BENO Holding Aktie: Kapitalerhöhung soll Immobilienportfolio kräftig wachsen lassen
Die Beno Holding will ihr Immobilienportfolio deutlich ausbauen und setzt dafür neben frei gewordenen Finanzierungsmitteln auf eine laufende Kapitalerhöhung. SMC Research nimmt die Beobachtung der BENO Holding Aktie mit „Buy“ und einem Kursziel von 11,50 Euro auf. Beim aktuellen XETRA-Kurs von 6,30 Euro entspricht dies einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von 82,5 Prozent. Auch der von SMC Research angegebene Nettoinventarwert (NAV) von 11,40 Euro je Aktie liegt erheblich über dem Börsenkurs. Der auf betriebsnotwendige Industrieimmobilien spezialisierte Bestandshalter verfügt derzeit über 13 Standorte mit rund 165.000 Quadratmetern Nutzfläche und einem Portfoliowert von 91,5 Millionen Euro. Mittelfristig strebt das Unternehmen eine Verdoppelung bis Verdreifachung dieses Werts an.
Den finanziellen Grundstein für die Expansion hat BENO bereits durch Umfinanzierungen gelegt. Aus Darlehensvereinbarungen über insgesamt 28 Millionen Euro wurden innerhalb der vergangenen zwölf Monate rund 16 Millionen Euro zusätzliche Liquidität freigesetzt. Ein Teil davon floss in die Rückzahlung einer Anleihe über 10 Millionen Euro, der Rest steht für Investitionen zur Verfügung. Nach Unternehmensangaben lassen sich damit weitere Immobilienkäufe im Umfang von 25 bis 30 Millionen Euro finanzieren. Hinzu kommt die Bezugsrechtskapitalerhöhung, bei der bis zum 9. November rund 670.000 neue Aktien zu jeweils 6,50 Euro angeboten werden. Bei vollständiger Platzierung fließen brutto 4,38 Millionen Euro zu. Unter Annahme einer Fremdfinanzierungsquote von 70 Prozent könnte BENO damit zusätzliche Immobilien im Wert von etwa 14 Millionen Euro erwerben. Zusammen mit den Mitteln aus den Umfinanzierungen wäre eine Ausweitung des bisherigen Portfolios um annähernd die Hälfte möglich. Die Akquisitionspipeline beziffert das Unternehmen auf mehr als 190 Millionen Euro.
BENO Holding: Steigende Mieterträge, zunächst rückläufiger Gewinn
SMC Research verweist auf die operative Erholung nach dem Abschluss umfangreicher Umbaumaßnahmen im Immobilienbestand. Im Jahr 2025 stiegen die Nettokaltmieten um knapp 8 Prozent und das Vermietungsergebnis um 36 Prozent. Auch die Funds from Operations (FFO) kehrten nach einem leicht negativen Vorjahreswert ins Plus zurück. Gleichzeitig verbesserte sich die Eigenkapitalquote innerhalb von vier Jahren von 22 auf 35,1 Prozent. Für 2026 prognostizieren die Analysten Mieterträge von 7,5 Millionen Euro nach 7,3 Millionen Euro im Vorjahr, allerdings einen Rückgang des EBIT von 6,5 auf 4,4 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss soll von 4,6 auf 1,8 Millionen Euro sinken, das Ergebnis je Aktie von 1,36 auf 0,44 Euro. Auch die FFO je Aktie werden mit 0,46 Euro unter dem Vorjahreswert von 0,67 Euro erwartet.
Ab 2027 rechnet SMC Research mit einer stärkeren Ergebnisentwicklung durch den Ausbau des Bestands. Die Mieterträge sollen zunächst auf 8,5 Millionen Euro und 2028 auf 10,0 Millionen Euro steigen. Beim EBIT erwarten die Analysten 6,3 beziehungsweise 7,8 Millionen Euro, beim Jahresüberschuss 2,9 beziehungsweise 3,3 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie dürfte sich auf 0,72 Euro 2027 und 0,82 Euro 2028 verbessern, während die FFO je Aktie auf 0,56 beziehungsweise 0,64 Euro steigen sollen. Dividenden sind für die drei Prognosejahre nicht vorgesehen.
In ihrem Bewertungsmodell berücksichtigt SMC Research bereits die erwarteten Cashflows, die Umfinanzierung des Immobilienbestands, ergänzende Immobiliendarlehen und eine vollständige Platzierung der laufenden Kapitalerhöhung. Darüber hinausgehende größere Akquisitionen und Kapitalmaßnahmen sollen erst einfließen, wenn sie ausreichend konkret absehbar sind. Die Finanzierung der ersten Wachstumsphase sieht das Analystenhaus damit weitgehend abgesichert, sofern die Kapitalerhöhung vollständig platziert wird. Für die längerfristigen Expansionspläne bleibt die Verfügbarkeit von Kapital zu attraktiven Konditionen dagegen ein Risiko.
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