeichnet, bleibt vorerst offen.
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