Börse am Morgen: Apple, Hugo Boss, Ryanair, US-Midterm und Ölpreis - Nord/LB
Der deutsche Einzelhandel hat im September einen deutlichen Dämpfer erhalten. Die Umsätze sanken gegenüber August real um 2,0% und nominal um 1,5%. Im Vorjahresvergleich lagen die realen Erlöse 2,3% niedriger. Sowohl Lebensmittel (-1,4%) als auch Nicht-Lebensmittel (-2,4%) und der Onlinehandel (-2,2%) verzeichneten reale Monatsrückgänge. Gegenüber dem Vorjahr blieb der Internet- und Versandhandel mit einem realen Plus von 4,4% dagegen auf Wachstumskurs.
Deutschland fehlen laut Ifo-Institut wichtige Voraussetzungen, um das Wachstumspotenzial von KI auszuschöpfen. Als Schwächen gelten vor allem der kleine Hightech-Sektor, die schleppende Digitalisierung der Verwaltung und ein Bildungssystem, das sich nur langsam an den technologischen Wandel anpasst. Der IKT-Sektor trägt lediglich 4,6% zur deutschen Bruttowertschöpfung bei. Zudem weist Deutschland bei IKTDienstleistungen ein hohes Auslandsdefizit auf: 2025 überstiegen die Importe die Exporte um USD 11 Mrd.
Tagesausblick
Heute werden fast alle Augen auf die Zwischenwahlen in den USA gerichtet sein. Es gibt guten Grund zu der Annahme, dass zumindest das Repräsentantenhaus von den Demokraten übernommen werden könnte, auch wenn es sich gebietet auf die finalen Daten zu warten. In der Vergangenheit war es jedenfalls häufig so, dass jene Partei die Sitzmehrheit in einer der Kammern im Kongress erringen konnte, die bei der letzten Präsidentschaftswahl nicht gewonnen hat. Morgen Vormittag sollten wir aber Klarheit haben, wie es wirtschaftspolitisch in den USA weitergehen wird.
Renten- und Aktienmärkte
Sinkende Ölpreise und damit nachlassende Inflationssorgen ließen am Montag die Kurse an den Rentenmärkten dies- und jenseits des Atlantikssteigen. Robuste US-Konjunkturdaten und anhaltende Erwartungen einer Fed-Zinserhöhung im Dezember begrenzten andererseits jedoch das Aufwärtspotenzial.
Ebenfalls gestützt von den sinkenden Ölpreisen legten die europäischen Aktienmärkte gestern zu. Allerdings verlief der Handel in ruhigen Bahnen. Die meisten Anleger hielten sich vor den gestern Abend veröffentlichten Apple-Zahlen und den heutigen Midterms zurück. DAX +0,63%; MDAX +1,26; TecDAX +0,60%.
Die Wall Street tendierte dagegen überwiegend schwächer. Vor allem im Technologiebereich hielt sich die Sorge der Monetarisierung der hohen KI-Ausgaben. Zudem belastete die Unsicherheit vor den heutigen Zwischenwahlen die Märkte. Immerhin gelang es aber dem Dow Jones Industial dank des gestrigen Ölpreisrückgangs den Handelstag mit positiven Vorzeichen zu beenden. Dow Jones +0,41%; S&P500 -0,51; Nasdaq Comp. -1,07%.
Unternehmen
Ryanair hat im wichtigen Sommerquartal (Juli – Sept.) wie von Analysten erwartet einen Rückgang des Nettogewinns um 6% auf EUR 1,61 Mrd. verbucht, während die durchschnittlichen Ticketpreise um 2% nachgaben. Im laufenden Quartal ziehen die Flugpreise wieder leicht an. Belastend bleiben vor allem die Treibstoffkosten. Für das bis März 2028 laufende nächste Geschäftsjahr rechnet Ryanair mit einer um rund EUR 2 Mrd. höheren Treibstoffrechnung. Zwar erwartet die Airline 2027 zweistellige Ticketpreiserhöhungen, diese dürften die Mehrkosten jedoch nicht vollständig kompensieren. Daher plant Ryanair zusätzliche Einsparungen bei Personal, Creweinsatz und Verwaltung.
Apple steigerte in Q3 den Umsatz um 12% auf USD 114,48 Mrd. und den Gewinn je Aktie um 13,5% auf USD 2,10, womit die Erwartungen übertroffen wurden. Rekordwerte erzielte der Konzern unter anderem im Servicegeschäft mit USD 31,57 Mrd. und im iPhone-Geschäft mit USD 57,58 Mrd. Der Ausblick für Q4 enttäuschte jedoch: Das Servicewachstum soll sich auf 8 bis 9% abschwächen, während die Bruttomarge aufgrund höherer Speicherchipkosten auf 45 bis 46% sinken dürfte.
Hugo Boss berichtet für Q3 einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 5% auf EUR 946 Mio. Das EBIT gab von EUR 91 Mio. auf EUR 81 Mio. nach. Das Management senkte daraufhin die Jahresprognose und erwartet nun einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im hohen (zuvor mittleren bis hohen) einstelligen Prozentbereich. Die EBITPrognose wurde um EUR 50 Mio. auf EUR 250 bis 300 Mio. reduziert. Belastend wirken höhere Abschreibungen auf IT-Assets sowie vorsichtigere Annahmen zur Konsumnachfrage.
Devisen und Rohstoffe
Medienberichte über verstärkte diplomatische Bemühungen und iranische Verhandlungsbereitschaft ließen die Ölpreise gestern um bis zu 8% einbrechen.
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