Baader Bank: Gewinn halbiert sich – Margendruck im Wertpapierhandel
Die Baader Bank bekommt den schärferen Wettbewerb im Wertpapierhandel und den Verlust eines wichtigen Kooperationspartners zu spüren. In den ersten neun Monaten 2026 sank das Vorsteuerergebnis von 57,1 auf 25,6 Millionen Euro und damit um gut 55 Prozent. Der Konzerngewinn fiel von 39,2 auf 17,9 Millionen Euro, das Ergebnis je m:access-notierter Baader Bank Aktie von 0,80 auf 0,37 Euro. Die Gesamterträge gingen um 16 Prozent auf 191,2 Millionen Euro zurück. Zwar konnte die Bank ihre Aufwendungen von 171,3 auf 165,6 Millionen Euro reduzieren, den Ertragsrückgang aber nicht ausgleichen.
Besonders deutlich zeigt sich der Druck im Handelsgeschäft, dessen Ergebnis von 95,1 auf 76,4 Millionen Euro sank. Obwohl die Handelsumsätze insgesamt etwa auf Vorjahresniveau blieben und Baader Marktanteile im Market Making hinzugewann, belasteten niedrigere Margen das Ergebnis. Auch das Provisionsgeschäft lieferte mit 73,3 Millionen Euro weniger ab als im Vorjahr mit 85,4 Millionen Euro. Das Zinsergebnis ging von 31,6 auf 26,0 Millionen Euro zurück. Gleichzeitig investiert die Bank in neue Handelsangebote und die technische Infrastruktur, wodurch der Sachaufwand auf 85,3 Millionen Euro stieg.
Baader Bank plant Aktienhandel von Mitternacht bis 23 Uhr
Neue Geschäftsmöglichkeiten will sich die Baader Bank mit einer erheblichen Ausweitung ihrer Handelszeiten erschließen. Ab dem ersten Quartal 2027 sollen Anleger montags bis freitags jeweils von 0 bis 23 Uhr ausgewählte deutsche und internationale Aktien sowie ETFs über Baader Trading handeln können. Bisher beginnt der Handel um 7:30 Uhr. Der bereits angebotene außerbörsliche Samstagshandel bleibt bestehen. Daneben baut die Bank ihr Geschäft mit digitalen Vermögenswerten aus und hat sich mit 9,9 Prozent am Krypto-Handelspartner Hyphe beteiligt. An dem Kryptoverwahrer Tangany hält Baader bereits seit 2025 ebenfalls 9,9 Prozent.
Bei den Münchenern bleibt die Kapitalausstattung stabil. Das Eigenkapital erhöhte sich seit Jahresbeginn von 232,9 auf 241,1 Millionen Euro, die vorläufige Gesamtkapitalquote erreichte Ende September 22,94 Prozent nach 22,29 Prozent zum Jahresende 2025. Die Eigenkapitalrendite nach Steuern fiel allerdings von 27,6 auf 10,2 Prozent. Mit längeren Handelszeiten, neuen Kooperationen und dem Ausbau des Kryptogeschäfts will die Bank ihre Ertragsbasis verbreitern. Die vorgelegten Neunmonatszahlen sind vorläufig und ungeprüft.
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