Hensoldt Aktie: Weiter Weg zurück zur Stärke
Rüstungsaktien stehen an der Börse derzeit nicht im Fokus, das bekam neben der Hensoldt Aktie am Dienstag eine ganze Reihe von Titeln zu spüren. Nachdem der gesamte Sektor zuletzt von einer Abwärtsbewegung erfasst wurde, verlor der Kurs des Münchener Sensorik- und Radarspezialisten gestern im XETRA-Handel 3,53 Prozent auf 78,62 Euro und fiel damit unter die 200-Tage-Linie bei 80,64 Euro. Dieser gleitende Durchschnitt ist die wichtige Trennlinie zwischen einer möglichen Erholung und der Fortsetzung des übergeordneten Abwärtstrends, sein Bruch wiegt entsprechend schwer. Ein kleiner Support um 77,64 Euro hielt am Dienstag zwar noch, steht aber sichtbar unter Druck. Vorbörslich zeigt sich der TecDAX-Titel am Mittwochmorgen mit 77,86 Euro knapp darüber, ein belastbares Signal ist das zu dieser frühen Stunde allerdings nicht.
Die Entwicklung bei der Hensoldt Aktie kommt nicht aus dem Nichts. Nach dem Scheitern des Rüstungstitels am Widerstand bei 96,70 Euro Mitte August ist der Abwärtstrend intakt, und in den vergangenen 4investors.de-Chartchecks hatten wir genau davor gewarnt. Der gestrige Bruch der 200-Tage-Linie ist damit die konsequente Fortsetzung einer Bewegung, die sich seitdem abgezeichnet hat. Begleitet wird sie nahezu die gesamte Zeit von einem zunehmend negativen Kapitalfluss, der Chaikin Money Flow steht bei -0,17, ist zuletzt klar gefallen und macht das Bild damit nicht heller.
Kurzfristig hängt nun alles an der Unterstützung um 77 Euro. Hält dieser Bereich, deutet sich in Kombination mit den überverkauften Oszillatoren eine mögliche Stabilisierung an. Der Stochastic RSI steht mit 13,49 zu 7,99 tief unten und beginnt zu drehen, der RSI notiert mit 36,15 unter seiner Signallinie bei 44,55 und signalisiert weiterhin Schwäche, ohne bereits im Extrembereich zu liegen. Aus dieser Konstellation kann sich eine technische Gegenreaktion ergeben, zwingend ist sie aber nicht.
Hensoldt Aktie: An der 77er-Marke fällt die Entscheidung
Ob daraus schon eine echte Wende wird oder ob an der 77er-Marke die nächsten Verkaufssignale entstehen, ist damit offen. Gibt der Bereich nach, wartet als potenziell starker Boden die Zone bei 63,18/64,80 Euro, darüber liegt mit 69,48/71,00 Euro eine erste deutliche Auffangmarke für den Radarspezialisten. Angesichts des intakten Abwärtstrends ist ein Test dieser tieferen Marken kein unwahrscheinliches Szenario, sollte die 77er-Zone fallen.
Nach oben ist der Weg lang und mit Hürden verstellt. Zunächst bräuchte die Hensoldt Aktie einen Rebreak über die Zone bei 82,02/82,82 Euro und die 50-Tage-Linie bei 83,49 Euro, um das angeschlagene Bild überhaupt aufzuhellen. Darüber folgen die Widerstände bei 85,42/85,66 Euro und 91,26/91,72 Euro, ehe die entscheidende Marke bei 96,70 Euro erreicht wäre, an der die Erholung Mitte August gescheitert ist. Erst ein Sprung darüber würde den Abwärtstrend wirklich brechen und dem Münchener Konzern die Tür nach oben öffnen. Dann warten als nächste Ziele die frühere Topregion zwischen 107,00 und 108,90 Euro und schließlich das Allzeithoch bei 117,70 Euro.
Bis dahin bleibt die Hensoldt Aktie ein angeschlagener Wert, dessen unmittelbares Schicksal davon abhängt, ob die 77er-Unterstützung dem Verkaufsdruck standhält. Solange sich das Sentiment für die gesamte Rüstungsbranche nicht dreht, bleibt der Gegenwind für den Sektor ein zusätzlicher Belastungsfaktor.
Charttechnische Daten zur Hensoldt Aktie
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Letzter Aktienkurs | 78,62 Euro (Börse: XETRA) |
| 52 Wochen Tief / Hoch | 56,64 Euro / 117,70 Euro |
| Bollinger-Bands 20 (unten / oben) | 76,28 Euro / 97,66 Euro |
| EMA 20 | 86,97 Euro (BB-Basis) |
| EMA 50 | 83,49 Euro |
| EMA 200 | 80,64 Euro |
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