Vonovia kappt die Ziele – hohe Zinsen belasten Immobiliengeschäft
Vonovia muss seine Erwartungen für die kommenden Jahre zurückschrauben. Der Immobilienkonzern senkt das Ziel für das organische Mietwachstum 2028 von rund 5 auf 4,5 Prozent und rechnet auch bei Umsatz und Gewinn mit einer schwächeren Entwicklung als bisher geplant. Besonders das Geschäft mit Immobilienverkäufen und Projektentwicklungen leidet unter den gestiegenen Finanzierungskosten für Käufer. Für 2027 erwartet Vonovia beim bereinigten EBITDA lediglich einen leichten Anstieg gegenüber 2026, während Analysten bislang mit 3,098 Milliarden Euro gerechnet hatten. Auch 2028 soll das EBITDA nur noch das untere Ende der bisherigen Zielspanne von 3,2 bis 3,5 Milliarden Euro erreichen.
Bereits für das laufende Geschäftsjahr werden die Erwartungen vorsichtiger. Vonovia rechnet 2026 mit einem organischen Mietwachstum von rund 3,8 Prozent statt bislang etwa 4 Prozent. Das bereinigte EBITDA soll in der unteren Hälfte der bisherigen Prognosespanne von 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro liegen, das bereinigte Vorsteuerergebnis am unteren Ende der Spanne von 1,9 bis 2,0 Milliarden Euro. Auch beim operativen Free Cashflow gibt es einen Rückschritt: Statt eines Wertes auf Vorjahresniveau erwartet der Konzern nun einen moderaten Rückgang. Die geplanten Investitionen werden von 1,4 auf 1,3 Milliarden Euro reduziert. Positiv entwickelt sich dagegen das Vermietungsgeschäft, dessen Einnahmen die obere Hälfte der bisherigen Prognosespanne von 3,45 bis 3,55 Milliarden Euro erreichen sollen.
Vonovia erwartet auch 2027 kaum Gewinnwachstum
Der erstmals veröffentlichte Ausblick für 2027 zeigt, dass Vonovia nicht mit einer schnellen Erholung des Transaktionsgeschäfts rechnet. Das bereinigte Vorsteuerergebnis soll ungefähr auf dem Niveau von 2026 bleiben, ebenso die bereinigten Shareholder Earnings. Die Mieteinnahmen sollen auf 3,55 bis 3,65 Milliarden Euro steigen, das organische Mietwachstum rund 4 Prozent erreichen. Damit liegt die Erwartung beim Mietwachstum deutlich unter dem bisherigen Analystenkonsens von 4,8 Prozent. Belastend wirken neben dem schwachen Verkaufsgeschäft auch höhere Finanzierungskosten, die das Finanzergebnis beeinträchtigen. Für 2027 plant Vonovia Investitionen von rund 1,5 Milliarden Euro.
Auch die längerfristigen Ziele werden von der Entwicklung am Immobilienmarkt eingeholt. Für 2028 erwartet Vonovia Mieteinnahmen lediglich auf dem Niveau von 2027, während bisher 3,7 bis 3,8 Milliarden Euro angepeilt worden waren. Das bereinigte Vorsteuerergebnis soll ebenfalls gegenüber 2027 stagnieren. Die Investitionsplanung für 2028 sinkt von rund 2 auf 1,7 Milliarden Euro. Weniger Neubauprojekte für den eigenen Bestand und eine schwächere Entwicklung der Mietspiegel bremsen das künftige Mietwachstum. Die vollständigen Neunmonatszahlen will Vonovia am 4. November veröffentlichen.
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