BioNTech: Neue Pumitamig-Daten zeigen Wirkung bei vorbehandeltem Lungenkrebs
BioNTech und Bristol Myers Squibb (BMS) haben Studiendaten zu ihrem gemeinsam entwickelten Krebsmedikamentenkandidaten Pumitamig vorgelegt. In der globalen Phase-2-Studie ROSETTA Lung-107 erreichte die Kombination aus Pumitamig und dem Chemotherapeutikum Docetaxel bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs eine bestätigte objektive Ansprechrate von 36,7 Prozent. Das mediane progressionsfreie Überleben lag nach Angaen des Mainzer Biotechnologie-Unternehmens bei 6,9 Monaten. Untersucht wurden Patienten, deren Erkrankung während oder nach einer Erstlinienbehandlung mit Immuntherapie und Chemotherapie fortgeschritten war. Historische Vergleichsdaten für eine alleinige Docetaxel-Behandlung weisen in dieser Situation ein medianes progressionsfreies Überleben von 3,6 bis 3,9 Monaten aus. Die Ergebnisse wurden am 25. Oktober 2026 auf dem ESMO-Krebskongress in Madrid vorgestellt.
„Trotz bedeutender Fortschritte in der Erstlinientherapie sind die Behandlungsergebnisse für viele Patientinnen und Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, deren Erkrankung nach einer Immuntherapie in Kombination mit Chemotherapie fortschreitet, weiterhin unzureichend. In dieser Behandlungssituation ist Docetaxel seit Jahren die Standardtherapie. Diese ersten Daten aus der ROSETTA Lung-107-Studie zeigen ermutigende Ansprechraten und Ergebnisse zum progressionsfreien Überleben über verschiedene PD-L1-Expressionslevel und histologische Subtypen hinweg”, sagt Byoung Chul Cho, Prüfarzt der Studie und Professor für medizinische Onkologie am Yonsei Cancer Center des Yonsei University College of Medicine in Seoul.
Zum Datenstichtag am 10. Juli waren 50 Patienten mit Pumitamig und Docetaxel behandelt worden, von denen 30 hinsichtlich ihres Tumoransprechens ausgewertet werden konnten. Die Krankheitskontrollrate erreichte 90 Prozent, während die mediane Zeit bis zum Ansprechen bei 1,4 Monaten lag. Nach sechs Monaten waren 63,3 Prozent der Patienten ohne Krankheitsprogression. Die Behandlung zeigte Aktivität sowohl bei Plattenepithel- als auch bei Nicht-Plattenepithelkarzinomen und über verschiedene PD-L1-Expressionslevel hinweg. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug allerdings erst 12,2 Wochen. Die vorläufigen Ergebnisse müssen daher durch weitere Daten bestätigt werden.
BioNTech und BMS treiben Phase-3-Programm voran
„Zusammen mit unseren Daten zur Erstlinienbehandlung des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms und zum kleinzelligen Lungenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium stützen diese Ergebnisse unsere Strategie, Pumitamig für ein breites Spektrum von Lungenkrebserkrankungen weiterzuentwickeln, insbesondere in Patientenpopulationen mit hohem ungedecktem medizinischem Bedarf”, so Özlem Türeci, Mitgründerin und Chief Medical Officer von BioNTech.
Bei der Sicherheitsanalyse wurden behandlungsbedingte Nebenwirkungen bei 52 Prozent der 50 Patienten festgestellt, schwerere Ereignisse ab Grad 3 traten bei 18 Prozent auf. Vier Patienten beziehungsweise 8 Prozent brachen die Behandlung aufgrund unerwünschter Ereignisse ab. Immunvermittelte Nebenwirkungen wurden bei 22 Prozent beobachtet, darunter schwere Fälle bei 10 Prozent. Blutungsereignisse traten bei 16 Prozent auf, beschränkten sich jedoch auf die Schweregrade 1 und 2. Todesfälle im Zusammenhang mit Pumitamig oder dosislimitierende Toxizitäten wurden nicht gemeldet. Neue Sicherheitssignale ergaben sich nach Angaben der Unternehmen nicht.
Die Ergebnisse aus ROSETTA Lung-107 sind bereits der dritte globale Phase-2-Datensatz zu Pumitamig bei Lungenkrebs. BioNTech und BMS untersuchen den Wirkstoffkandidaten sowohl beim nicht-kleinzelligen als auch beim kleinzelligen Lungenkarzinom in unterschiedlichen Krankheitsstadien und Behandlungslinien. Derzeit laufen vier globale Phase-3-Studien. Die neuen Daten sollen insbesondere die weitere Entwicklung von Pumitamig als Zweitlinientherapie bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs unterstützen. Konkrete Angaben zu zusätzlichen zulassungsrelevanten Studien in dieser Patientengruppe oder zu einem möglichen Zulassungszeitpunkt machten die Unternehmen nicht.
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