Rheinmetall: Neuer Schakal-Großauftrag bringt mehrere Hundert Millionen Euro
Rheinmetall erhält weitere Aufträge für den Radschützenpanzer Schakal und sichert sich damit zusätzliches Geschäft im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die europäische Rüstungsagentur OCCAR hat beim Gemeinschaftsunternehmen Artec von Rheinmetall und KNDS Deutschland insgesamt 69 weitere Fahrzeuge bestellt. Davon sind 35 für die Bundeswehr und 34 für die niederländischen Streitkräfte vorgesehen. Die Auslieferung ist nach derzeitiger Planung allerdings erst zwischen Mai 2032 und November 2033 vorgesehen.
Bei der Bestellung handelt es sich um die Ausübung bereits vereinbarter Vertragsoptionen. Der ursprüngliche Auftrag aus dem Oktober 2025 umfasste 222 Schakal-Panzer sowie Optionen für bis zu 200 zusätzliche Fahrzeuge. Mit der jetzigen Bestellung erhöht sich das Auftragsvolumen auf insgesamt 291 Radschützenpanzer. Für Rheinmetall bedeutet dies zusätzliche Planungssicherheit über mehrere Jahre. Die parlamentarische Zustimmung zur ersten Optionsauslösung hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages bereits im Juni 2026 erteilt.
Schakal verbindet Boxer-Fahrgestell mit Puma-Turm
Der Schakal basiert auf dem Fahrgestell des Radpanzers Boxer und nutzt den Turm des Schützenpanzers Puma. Das 8x8-Fahrzeug ist für die sogenannten Mittleren Kräfte ausgelegt, die größere Entfernungen eigenständig zurücklegen und dabei über eine hohe Feuerkraft verfügen sollen. Zur Bewaffnung gehören die 30-Millimeter-Maschinenkanone MK 30-2/ABM von Rheinmetall sowie der Panzerabwehrlenkflugkörper MELLS. Durch die gemeinsame technische Basis mit der Boxer-Fahrzeugfamilie sollen sich unter anderem Vorteile bei Ausbildung und Logistik ergeben.
Das deutsch-niederländische Beschaffungsprogramm bindet neben Rheinmetall und KNDS auch weitere deutsche Rüstungsunternehmen wie MTU und Hensoldt sowie zahlreiche Zulieferer ein. Zentrale Baugruppen und Komponenten werden an deutschen Standorten gefertigt. Darüber hinaus steht mit dem geplanten Boxer-Großprogramm „Arminius“ ein weiteres mögliches Beschaffungsvorhaben im Raum. Für den Fall einer entsprechenden Beauftragung hat die deutsche Industrie nach Angaben von Rheinmetall eine beschleunigte Lieferung optional bestellter Fahrzeuge zugesichert.
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