Laiqon: Kann sich die Aktie mehr als verdoppeln?
Laiqon nähert sich mit seinem verwalteten Vermögen schneller als erwartet der Marke von 12 Milliarden Euro. Nach den vorläufigen Zahlen zum dritten Quartal bestätigt First Berlin Equity Research die Kaufempfehlung für die Laiqon Aktie mit einem Kursziel von 8,70 Euro. Gegenüber dem aktuellen Tradegate-Kurs von 4,31 Euro entspricht dies einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von 101,9 Prozent. Ende September verwaltete der Hamburger Vermögensverwalter 11,61 Milliarden Euro und damit 14,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bis zum 15. Oktober stieg das Volumen weiter auf 11,7 Milliarden Euro. Das Jahresziel von 12 Milliarden Euro rückt damit in Reichweite. Die Analysten halten inzwischen auch ein Überschreiten dieser Marke für möglich.
Der größte Wachstumstreiber bleibt das Geschäftsfeld Digital Wealth. Hier hat sich das verwaltete Vermögen innerhalb eines Jahres um 123 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro erhöht. Auf diesen Bereich entfallen damit 62 Prozent des gesamten Vermögenszuwachses im Konzern. Besonders stark entwickelte sich die Tochter LAIC, die ihr Jahresziel von einer Milliarde Euro bereits Ende September mit 1,02 Milliarden Euro übertraf. Mitte Oktober waren es 1,1 Milliarden Euro. Zusätzliche Impulse erwartet First Berlin vom gemeinsam mit Amundi aufgelegten ersten KI-ETF sowie von der Rückkehr zu organischen Mittelzuflüssen im klassischen Wealth Management. Die Analysten sehen darin eine Bestätigung, dass sich das Wachstum inzwischen auf mehrere Geschäftsfelder verteilt.
Laiqon: 2027 soll das operative Ergebnis positiv werden
Entscheidend wird nun, ob Laiqon die steigenden verwalteten Vermögen auch in höhere Erträge und eine nachhaltige Verbesserung der Profitabilität umsetzen kann. Für 2026 erwartet First Berlin einen Umsatzsprung von 34,88 Millionen Euro im Vorjahr auf 53 Millionen Euro. Der operative Verlust soll sich dabei von 10,58 Millionen Euro auf 4,73 Millionen Euro verringern. Beim verwässerten Ergebnis je Laiqon Aktie prognostizieren die Analysten minus 0,35 Euro nach minus 0,95 Euro für 2025. Auch der Free Cashflow dürfte mit minus 1,88 Millionen Euro zunächst negativ bleiben, sich aber gegenüber den minus 4,76 Millionen Euro des Vorjahres verbessern.
Für 2027 rechnet First Berlin mit einem weiteren Umsatzanstieg auf 62 Millionen Euro und einem positiven EBIT von 3,32 Millionen Euro. Der Free Cashflow soll mit 2,9 Millionen Euro ebenfalls ins Plus drehen. Unter dem Strich erwarten die Analysten allerdings weiterhin einen Verlust je Aktie von 0,07 Euro. Trotz der jüngsten Wachstumszahlen bleiben sämtliche Prognosen unverändert.
Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: Laiqon AG.
