Wolftank: Wieder in den schwarzen Zahlen – Auftragsbestand sinkt
Im ersten Halbjahr verbessert Wolftank den Umsatz um 10,9 Prozent auf 67,4 Millionen Euro. Wie CEO Simon Reckla auf einer Telefonkonferenz sagt, setzt sich die Trendwende beim Umsatz fort. Nach einem Plus im ersten Quartal zeigt sich die bessere Dynamik auch im zweiten Jahresviertel. Dies sei kein Einmaleffekt, so der Vorstandschef.
Das EBITDA kommt auf 5,9 Millionen Euro, im Vorjahr waren es -2,6 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge legt entsprechend von -4,3 Prozent auf +8,8 Prozent zu.
Auch beim EBIT werden schwarze Zahlen geschrieben: +3,5 Millionen Euro im Vergleich zu -5,1 Millionen Euro im Vorjahr. Unterm Strich macht Wolftank einen Gewinn von 1,3 Millionen Euro (Vorjahr: -5,9 Millionen Euro). Die Nettoverschuldung sinkt von 18,9 Millionen Euro auf 15,3 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote verbessert sich von 18,8 Prozent auf 19,8 Prozent.
Im Vorjahr waren die Zahlen durch einen Einmaleffekt negativ beeinflusst. Es gab ein Gerichtsverfahren in Italien, das inzwischen mittels Vergleich beendet wurde. Inzwischen machen sich bei Wolftank aber auch Effizienzmaßnahmen bemerkbar.
Simon Reckla sagt: „Die Ergebnisverbesserung kommt aus erfolgreich abgeschlossenen und abgerechneten mehrjährigen Projekten, unserer Kostendisziplin und einer effizienteren Organisation.“
In der Telefonkonferenz erwähnt Recklag in diesem Zusammenhang eine konsequentere Projektabwicklung und einen stärkeren Fokus auf die Margen. Die Kosteneinsparungen greifen, auch machen die strukturellen Vereinfachungen in der Gruppe Fortschritte.
Gesunken ist von Januar bis Juni der Auftragseingang. Lag dieser im Vorjahr bei 83,7 Millionen Euro, so werden jetzt 58,3 Millionen Euro gemeldet. Der Auftragsbestand geht von 146,3 Millionen Euro auf 118 Millionen Euro zurück. Reckla sieht den Auftragsbestand auf einem guten und sicheren Level.
Für das Gesamtjahr rechnet Wolftank weiter mit einem Umsatz von rund 135 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge soll bei 6 Prozent bis 7 Prozent liegen. Das zweite Halbjahr wird demnach beim Ergebnis schwieriger als die erste Jahreshälfte.
Reckla erläutert: „Für das zweite Halbjahr richten wir uns auf steigende Energiepreise und eine vorsichtigere Investitionshaltung unserer Industriekunden ein. Wir begegnen dem mit Kostendisziplin und einer selektiven Priorisierung wertschaffender Projekte.“
Bei Wolftank erkennt man erste Anzeichen einer Abkühlung. Es gibt einen gewissen Gegenwind im zweiten Halbjahr, der auch mit den geopolitischen Spannungen zu begründen ist. Das schlägt sich auf die Stimmung der Kunden nieder.
Klares Wachstum bis 2030
2027/28 soll der Umsatz auf 150 Millionen Euro bis 175 Millionen Euro steigen, vor allem aufgrund des organischen Wachstums. Die EBITDA-Marge soll sich bei 10 Prozent bewegen. Bis 2030 soll der Umsatz auf 250 Millionen Euro zulegen. Die Marge soll sich auf 12 Prozent verbessern.
Wolftank will sich in den kommenden Jahren auf europäische Märkte fokussieren. Geplant ist ein Ausbau der profitablen und wachsenden Segmente in der Umwelttechnologie. Zudem will die im m:access der Börse München notierte Gesellschaft in neue und angrenzende Märkte und Kundensegmente expandieren.
Am 25. November wird Wolftank die Zahlen zum dritten Quartal präsentieren.
Die Aktien von Wolftank gewinnen 8,3 Prozent auf 3,90 Euro. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie 43 Prozent verloren.
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