aap Implantate: „Erstmals alle wesentlichen Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum erfüllt”
Die aap implantate AG will mit einer Kapitalerhöhung bis zu 2,01 Millionen Euro einnehmen. Der Berliner Medizintechnikhersteller plant die Ausgabe von bis zu 1.486.563 neuen Aktien zum Bezugspreis von jeweils 1,35 Euro. Die Bezugsfrist läuft voraussichtlich vom 6. bis 20. November 2026, wobei Aktionäre auch zusätzliche Aktien im Überbezug zeichnen können. Das Grundkapital würde bei vollständiger Platzierung von 14,72 Millionen Euro auf 16,20 Millionen Euro steigen. Zusätzlich plant aap eine Sachkapitalerhöhung um bis zu 1,35 Millionen Euro, bei der Aktionärsdarlehen über nominal 1,7 Millionen Euro in Eigenkapital umgewandelt werden sollen. Dafür ist noch eine gerichtlich angeordnete Sacheinlagenprüfung erforderlich.
Die Maßnahmen sollen die Liquidität stärken, die Verschuldung reduzieren und Investitionen finanzieren. Hierbei steht vor allem die Finanzierung der nächsten Entwicklungs- und Vertriebsschritte im Fokus.
Operativ meldet aap für das dritte Quartal 2026 einen Umsatzanstieg auf 3,3 Millionen Euro nach 2,8 Millionen Euro im Vorquartal. Gegenüber dem Vorjahresquartal ergibt sich ein leichtes Wachstum. In den ersten neun Monaten lag der Umsatz damit noch 2,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau, nachdem der Rückgang zur Jahresmitte 5 Prozent betragen hatte. Das EBITDA verbesserte sich nach Unternehmensangaben ebenfalls und erreichte auf Neunmonatsbasis einen positiven Wert nach IFRS. Eine konkrete Ergebniszahl nennt aap in der Mitteilung nicht. Das US-Geschäft steigerte seinen Umsatz in den ersten neun Monaten um 15 Prozent in lokaler Währung beziehungsweise 13 Prozent auf Eurobasis. Die amerikanische Tochtergesellschaft erzielte erstmals ein positives lokales Ergebnis. „Zusätzliche Dynamik zeigte sich im Juli 2026 mit dem höchsten Auftragseingang im Jahr 2026”, so das Unternehmen am Montag.
aap Implantate bestätigt Jahresprognose
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet aap weiterhin einen Umsatz zwischen 11,5 und 14,5 Millionen Euro sowie ein EBITDA zwischen minus 1,0 und plus 1,5 Millionen Euro. Beim EBITDA rechnet der Vorstand mit einem positiven Ergebnis im mittleren Bereich der Prognosespanne. Ab 2027 strebt das Unternehmen ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich an. Grundlage dafür sollen neue Implantatsysteme, zusätzliche Produktionskapazitäten und ein erweiterter internationaler Vertrieb sein. Die geplanten Investitionen in Maschinen und Automatisierung sollen bis 2028 umgesetzt werden.
Seit März 2026 ist das gesamte bestehende Produktportfolio des Berliner Unternehmens nach der europäischen Medizinprodukteverordnung MDR zertifiziert. Ende des zweiten Quartals brachte aap mit LOQTEQ VA Elbow ein neues Implantatsystem auf den Markt, für LOQTEQ VA Proximal Humerus liegt eine FDA-Zulassung vor. Weitere Produkteinführungen sind bis 2028 vorgesehen. Zugleich hat das Unternehmen seine Kostenstruktur in den vergangenen Jahren reduziert: Der EBITDA-Verlust sank von 5,1 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 0,64 Millionen Euro im Jahr 2025.
„Nach Jahren intensiver Restrukturierungsarbeit sehen wir heute erstmals alle wesentlichen Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum erfüllt: ein vollständig MDR-zertifiziertes Portfolio, eine deutlich verbesserte operative Profitabilität, neue Produkte im Markt und eine gestärkte internationale Vertriebsorganisation. Die Kapitalerhöhung soll uns ermöglichen, diese Chancen schneller zu realisieren und die nächste Entwicklungsstufe von aap einzuleiten”, so Rubino Di Girolamo, Vorstandsvorsitzender (CEO) der aap Implantate AG.
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