TUI Aktie: Schiffskollision kostet Millionen – Experte erwartet Kursverdoppelung
Eine Kollision des Kreuzfahrtschiffs Mein Schiff 3 mit dem Containerschiff MSC Victorine dürfte TUI nach Einschätzung von mwb research einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag kosten. Der Zwischenfall ereignete sich beim Auslaufen aus Bremerhaven unter schwierigen Windverhältnissen. Dabei wurden Rettungsboote und Teile des Schiffsrumpfs oberhalb der Wasserlinie beschädigt. Verletzte gab es nicht, allerdings musste die geplante 20-tägige Kanarenreise abgesagt werden. Vor der Wiederaufnahme des regulären Betriebs sind Reparaturen im Trockendock erforderlich. mwb research bestätigt trotz des Vorfalls die Kaufempfehlung für die TUI Aktie mit einem Kursziel von 13,50 Euro. Beim aktuellen XETRA-Kurs von 6,62 Euro entspricht dies einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von 103,9 Prozent.
Die finanziellen Auswirkungen hat TUI bislang nicht beziffert. mwb research schätzt den Bruttoeffekt der abgesagten Reise einschließlich Ticketerstattungen und entgangener Bordumsätze auf 10 bis 12 Millionen Euro. Nach Berücksichtigung erwarteter Versicherungsleistungen könnten bei TUI Cruises Verluste von 6 bis 10 Millionen Euro verbleiben. Die Analysten gehen davon aus, dass Schäden am Schiff und Haftungsrisiken weitgehend durch die üblichen Versicherungen gedeckt sind. Für den Betriebsausfall unterstellen sie eine entsprechende Versicherung mit einer Wartezeit von 14 Tagen. Da TUI Cruises als Gemeinschaftsunternehmen mit Royal Caribbean zu jeweils 50 Prozent gehalten und nach der Equity-Methode bilanziert wird, beziffert mwb research die mögliche Belastung des bereinigten Konzern-EBIT von TUI auf lediglich 3 bis 5 Millionen Euro. Diese Schätzung steht allerdings unter dem Vorbehalt des tatsächlichen Schadensumfangs und der konkreten Versicherungsdeckung.
TUI: Ergebnisrückgang 2026 erwartet, danach wieder Wachstum
An den bisherigen TUI-Gewinnprognosen ändern die Analysten deshalb nichts. Für 2026 erwartet mwb research einen Umsatz von 23,43 Milliarden Euro nach 24,18 Milliarden Euro im Vorjahr. Das EBITDA soll von 2,25 auf 2,12 Milliarden Euro und das EBIT von 1,37 auf 1,21 Milliarden Euro zurückgehen. Auch beim Gewinn je TUI Aktie wird mit einem Rückgang von 1,25 auf 1,07 Euro gerechnet. Für 2027 prognostizieren die Analysten wieder steigende Erlöse von 24,11 Milliarden Euro, ein EBITDA von 2,29 Milliarden Euro und ein EBIT von 1,37 Milliarden Euro. Im Jahr 2028 sollen 25,02 Milliarden Euro Umsatz, 2,48 Milliarden Euro EBITDA und 1,55 Milliarden Euro EBIT erreicht werden. Der Gewinn je Aktie dürfte nach den Schätzungen auf 1,37 Euro im Jahr 2027 und 1,74 Euro im Jahr 2028 steigen.
Auch beim Schuldenabbau erwartet mwb research Fortschritte. Die Nettofinanzverschuldung soll von 1,54 Milliarden Euro im Jahr 2026 auf 1,08 Milliarden Euro 2027 und 323 Millionen Euro 2028 sinken. Gleichzeitig rechnen die Analysten mit steigenden Dividenden von 0,21 Euro je Aktie für 2026 über 0,27 Euro für 2027 auf 0,35 Euro für 2028. Wesentliche Faktoren für die weitere Geschäftsentwicklung bleiben aus ihrer Sicht die Nachfrage nach Urlaubsreisen, höhere Margen im Hotelgeschäft und die Verbesserung der Bilanz. Der Zwischenfall mit Mein Schiff 3 wird daher als begrenzte operative Belastung eingeordnet, nicht als Anlass für eine Neubewertung der Aktie.
Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: TUI.
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