Milliardenhack bei Binance – für Bitcoin gibt es keinen Notfallknopf - DZ BANK
Die weltgrößte Kryptobörse Binance ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Der Schaden beläuft sich nach bisherigen Angaben auf rund 6,3 Milliarden US-Dollar. Betroffen ist nicht die Blockchain selbst, sondern die IT-Infrastruktur der Börse. Möglicherweise öffnete ein kompromittierter Laptop eines Mitarbeiters den Angreifern die Tür. Diese missbrauchten so offenbar die Auszahlungsfunktion der Börse.
Der Fall weckt Erinnerungen an die frühere Handelsplattform Mt. Gox, die 2014 nach dem Verlust von rund 850.000 Bitcoin Insolvenz anmeldete. Bei der Aufklärung ist der Markt heute weiter. Analyseunternehmen können verdächtige Transaktionen auf der Blockchain verfolgen. Aufhalten lassen sie sich damit aber nicht. Bei zentral herausgegebenen Stablecoins wie Tether oder Circle können die Emittenten betroffene Adressen sperren. Bitcoin hat keine solche Instanz. Die gestohlenen Coins bleiben sichtbar, aber nicht sperrbar. Zugriff besteht erst, wenn sie bei kooperierenden Handelsplätzen ankommen.
Die Verwahrung über Börsen bleibt zudem mit einem Gegenparteirisiko verbunden. Selbstverwahrung verlagert die Verantwortung auf den Anleger. Auch regulierte Verwahrer können Risiken senken, aber nicht komplett ausschließen. Für die gesamte Finanzbranche ist der Vorfall ein weiterer Weckruf: Robuste IT-Infrastrukturen entscheiden über das Vertrauen in digitale Finanzmärkte.
Der Angriff drückte auch auf den Kryptomarkt. Der Kurs des Binance Coin verlor zeitweise mehr als acht Prozent und fiel auf rund 693 US-Dollar. Bitcoin rutschte um knapp fünf Prozent in Richtung 77.000 US-Dollar, Ether gab um knapp sechs Prozent nach. Gleichzeitig haben die niedrigeren Kurse aber schon wieder für Kaufinteresse gesorgt.
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