Aixtron Aktie: Der Auftragsboom ist da – jetzt muss die Produktion nachziehen
Aixtron profitiert von kräftig steigenden Investitionen in optische Datenverbindungen für KI-Rechenzentren. Im dritten Quartal verdoppelte sich der Auftragseingang auf 274,9 Millionen Euro mehr als, der Auftragsbestand erreichte 549 Millionen Euro. Die Nachfrage ist damit deutlich stärker als bislang von mwb research erwartet. Allerdings könnte der Anlagenbauer 2027 an die Grenzen seiner Produktionskapazitäten stoßen und deshalb nicht sämtliche Bestellungen so schnell wie gewünscht ausliefern. Das Analystenhaus bestätigt dennoch seine Kaufempfehlung für die Aixtron Aktie mit einem Kursziel von 45 Euro. Beim aktuellen XETRA-Kurs von 33,77 Euro entspricht dies einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von 33,3 Prozent.
Die endgültigen Quartalszahlen entsprechen weitgehend den bereits veröffentlichten Eckdaten. Der Umsatz stieg um 54 Prozent auf 183,6 Millionen Euro, während sich der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahr um 122 Prozent erhöhte. Die EBIT-Marge erreichte 31 Prozent, begünstigt durch einen vorteilhaften Produkt- und Regionalmix sowie die bessere Auslastung. Besonders auffällig entwickelte sich der freie Cashflow, der um 226 Prozent auf 128 Millionen Euro zulegte. Der operative Cashflow erreichte 138 Millionen Euro nach einem Anstieg um 219 Prozent. Wesentlichen Anteil daran hatten Kundenvorauszahlungen von 110 Millionen Euro, die den Liquiditätsbedarf durch höhere Forderungen und niedrigere Lieferantenverbindlichkeiten mehr als ausglichen. Der Nettogewinn stieg um 172 Prozent auf 35 Millionen Euro. Gegenüber dem zweiten Quartal erhöhte sich der Anlagenauftragsbestand von 457 auf 549 Millionen Euro.
Die Nachfrage konzentriert sich weiterhin auf die Optoelektronik, die im dritten Quartal 68 Prozent der Anlagenbestellungen ausmachte. Treiber sind vor allem Kapazitätserweiterungen bestehender Kunden für optische Verbindungen in KI-Rechenzentren. Neben dem etablierten Markt für 800G-Transceiver beginnen inzwischen auch Investitionen in die nächste Generation mit 1,6 Terabit pro Sekunde. mwb research hält deshalb einen vierteljährlichen Auftragseingang von rund 275 Millionen Euro über mehrere Quartale für möglich. Bislang hatten die Analysten mit Werten oberhalb von 200 Millionen Euro gerechnet. Erste Erholungssignale gibt es zudem in der Leistungselektronik: Hier stiegen die Bestellungen gegenüber dem Vorquartal um 53 Prozent von 43 auf 66 Millionen Euro. Neben neuen Kapazitätsaufträgen für Siliziumkarbid-Anwendungen wächst das Interesse an Galliumnitrid-Technologien für die Stromversorgung von KI-Systemen. Größere Umsatzbeiträge aus diesem Bereich erwartet mwb research allerdings erst 2028.
Aixtron: Fast 50 Prozent Umsatzwachstum für 2027 erwartet
Die entscheidende Herausforderung liegt nach Einschätzung von mwb research nun im Ausbau der Fertigung. Lieferketten und Produktionskapazitäten müssen mit der hohen Nachfrage Schritt halten. Das neue Werk in Malaysia soll erst gegen Ende 2027 mit Auslieferungen beginnen und die Fertigungskapazität bis 2028 um etwa 25 bis 30 Prozent erhöhen. Für 2027 halten die Analysten deshalb einen Umsatz von rund 850 Millionen Euro für erreichbar, sehen bei einem schnelleren Produktionshochlauf aber zusätzliches Potenzial. Derzeit prognostiziert mwb research für 2026 einen Umsatz von 573,2 Millionen Euro nach 556,6 Millionen Euro im Vorjahr. Das EBIT soll von 100,3 auf 121,5 Millionen Euro steigen, das Ergebnis je Aixtron Aktie von 0,75 auf 0,76 Euro. Die Dividende könnte von 0,15 auf 0,19 Euro erhöht werden.
Für 2027 erwartet mwb research einen Umsatzsprung um 47 Prozent auf 842,7 Millionen Euro. Das EBITDA soll 231,6 Millionen Euro und das EBIT 210,7 Millionen Euro erreichen, während der Gewinn je Aktie auf 1,31 Euro steigen dürfte. Für 2028 stehen 960,6 Millionen Euro Umsatz, 284,3 Millionen Euro EBITDA, 262,3 Millionen Euro EBIT und 1,63 Euro Gewinn je Aktie in den Prognosen. Die Dividende wird für 2027 auf 0,17 Euro und für 2028 auf 0,18 Euro geschätzt. Gleichzeitig rechnen die Analysten mit einem Ausbau der Nettoliquidität von 221,7 Millionen Euro Ende 2025 auf 304,7 Millionen Euro Ende 2026 und 368,5 Millionen Euro Ende 2028. Die Schätzungen für 2027 und 2028 wurden nur geringfügig verändert. Für die erwartete Ergebnissteigerung bleibt entscheidend, wie schnell Aixtron den hohen Auftragsbestand in Umsätze umsetzen kann.
Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: Aixtron.
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