2G Energy Aktie: Rechenzentren treiben die Prognosen – 77 Prozent Kurspotenzial?
2G Energy profitiert von der steigenden Nachfrage nach dezentraler Energieversorgung für Rechenzentren und hat seine Wachstumsperspektiven auf dem jüngsten Kapitalmarkttag deutlich ausgeweitet. Pareto Securities stuft die Aktie nach einem Kursrückgang von rund 22 Prozent auf „Buy“ hoch und nennt ein Kursziel von 62 Euro. First Berlin Equity Research bestätigt die bisherige Kaufempfehlung mit einem deutlich höheren Kursziel von 83 Euro. Beim aktuellen XETRA-Kurs von 46,98 Euro entspricht dies einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von 32,0 beziehungsweise 76,7 Prozent. Das durchschnittliche Kursziel der beiden Häuser liegt bei 72,50 Euro und damit 54,3 Prozent über dem Aktienkurs. Beide Analystenhäuser erwarten eine kräftige Ergebnisverbesserung, gewichten die Risiken des schnellen Wachstums für 2G Energy aber unterschiedlich.
Kursziele der Analysten zur 2G Energy Aktie
| Analyst | Votum | Kursziel | Potenzial |
|---|---|---|---|
| Pareto Securities | Buy (hochgestuft) | 62,00 Euro | +32,0 % |
| First Berlin Equity Research | Buy | 83,00 Euro | +76,7 % |
| Durchschnitt (2 Häuser) | 72,50 Euro | +54,3 % |
Pareto Securities begründet die Hochstufung vor allem mit dem deutlich verbesserten Verhältnis zwischen Wachstumsaussichten und Bewertung. 2G Energy verfügt inzwischen über gesicherte Aufträge aus dem US-Rechenzentrumsmarkt mit einer Leistung von insgesamt 675 Megawatt. Die auf dem Kapitalmarkttag vorgestellten Umsatzziele lassen nach Berechnungen des Analystenhauses bis 2028 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund 28 Prozent erwarten. Gleichzeitig ist die Bewertung nach dem jüngsten Kursrückgang erheblich gesunken: Das Verhältnis von Unternehmenswert zum erwarteten EBIT der kommenden zwölf Monate verringerte sich von zeitweise etwa 22 auf rund 12. Pareto sieht darin eine Diskrepanz zu den inzwischen deutlich besseren Gewinnaussichten. Risiken bestehen allerdings beim Ausbau der Produktionskapazitäten, bei der Verfügbarkeit von Motoren und bei der Umwandlung des Wachstums in liquide Mittel.
First Berlin Equity Research setzt ebenfalls auf den Rechenzentrumsboom, sieht die Geschäftsperspektiven von 2G Energy aber breiter aufgestellt. Neben der Stromversorgung von Rechenzentren sollen Anwendungen im Bergbau, die Nachfrage aus dem deutschen Biogasmarkt, mögliche Ausschreibungen für Gaskraftwerksreserven und das Geschäft mit Großwärmepumpen zum Wachstum beitragen. Hinzu kommen eine stärkere Internationalisierung und ein wachsender Serviceanteil. Letzterer ist für die Profitabilität besonders relevant: Historisch lag die EBIT-Marge im Servicegeschäft etwa doppelt so hoch wie im Neuanlagengeschäft. Zusammen mit Skaleneffekten und der Umstellung auf industrielle Fließfertigung erwartet First Berlin deshalb bis 2029 eine annähernde Verdoppelung der Konzern-EBIT-Marge von 6,6 auf 13,0 Prozent.
2G Energy: Auftragsbücher bis Mitte 2028 gefüllt
Die Prognosen von First Berlin zeigen die Dimension des erwarteten Wachstumsschubs. Nach 398,40 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2025 sollen die Erlöse 2026 auf 490 Millionen Euro, 2027 auf 620 Millionen Euro und 2028 auf 824 Millionen Euro steigen. Das EBIT dürfte sich im gleichen Zeitraum von 26,27 Millionen Euro auf 48,32 Millionen Euro, 71,30 Millionen Euro und schließlich 103,14 Millionen Euro erhöhen. Beim verwässerten Gewinn je 2G Energy Aktie rechnen die Analysten mit einem Anstieg von 0,93 Euro im Jahr 2025 auf 1,82 Euro 2026, 2,70 Euro 2027 und 3,98 Euro 2028. Bis 2029 soll 2G Energy bei einem Umsatz von annähernd einer Milliarde Euro ein EBIT von rund 130 Millionen Euro erzielen. Gegenüber 2025 wäre dies nahezu eine Verfünffachung.
Die Finanzierung des Wachstums beurteilt First Berlin grundsätzlich positiv. Hohe Kundenvorauszahlungen sollen Investitionen in Anlagen, Personal und Betriebskapital weitgehend aus dem operativen Cashflow ermöglichen. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte 2G Energy einen Free Cashflow von 30,2 Millionen Euro und verfügte über eine Netto-Cash-Position von 17,7 Millionen Euro. Für die Gesamtjahre 2026 bis 2028 erwartet First Berlin allerdings deutlich niedrigere freie Mittelzuflüsse von 13,51 Millionen Euro, 7,70 Millionen Euro und 6,84 Millionen Euro. Die Auftragsbücher sind nach Angaben des Analystenhauses bis Mitte 2028 ausgelastet. Damit wird die termingerechte Abarbeitung der Bestellungen zu einer zentralen Herausforderung. First Berlin hält dennoch an seinem Kursziel von 83 Euro fest, während Pareto mit 62 Euro vorsichtiger bewertet.
