Homann Holzwerkstoffe rutscht tief in die roten Zahlen
Homann Holzwerkstoffe hat im ersten Halbjahr 2026 bei nahezu stabilem Umsatz einen massiven Ergebniseinbruch verbucht. Die Erlöse lagen mit 194,4 Millionen Euro nach 195,0 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Das um Währungseffekte bereinigte EBITDA fiel dagegen von 22,1 Millionen Euro auf minus 1,4 Millionen Euro. Unter dem Strich weitete sich der Konzernverlust von 2,7 Millionen Euro auf 29,4 Millionen Euro aus.
Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch hohe Anlaufverluste des neuen Werks im litauischen Pagiriai, die schwache Nachfrage sowie deutliche Kostensteigerungen bei Chemikalien, Holz, Energie und Transport infolge des Nahost-Konflikts. Ohne die Anlaufverluste in Litauen hätte das bereinigte EBITDA 13,9 Millionen Euro nach 26,6 Millionen Euro erreicht. Homann will das Werk nun für 12 bis 21 Monate stilllegen und erwartet dadurch allein im zweiten Halbjahr eine Verringerung der dortigen operativen Verluste um 5 bis 6 Millionen Euro gegenüber der ersten Jahreshälfte.
Auch der Cashflow geriet unter Druck: Der operative Cashflow sank von plus 8,4 Millionen Euro auf minus 14,2 Millionen Euro. Das Eigenkapital verringerte sich seit Jahresende von 186,3 Millionen Euro auf 153,9 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote lag bei 26,8 Prozent. Homann stellte geplante Investitionen zurück und ersetzte zudem eine Brückenfinanzierung über 30 Millionen Euro durch ein langfristiges Tilgungsdarlehen mit Laufzeit bis 2031.
Für 2026 erwartet Homann weiterhin einen Umsatz etwa auf Vorjahresniveau von 383 Millionen Euro und ein bereinigtes EBITDA von 10 bis 15 Millionen Euro. Ohne die Anlaufverluste in Litauen soll das währungsbereinigte EBITDA zwischen 34 und 39 Millionen Euro liegen, nach 54 Millionen Euro im Vorjahr. Die Gesellschaft hatte diesen angepassten Ausblick bereits Mitte August kommuniziert.
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