Aixtron: KI-Boom lässt Aufträge explodieren
Aixtron erlebt durch den Ausbau von KI-Rechenzentren einen kräftigen Nachfrageschub. Im dritten Quartal 2026 sprang der Auftragseingang um 122 Prozent auf 274,9 Millionen Euro, während der Umsatz um 54 Prozent auf 183,6 Millionen Euro stieg. Noch stärker legte das operative Ergebnis zu: Das EBIT erhöhte sich von 15,4 auf 56,7 Millionen Euro, die EBIT-Marge kletterte von 13 auf 31 Prozent. Neben dem höheren Umsatz profitierte der Anlagenbauer von einem günstigeren Produkt- und Regionalmix. Besonders gefragt sind Produktionsanlagen für optische Komponenten, die schnelle Datenverbindungen zwischen KI-Rechenzentren ermöglichen.
Die starke Auftragsdynamik verändert auch das Bild der Neunmonatszahlen. Während der Umsatz von Januar bis September noch um 3 Prozent auf 358,1 Millionen Euro zurückging, erhöhte sich der Auftragseingang um 76 Prozent auf 660,9 Millionen Euro. Der Anlagenauftragsbestand erreichte Ende September 549,4 Millionen Euro und lag damit fast doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. Das Neunmonats-EBIT des Tech-Unternehmens aus Herzogenrath bei Aachen verbesserte sich von 42,3 auf 49,1 Millionen Euro, während Aixtrons Konzernüberschuss von 37,3 auf 32,6 Millionen Euro sank.
Der Free Cashflow stieg dank hoher Kundenvorauszahlungen von 110,3 auf 289,9 Millionen Euro. „Unsere starke Finanzposition verschafft uns die strategische Flexibilität, die Weiterentwicklung von Aixtron voranzutreiben. Sie ermöglicht es uns, in unsere Technologie-Roadmap zu investieren, unsere Fähigkeiten zu stärken und unsere Position in attraktiven Wachstumsmärkten weiter auszubauen”, so Christian Danninger, Finanzvorstand bei Aixtron.
Aixtron erwartet starkes Wachstum im Jahr 2027
Rund 68 Prozent des Anlagenauftragseingangs im dritten Quartal entfielen auf die Optoelektronik, weitere 24 Prozent auf die Leistungselektronik. Neben der Nachfrage nach optischen Hochgeschwindigkeitsverbindungen für KI-Rechenzentren sieht Aixtron erste Anzeichen einer Erholung bei Anlagen für Galliumnitrid- und Siliziumkarbid-Halbleiter. Zusätzliche Aufträge für Kapazitätserweiterungen und eine wachsende Projektpipeline stützen diese Einschätzung. Um die Bestellungen abzuarbeiten, fährt Aixtron seine Produktion hoch. Auch der Aufbau eines neuen Fertigungsstandorts im malaysischen Penang verläuft nach Unternehmensangaben planmäßig.
Für 2026 bestätigt Aixtron die Prognose eines Umsatzes von 560 Millionen Euro mit einer Bandbreite von jeweils 30 Millionen Euro. Die Bruttomarge soll rund 42 Prozent erreichen, die EBIT-Marge zwischen 17 und 20 Prozent liegen. Nach neun Monaten steht eine EBIT-Marge von 14 Prozent zu Buche. Für 2027 erwartet der Vorstand ein starkes Wachstumsjahr, das vor allem von der Optoelektronik getragen werden soll. Der hohe Auftragsbestand reicht nach Unternehmensangaben bereits weit in das kommende Jahr hinein. Auch beim Auftragseingang rechnet Aixtron in den nächsten Quartalen mit einem anhaltend hohen oder weiter steigenden Niveau.
Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: Aixtron.
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