Deutsche Börse hebt Jahresprognose nach kräftigem Gewinnanstieg erneut an
Die Deutsche Börse hat im dritten Quartal 2026 ihre Erträge und Gewinne deutlich gesteigert und kündigt eine erneute Anhebung der Jahresprognose an. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Börsenbetreiber nun Nettoerlöse von mehr als 6,5 Milliarden Euro statt bislang mehr als 6,4 Milliarden Euro. Die EBITDA-Prognose steigt von mehr als 3,8 Milliarden auf rund 3,9 Milliarden Euro. Hintergrund ist vor allem die höhere Erwartung für das Treasury-Ergebnis, das nun mehr als 800 Millionen Euro statt bisher mehr als 700 Millionen Euro erreichen soll. Bei den Nettoerlösen ohne Treasury-Ergebnis hält die Deutsche Börse an der Prognose von rund 5,7 Milliarden Euro fest, sieht inzwischen aber Potenzial für eine leichte Überschreitung. Das entsprechende EBITDA soll unverändert rund 3,1 Milliarden Euro betragen. Das bereinigte operative Kostenwachstum wird weiterhin auf rund 3 Prozent veranschlagt.
„Im dritten Quartal haben wir erneut von der breiten Aufstellung unseres Geschäftsmodells profitiert. Die veränderten Zinserwartungen haben das Geschäft an den Zins- und Finanzierungsmärkten belebt und außerdem unser Treasury-Ergebnis gestärkt. Erstmals seit 2024 ist das Treasury-Ergebnis damit im Vorjahresvergleich wieder gestiegen – die angekündigte Trendwende hat sich bestätigt”, sagt Jens Schulte, Finanzvorstand der Deutsche Börse Group.
Die Nettoerlöse wuchsen im dritten Quartal 2026 um 13 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro, während das EBITDA um 16 Prozent auf 978 Millionen Euro zulegte. Der auf die Aktionäre entfallende Konzerngewinn erhöhte sich um 18 Prozent auf 559 Millionen Euro. Das unverwässerte Ergebnis je Deutsche Börse Aktie erreichte 3,10 Euro, das um Kaufpreisallokationseffekte bereinigte Cash-Ergebnis je Aktie lag bei 3,28 Euro. Konkrete neue Jahresziele nennt die vorliegende Mitteilung nicht.
Auch ohne das Treasury-Ergebnis entwickelte sich das Geschäft kräftig. Die Nettoerlöse aus den übrigen Aktivitäten stiegen um 14 Prozent auf 1,42 Milliarden Euro, das entsprechende EBITDA verbesserte sich sogar um 19 Prozent auf 760 Millionen Euro. Sechs der acht Geschäftsbereiche erreichten zweistellige Wachstumsraten. Zugleich legte das Treasury-Ergebnis erstmals seit 2024 wieder gegenüber dem Vorjahresquartal zu und erreichte nach einem Anstieg um 7 Prozent insgesamt 218 Millionen Euro. Unterstützt wurde die Entwicklung unter anderem durch veränderte Zinserwartungen und eine höhere Aktivität an den Zins- und Finanzierungsmärkten.
Die operativen Kosten erhöhten sich um 7 Prozent auf 646 Millionen Euro. Dazu trugen vor allem höhere aktienbasierte Vergütungen infolge der Aktienkursentwicklung sowie Aufwendungen für die geplante Allfunds-Transaktion bei. Ohne diese Effekte betrug der Kostenanstieg nach Unternehmensangaben rund 3 Prozent. Wachstumsimpulse kamen zudem aus den Bereichen Fund Services und Securities Services, die von steigenden verwahrten Vermögenswerten und höheren Transaktionsvolumina profitierten. Angesichts der Geschäftsentwicklung will die Deutsche Börse ihre Prognose für 2026 erneut erhöhen.
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