Infineon Aktie: mwb sieht KI-Fantasie, wenig Spielraum für Enttäuschungen
mwb research bestätigt für die Infineon Aktie in einer aktuellen Studie vom Donnerstag die Einstufung „Halten“ und das Kursziel von 60 Euro. Gegenüber dem aktuellen Aktienkurs von 50,87 Euro, der heute um mehr als 8 Prozent im schwachen Halbleiter-Marktumfeld einbricht, ergibt sich damit ein rechnerisches Aufwärtspotenzial von 17,9 Prozent. Die Analysten erwarten für die kommenden Geschäftsjahre eine deutliche Erholung bei Umsatz und Profitabilität, sehen diese Entwicklung in der Bewertung allerdings bereits zu einem erheblichen Teil berücksichtigt. Entscheidend dürfte deshalb der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026/2027 werden, den Infineon am 10. November zusammen mit den Zahlen zum vierten Quartal vorlegen soll.
Für das Schlussquartal 2025/2026 rechnet mwb research bei Infineon mit einem soliden Geschäftsverlauf ohne größere Überraschungen. Die Umsatzprognose des Konzerns von rund 4,7 Milliarden Euro entspricht einem sequenziellen Wachstum von 13 Prozent und liegt weitgehend auf Konsensniveau. Die angestrebte Segmentergebnismarge von rund 23 Prozent dürfte von höheren Absatzmengen und einem günstigeren Preisumfeld im KI-Geschäft profitieren, während steigende Kosten einen Teil der Verbesserungen aufzehren könnten. Als wichtigsten Wachstumstreiber sehen die Analysten weiterhin Power & Sensor Systems. Im Industriegeschäft erwarten sie eine breitere Erholung, während die Entwicklung im Automobilsegment insbesondere durch das schwierige Geschäft mit Hochvolt-Antrieben belastet bleibt.
Infineon: Analysten erwarten kräftigen Gewinnanstieg
Für das Geschäftsjahr 2026/2027 prognostiziert mwb research bei Infineon einen Umsatzanstieg um 19 Prozent auf 19,37 Milliarden Euro. Damit liegen die Analysten unter der Konsenserwartung von 21,5 Prozent Wachstum. Auch bei der erwarteten Segmentergebnismarge von 24,0 Prozent bleiben sie hinter den Marktschätzungen von 25,3 Prozent zurück. Die Finanzprognosen sehen für 2026/2027 ein EBIT von 4,64 Milliarden Euro und einen Gewinn je Aktie von 2,87 Euro vor, nach 2,93 Milliarden Euro beziehungsweise 1,76 Euro im Geschäftsjahr 2025/2026. Die Dividende soll von 0,35 Euro auf 0,42 Euro je Aktie steigen.
Auch für 2027/2028 kalkuliert mwb research bei Infineon mit weiterem Wachstum. Der Umsatz soll 21,88 Milliarden Euro erreichen, das EBIT auf 5,54 Milliarden Euro zulegen. Beim Gewinn je Aktie rechnen die Analysten mit 3,45 Euro und bei der Dividende mit 0,48 Euro. Eine wesentliche Voraussetzung für die weitere Margenverbesserung ist der Abbau der auf rund 650 Millionen Euro bezifferten Leerkostenbelastung im Geschäftsjahr 2025/2026. Zusätzliche Anlaufkosten der Dresdner Smart Power Fab könnten diesen Effekt allerdings teilweise kompensieren.
Besonderes Potenzial sieht mwb research bei Infineon im Geschäft mit Stromversorgungslösungen für KI-Anwendungen. Die Analysten rechnen damit, dass der Konzern sein Umsatzziel für diesen Bereich im Geschäftsjahr 2026/2027 von bislang mehr als 2,5 Milliarden Euro auf rund 3 Milliarden Euro anheben könnte. Das entspräche einem Wachstum von 87,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Nachfrage übersteige weiterhin die verfügbaren Kapazitäten, während mehrjährige Kundenvereinbarungen mit einem kumulierten Umsatzvolumen im hohen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich die Planbarkeit verbesserten. Für eine nachhaltige höhere Bewertung der Infineon Aktie reicht nach Einschätzung von mwb research jedoch ein starkes KI-Geschäft allein nicht aus. Dafür müssten auch die Margen im Automobil- und Industriegeschäft überzeugend zulegen.
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