Staige One senkt Verlust – neues KI-Geschäft vor Bewährungsprobe
Staige One hat den Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 12 Prozent von 0,92 Millionen Euro auf 1,03 Millionen Euro gesteigert und zugleich den operativen Verlust deutlich reduziert. Das EBITDA verbesserte sich von minus 1,51 Millionen Euro auf minus 0,47 Millionen Euro, der Verlust nach Steuern von 1,90 Millionen Euro auf 0,83 Millionen Euro. Wesentlich dafür waren Kostensenkungen: Der Personalaufwand sank von 1,28 Millionen Euro auf 0,95 Millionen Euro, zudem entfielen nach dem Auslaufen der Sale-and-Lease-Back-Verträge Aufwendungen für zurückgemietete Kamerasysteme von zuvor rund 0,50 Millionen Euro.
Neue Impulse kommen aus dem Geschäftsbereich „Staige for Industries“. Das Unternehmen hat eine europaweite Ausschreibung für KI-gestützten Videoschutz einer Sicherheitsbehörde in einer deutschen Millionenstadt gewonnen. Der Einsatz soll an einem stark frequentierten Platz beginnen und anschließend schrittweise auf weitere innerstädtische Standorte ausgeweitet werden. Angaben zum Auftragswert macht Staige One nicht. Zudem läuft seit August gemeinsam mit den Dortmunder Stadtwerken ein mehrmonatiger Pilotbetrieb zur KI-gestützten Videoanalyse am Dortmunder Hauptbahnhof.
Im bisherigen Sportgeschäft läuft dagegen die Umstellung wichtiger Lizenzkunden auf die neue Kamerageneration langsamer als erwartet. Staige One erwartet, einen wesentlichen Teil des Rückstands im zweiten Halbjahr aufzuholen. Gleichzeitig müssen die bereits gewonnenen und derzeit angebahnten Projekte im neuen Industriegeschäft umgesetzt werden, da ein großer Teil des für 2026 geplanten Umsatzes erst in der zweiten Jahreshälfte anfallen soll.
Die Jahresprognose bleibt unverändert: Nach 2,0 Millionen Euro Umsatz 2025 sollen 2026 zwischen 3,0 und 3,5 Millionen Euro erreicht werden, vor allem mit Zuwächsen in der Sparte „Staige for Industries”. „Ein großer Teil des Jahresumsatzes wird dabei im zweiten Halbjahr anfallen. Entscheidend ist deshalb die fristgerechte Umsetzung der bereits gewonnenen sowie der sich konkret anbahnenden Projekte”, so Staige-One-Vorstand Jan Taube am Donnerstag. Beim EBITDA erwartet Staige One nach minus 2,5 Millionen Euro im Vorjahr eine Spanne von minus 0,2 bis plus 0,2 Millionen Euro und weiterhin den operativen Break-even im zweiten Halbjahr.
Die Finanzierung wird über bestehende Gesellschafterdarlehen und eine Kontokorrentlinie abgesichert, bis Ende August stellten die Großaktionäre adesso und Malo Industriebeteiligungen weitere Kredite von insgesamt rund 0,85 Millionen Euro bereit.
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