Intershop schafft Gewinnwende trotz Umsatzrückgang - Cloud-Aufträge legen zu
Intershop hat in den ersten neun Monaten 2026 bei rückläufigen Umsätzen wieder ein positives operatives Ergebnis erzielt. Das EBIT verbesserte sich von minus 1,4 Millionen auf plus 0,2 Millionen Euro, während der Konzernumsatz um 7 Prozent von 25,2 Millionen auf 23,4 Millionen Euro sank. Ausschlaggebend für die Ergebnisverbesserung waren Kostensenkungen: Die Gesamtkosten gingen um 13 Prozent auf 23,2 Millionen Euro zurück. Das EBITDA stieg von 1,1 Millionen auf 2,7 Millionen Euro.
Im dritten Quartal erzielte Intershop bei einem Umsatz von 7,7 Millionen Euro ein EBIT von 45.000 Euro nach einem Verlust von 0,5 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Damit schrieb der Softwareanbieter das dritte Quartal in Folge operativ schwarze Zahlen. „Unsere konsequente Kostendisziplin wirkt, wir haben erneut ein positives EBIT erzielt und liegen auf Kurs zu unseren Zielen für das Gesamtjahr. Damit bleibt die zum Jahresende 2025 begonnene Erholung weiter stabil, auch wenn die Investitionsbereitschaft nach wie vor verhalten ist”, sagt Markus Dränert, CEO der Intershop Communications AG.
Im strategisch wichtigen Cloud-Geschäft stiegen die Umsätze des Jenaer Unternehmens um 2 Prozent auf 15,7 Millionen Euro und machten damit 67 Prozent des Konzernumsatzes aus. Deutlich stärker entwickelte sich der Cloud-Auftragseingang, der um 29 Prozent auf 14,2 Millionen Euro zulegte. Davon entfielen 10,5 Millionen Euro auf Bestandskunden und 3,7 Millionen Euro auf Neukunden. Der jährlich wiederkehrende Cloud-Umsatz (ARR) erhöhte sich um 3 Prozent auf 20,3 Millionen Euro. Allerdings blieb der Net New ARR, also der Zuwachs nach Abzug von Kündigungen, mit 0,1 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 0,3 Millionen Euro. Im dritten Quartal verbesserte sich diese Kennzahl auf 0,5 Millionen Euro nach 0,2 Millionen Euro im zweiten Quartal.
Der Rückgang des Konzernumsatzes geht vor allem auf das schrumpfende Geschäft mit Lizenzen und Wartung zurück. Hier sanken die Erlöse im Zuge der Cloud-Umstellung um 42 Prozent auf 2,9 Millionen Euro. Die Serviceumsätze gingen leicht von 5,0 Millionen auf 4,9 Millionen Euro zurück. Gleichzeitig verbesserte sich die Bruttomarge von 46 auf 48 Prozent. Positiv wirkte sich dabei weiterhin die Abnahme eines größeren Kundenprojekts im ersten Quartal aus, die auch im dritten Quartal zu einer höheren Servicemarge beitrug. Der operative Cashflow stieg von 1,6 Millionen auf 3,6 Millionen Euro. Zum Ende September verfügte Intershop über liquide Mittel von 9,6 Millionen Euro nach 8,8 Millionen Euro zum Jahresbeginn.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt Intershop seine Prognose. Der Cloud-Auftragseingang und der Net New ARR sollen jeweils das Vorjahresniveau erreichen. Beim Konzernumsatz rechnet das Unternehmen weiterhin mit einem prozentual etwas geringeren Rückgang als im Vorjahr. Das EBIT soll dank der gesunkenen Kostenbasis ausgeglichen ausfallen. Nach den ersten neun Monaten liegt Intershop damit beim operativen Ergebnis leicht über dem Jahresziel. Die Investitionsbereitschaft der Kunden bezeichnet das Unternehmen allerdings weiterhin als verhalten.
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