Börse am Morgen: IBM, Meta, SAP, SpaceX/Tesla, Öl - Nord/LB
Die hohen Ölpreise haben die Inflation in Großbritannien im September auf 3,5% und damit auf den höchsten Stand seit Oktober 2025 getrieben. Vor allem gestiegene Kraftstoffpreise sorgten für den Anstieg nach 3,1% im August. Die für die Bank of England wichtige Dienstleistungsinflation legte von 3,4% auf 3,7% zu. Die stärker als erwartete Teuerung erhöht den Druck auf die Notenbank, den Leitzins im November anzuheben.
Tagesausblick
Die heutigen Marktdaten sind vor allem europäisch geprägt, wobei am frühen Vormittag zunächst die französischen Industriedaten des Insee-Instituts veröffentlicht werden. Der Finger am Puls der Produzenten wird uns verraten, wie die Zukunftsaussichten in den kommenden Wochen sind. Außerdem wird auf das Verbrauchervertrauen in der Eurozone zu achten sein – ein zentraler Mosaikstein im Gefüge der hiesigen Konjunkturaussichten. Unternehmensseitig nimmt, wie die Tabelle auf der linken Seite zeigt, die Berichtssaison zum Q3 nun langsam Fahrt auf.
Renten- und Aktienmärkte
In Europa waren die Anleihemärkte etwas schwächer. Nur in Frankreich fiel der Renditeanstieg erneut spürbarer aus. Der Spread zwischen französischen und deutschen 10-jährigen Staatsanleihen erreichte mit knapp 1,6 PP ein 15-Jahres-Hoch.
Nach einem vorsichtigen Start entwickelte sich der DAX gestern fest. Die Börsenstimmung profitierte von den Fusionsplänen von Tesla und SpaceX (s.u.) sowie den SpaceX-Zahlen vom Vortag, die vor allem KIaffine Titel unterstützten. Dies wirkte sich analog auch an der Wall Street aus. DAX +1,35%; MDAX +0,85%; TecDAX +1,38%; Dow Jones +0,69%; S&P500 +0,58%; Nasdaq C. +1,05%.
Unternehmen
Elon Musk treibt die Pläne für eine Fusion von Tesla und SpaceX voran. Entstehen würde ein rund USD 3,5 Bio. schwerer Technologiekonzern, der E-Mobilität, KI, Robotik, Satellitenkommunikation und Raumfahrt vereint. Ziel ist ein integriertes Technologie- und Fertigungsökosystem mit enger Zusammenarbeit bei KI-Software, Chipentwicklung, Robotik und Rechenzentren im All. Musk sieht zudem Vorteile durch schnellere Entscheidungen und einen flexibleren Einsatz von Kapital und Fachkräften. Eine Fusion könnte zugleich seinen Einfluss auf die strategische Ausrichtung der Unternehmen weiter stärken. Tesla vermeldete gestern Abend nachbörslich für Q3 überraschend einen positiven Cashflow von USD 1,53 Mrd., da die Investitionen für KI und Robotik mit USD 4,73 Mrd. deutlich unter den Erwartungen blieben. Umsatz (USD 28,05 Mrd.) und Auslieferungen (486.532) übertrafen die Analystenschätzungen.
SAP hat in Q3 das Wachstum seines Cloud-Geschäfts erneut beschleunigt und den Ausblick angehoben. Der Softwarekonzern erwartet für 2026 nun Cloud-Erlöse am oberen Ende der Zielspanne von EUR 25,8 bis 26,2 Mrd. Laut CEO Klein investierten die Kunden weiterhin kräftig in KI-Lösungen. Der Cloud-Auftragsbestand stieg währungsbereinigt um 26% auf EUR 24,1 Mrd., der Umsatz der Sparte legte um 25% auf EUR 6,67 Mrd. zu und übertraf leicht die Erwartungen. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 12% auf EUR 10,27 Mrd., das bereinigte operative Ergebnis stieg um 18% auf EUR 3,03 Mrd.
Meta steigerte den Umsatz in Q3 überraschend deutlich um rund 25% auf USD 64,6 Mrd., während der Gewinn wegen eines milliardenschweren Vergleichs (Jugendschutzprozess) um ca. ein Viertel auf USD 3,83 je Aktie einbrach. Ohne diese Belastungen hätte er bei USD 7,40 gelegen. Taggleich zur Veröffentlichung kam es gestern zu einer Verurteilung in einem anderen Prozess mit einer Strafe von USD 25 Mrd. Meta erhöhte die Investitionsprognose für 2026 auf USD 135 bis 145 Mrd., um den Ausbau der KI-Infrastruktur voranzutreiben. Zur Finanzierung sollen neue stimmrechtslose Aktien ausgegeben werden, wodurch Gründer Mark Zuckerberg die Kontrolle behält. Für Q4 stellte der Konzern Erlöse von USD 73 bis 76 Mrd. in Aussicht und übertraf damit die Markterwartungen. Die Aktie legte nachbörslich um rund 5% zu.
Eine wieder anziehende Nachfrage hat IBM in Q3 ein überraschend starkes Ergebnis beschert. Der IT-Konzern hob daraufhin seine Wachstumsprognose für das Softwaregeschäft leicht auf 7 bis 8% an (zuvor 6 bis 8%). Die Aktie legte nachbörslich um 2,3% zu. Der Umsatz stieg um 4,7% auf USD 17,1 Mrd., der Gewinn je Aktie um rund 11% auf USD 2,95.
Rohstoffe
Nachdem die Ölpreise sich gestern zunächst stabilisierten, zogen sie am späten Abend erneut an. Ursache war die Meldung, dass die USA nach Angriffen der Huthi-Miliz einen Teilabzug diplomatischen Personals aus Saudi-Arabien anordneten.
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