Vossloh Aktie: Sateba-Kauf belastet Gewinn - starkes Schlussquartal angepeilt
Vossloh hat in den ersten neun Monaten 2026 deutlich mehr Umsatz erzielt, zugleich aber einen Ergebnisrückgang verzeichnet. Die Erlöse stiegen vor allem durch die Übernahme von VTT Europa (Sateba) um 19,6 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro. Ohne den Zukauf lagen sie aufgrund von Projektverschiebungen und geringeren Abrufen aus Rahmenverträgen rund 4 Prozent unter dem Vorjahr. Das EBITDA erhöhte sich von 121,8 Millionen auf 128,5 Millionen Euro, während die EBITDA-Marge von 13,4 auf 11,8 Prozent zurückging. Das EBIT sank von 76,2 Millionen auf 56,6 Millionen Euro, belastet unter anderem durch Kaufpreisallokationseffekte von 13,6 Millionen Euro aus der Sateba-Übernahme. Der Konzerngewinn sank von 51,7 Millionen auf 22,9 Millionen Euro, das Ergebnis je Vossloh Aktie von 2,12 Euro auf 0,35 Euro.
Die Auftragslage entwickelte sich dagegen positiv. Der Auftragseingang erhöhte sich um 21,7 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro, wobei Sateba 178 Millionen Euro beisteuerte. Auch ohne diesen Zukauf verzeichnete Vossloh ein Plus von rund 3 Prozent, insbesondere dank einer höheren Nachfrage in Nordamerika. Der Auftragsbestand wuchs gegenüber dem Vorjahresstichtag um 27,8 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro. Die Book-to-Bill-Quote erreichte 1,06. Im Geschäftsbereich Core Components stieg der Umsatz akquisitionsbedingt um 55 Prozent auf 538,2 Millionen Euro. Customized Modules verzeichnete dagegen einen leichten Umsatzrückgang auf 423,9 Millionen Euro und einen EBIT-Rückgang von 42,8 Millionen auf 28,7 Millionen Euro. Bei Lifecycle Solutions sank das EBIT von 8,5 Millionen auf 3,5 Millionen Euro.
Auch die Finanzlage steht unter dem Einfluss der Übernahmen. Die Nettofinanzverschuldung stieg innerhalb von zwölf Monaten von 186,5 Millionen auf 674,7 Millionen Euro, maßgeblich aufgrund der Kaufpreiszahlungen für Sateba, Cordel und RTI. Der Free Cashflow verschlechterte sich in den ersten neun Monaten von plus 0,2 Millionen auf minus 77,5 Millionen Euro. Ursache war insbesondere ein Anstieg des Working Capital um 106 Millionen Euro seit Jahresbeginn. Vossloh erwartet im vierten Quartal einen deutlichen Abbau des gebundenen Kapitals und hält deshalb an der Prognose eines positiven Free Cashflows für das Gesamtjahr fest. Damit soll auch die Nettofinanzverschuldung bis Ende Dezember wieder substanziell sinken.
Vossloh erwartet deutliche Ergebnisverbesserung im vierten Quartal
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt Vossloh die im Juli gesenkten Prognosen, konkretisiert aber die Erwartungen innerhalb der bisherigen Bandbreiten. Der Umsatz soll etwa in der Mitte der Spanne von 1,51 Milliarden bis 1,61 Milliarden Euro liegen. Beim EBITDA von 195 Millionen bis 210 Millionen Euro und beim EBIT von 100 Millionen bis 110 Millionen Euro rechnet der Vorstand dagegen jeweils mit Werten eher am unteren Ende. Voraussetzung ist ein starkes Schlussquartal, für das Vossloh insbesondere bei Customized Modules und Lifecycle Solutions höhere Umsätze und eine verbesserte Profitabilität erwartet.
„Wir sind sehr gut ins vierte Quartal gestartet und sehen uns auf Kurs, die im Juli dieses Jahres angepassten Ziele zu erreichen. Für 2027 erwarten wir einen spürbaren Rückgang bei den derzeit belastenden Faktoren und damit wieder deutlich verbesserte Ergebnisse”, so Thomas Triska, Finanzvorstand bei Vossloh. „Der Markt für Bahninfrastruktur ist weiterhin intakt und unterstreicht die Erreichbarkeit unserer mittelfristigen Ambitionen”, sagt Oliver Schuster, Vorstandsvorsitzender der Vossloh AG.
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