Enapter Aktie: Die Liquidität bleibt der kritische Punkt
Enapter hat den Umsatz im ersten Halbjahr 2026 auf 10,8 Millionen Euro nahezu verdoppelt und den EBITDA-Verlust von 8,1 Millionen Euro auf 4,5 Millionen Euro reduziert. Beim EBIT weitete sich der Verlust dagegen von 11,1 Millionen Euro auf 28,5 Millionen Euro aus, vor allem aufgrund einer nicht zahlungswirksamen Wertberichtigung von 19,8 Millionen Euro auf den Campus in Saerbeck. Bereinigt um diesen Effekt hätte der EBIT-Verlust bei rund 8,7 Millionen Euro gelegen.
Kritisch bleibt bei Enapter die Liquidität: Der operative Cashflow verschlechterte sich auf minus 10,3 Millionen Euro, Ende Juni verfügte die Gesellschaft nur noch über liquide Mittel von 1,5 Millionen Euro.
Zusätzlichen Druck erzeugt der schwache Wasserstoffmarkt. Der Auftragseingang sank im ersten Halbjahr um 43 Prozent auf 3,6 Millionen Euro, der Auftragsbestand von 42,0 Millionen Euro auf 28,8 Millionen Euro. Enapter reagiert mit einem Asset-light-Modell, Produktionspartnern in China und einer stärkeren Ausrichtung auf den chinesischen Markt. Zudem ist eine Kapitalerhöhung über 10 bis 12 Millionen Euro mit einem strategischen Partner geplant.
mwb research sieht allerdings noch wesentliche offene Fragen und lässt sowohl Anlageurteil als auch Kursziel weiterhin „Under Review“. Die Enapter Aktie notiert aktuell 0,20 Prozent höher bei 0,996 Euro.
Die bisherigen Modellschätzungen von mwb research sehen für 2026 einen Umsatz von 39,7 Millionen Euro vor, gefolgt von 55,6 Millionen Euro 2027 und 75,0 Millionen Euro 2028. Das Ergebnis je Enapter Aktie wird mit minus 1,55 Euro, minus 0,04 Euro und plus 0,14 Euro prognostiziert. Dividenden werden für keines der drei Jahre erwartet. Allerdings aktualisiert mwb diese Schätzungen angesichts des laufenden Strategiewechsels derzeit ausdrücklich nicht. Mehr Klarheit über die neue Strategie, ihre finanziellen Auswirkungen und die geplante Finanzierung erwartet das Researchhaus gegen Jahresende.
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