BASF Aktie: Gewinnrückgang erwartet – dennoch kleine Chance
Nach einem außergewöhnlich starken zweiten Quartal dürfte BASF im dritten Jahresviertel wieder deutlich weniger verdienen. mwb research erwartet für den Chemiekonzern ein bereinigtes EBITDA von rund 1,65 Milliarden Euro nach 2,45 Milliarden Euro im Vorquartal. Damit läge das Ergebnis allerdings noch etwa 8 Prozent über den durchschnittlichen Markterwartungen. Trotz der erwarteten Abschwächung sehen die Analysten Chancen, dass BASF seine Jahresprognose leicht übertrifft. Sie bestätigen ihre Einstufung „Hold“ mit einem Kursziel von 55 Euro. Beim aktuellen XETRA-Kurs von 52,47 Euro entspricht dies einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von 4,8 Prozent.
Der erwartete Ergebnisrückgang bei BASF hängt nach Einschätzung von mwb research vor allem mit dem Wegfall vorübergehender Preisvorteile im Chemiegeschäft zusammen. Diese waren durch Lieferunterbrechungen infolge des Nahostkonflikts entstanden. Hinzu kommen saisonale Einflüsse und geringere Gewinne aus Absicherungs- und Handelsgeschäften. In China hatten sich die Margen im vorgelagerten Chemiegeschäft bereits bis Ende Juli weitgehend normalisiert. Unterstützung erwartet mwb research dagegen vom Produktionshochlauf am chinesischen Standort Zhanjiang und den laufenden Kostensenkungen. Während Chemicals und Materials wichtige Ergebnisbeiträge liefern dürften, rechnen die Analysten im Agrargeschäft mit saisonaler Schwäche und bei Surface Technologies weiterhin mit Schwierigkeiten.
BASF: Cashflow und Schuldenabbau im Mittelpunkt
Eine besondere Herausforderung bleibt für BASF die Entwicklung des freien Cashflows. Nach einem Mittelabfluss von 1,6 Milliarden Euro im ersten Halbjahr müsste der Konzern in der zweiten Jahreshälfte zwischen 3,1 und 3,9 Milliarden Euro erwirtschaften, um seine Jahresprognose von 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro zu erreichen. mwb research erwartet eine deutliche Verbesserung durch den Abbau von Forderungen und Lagerbeständen sowie geringere Investitionen. Gleichzeitig stehen für das zweite Halbjahr Schuldentilgungen von 2,5 Milliarden Euro und das laufende Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Euro auf der Agenda. Bei den Kostensenkungen hat BASF nach Angaben der Analysten bereits rund 2 Milliarden Euro an annualisierten Einsparungen erreicht. Bis zum Jahresende sollen es 2,3 Milliarden Euro werden.
Zusätzliche Unterstützung könnte BASF durch eine verschärfte europäische Handelspolitik erhalten. Nach dem jüngsten EU-Gipfel sieht mwb research wachsende Chancen auf Schutzmaßnahmen gegen günstige chinesische Importe, insbesondere bei Chemikalien und Kunststoffen. Weniger Importdruck könnte die Verkaufspreise und die Auslastung europäischer Produktionsanlagen stabilisieren. Umfang und Zeitpunkt möglicher Maßnahmen sind allerdings noch offen. Zudem bleiben die vergleichsweise hohen europäischen Energiekosten ein struktureller Wettbewerbsnachteil für BASF.
Für die kommenden Jahre erwartet mwb research bei BASF eine deutliche Ergebnisverbesserung. Die Umsatzprognose steigt von 63,53 Milliarden Euro für 2026 auf 64,81 Milliarden Euro im Jahr 2027 und 66,75 Milliarden Euro für 2028. Beim EBIT rechnen die Analysten mit 3,94 Milliarden Euro für 2026, gefolgt von 4,93 Milliarden Euro 2027 und 4,71 Milliarden Euro 2028. Der Gewinn je BASF Aktie soll sich von 2,83 Euro über 3,99 Euro auf 3,84 Euro entwickeln. Für die Dividende erwarten die Analysten 2,12 Euro je Aktie im laufenden Jahr, 2,60 Euro für 2027 und 2,50 Euro für 2028. Trotz der mittelfristig besseren Ertragsperspektiven hält mwb research die erwartete operative Erholung im aktuellen Aktienkurs bereits weitgehend für berücksichtigt und bleibt deshalb bei der Halteempfehlung.
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