Gerresheimer: Quartalsumsatz steigt, doch Margen bleiben unter Druck
Gerresheimer hat im dritten Quartal 2026 wieder ein Umsatzwachstum erzielt, kämpft aber weiterhin mit einer schwachen Profitabilität. Nach vorläufigen Zahlen stiegen die Erlöse einschließlich der zum Verkauf stehenden Geschäftsbereiche um 8 Prozent auf 605 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA ging leicht von 106 auf 103 Millionen Euro zurück, die Marge sank von 19,0 auf 17,1 Prozent. Auf Neunmonatssicht fällt die Ergebnisentwicklung deutlich schwächer aus: Bei einem Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau fiel das bereinigte EBITDA von 331 auf 272 Millionen Euro. Die Marge verringerte sich von 19,4 auf 15,9 Prozent. Die Vergleichswerte des Vorjahres wurden angepasst.
„Umsatzzuwächse im 3. Quartal 2026, ein stabiles Adjusted EBITDA im Vergleich zum Vorjahresquartal und eine wesentlich verbesserte Finanzlage durch den erfolgreichen Abschluss des Centor-Verkaufs im Oktober zeigen die Fortschritte unserer Transformation. Die nächsten Meilensteine werden der Vollzug des Verkaufs des Primary-Packaging-Plastics-Geschäfts und eine umfassende Refinanzierung sein“, sagt Wolf Lehmann, CFO der Gerresheimer AG.
Wachstumstreiber bleibt das Geschäft mit Systemen für die Verabreichung von Medikamenten. Im Segment Containment & Delivery Systems stieg der Neunmonatsumsatz von 876 auf 917 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA verbesserte sich von 194 auf 211 Millionen Euro. Deutlich schwieriger verlief die Entwicklung in den beiden anderen Sparten. Bei Primary Injectable Solutions halbierte sich das bereinigte EBITDA von 69 auf 32 Millionen Euro, während Moulded Glass einen Rückgang von 91 auf 52 Millionen Euro verzeichnete. Neben der schwachen Nachfrage belasteten der Abbau von Lagerbeständen und die damit verbundene geringere Kapazitätsauslastung. Gerresheimer hat deshalb Maßnahmen zur Verbesserung der Profitabilität eingeleitet, darunter die Schließung eines Glaswerks in den USA.
Für das vierte Quartal erwartet Gerresheimer eine weitere Ergebnisverbesserung und hält an seiner bisherigen Jahresprognose fest. Parallel treibt der Düsseldorfer Konzern den Umbau seines Portfolios und seiner Finanzierung voran. Nach dem im Oktober abgeschlossenen Verkauf von Centor soll die Veräußerung des Geschäfts mit Kunststoff-Primärverpackungen (PPP) nun bereits im ersten Quartal 2027 vollzogen werden. Anschließend steht eine umfassende Refinanzierung an. Die endgültigen Zahlen für das dritte Quartal und die ersten neun Monate will Gerresheimer voraussichtlich im Dezember veröffentlichen.
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