paragon stellt Insolvenzanträge und macht Investor verantwortlich
Paragon hat beim Amtsgericht Paderborn Insolvenzanträge für die börsennotierte paragon GmbH & Co. KGaA sowie die Tochtergesellschaften paragon electronic und paragon movasys gestellt. Betroffen sind insgesamt 552 Arbeitsplätze an sechs deutschen Standorten. Auslöser sind nach Angaben des Unternehmens vom Montag ausgebliebene Zahlungen eines Investors aus Indien. Die ausländischen Tochtergesellschaften von paragon in Kroatien und China sind von den Insolvenzanträgen nicht betroffen.
Der indische Geldgeber hatte sich laut Angaben der Gesellschaft aus Delbrück im Juni im Zusammenhang mit geplanten Minderheitsbeteiligungen verpflichtet, paragon zunächst ein Darlehen über 12 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Davon sollten 5 Millionen Euro Ende Juni und weitere 7 Millionen Euro Ende Juli fließen. Zusätzlich war ein Darlehen über 6 Millionen Euro auf Abruf vorgesehen. Nach Darstellung von paragon blieb die Finanzierung trotz mehrfacher Aufforderung aus.
Die fehlenden 12 Millionen Euro bringen paragon nun nach eigenen Angaben in Schwierigkeiten bei Vereinbarungen mit Lieferanten. Ohne die zugesagten Mittel könne das Unternehmen dort eingegangene Verpflichtungen nicht erfüllen. paragon zufolge wäre die Finanzierung bei vertragsgemäßer Zahlung durch den Investor bis Ende 2028 gesichert gewesen. Die Prüfung des Jahresabschlusses 2025 durch KPMG sei weitgehend abgeschlossen, für den Bestätigungsvermerk habe zuletzt noch der Eingang der Investorenzahlungen gefehlt.
Wie es mit dem Unternehmen im Insolvenzverfahren konkret weitergeht, ist derzeit offen. Die Geschäftsführung rechnet derzeit mit einer Fortführung des Geschäftsbetriebs nach Bestellung eines vorläufigen Insolvenzverwalters. paragon verweist dabei auf ein profitables operatives Geschäft und einen hohen Auftragsbestand bei großen Automobilherstellern.
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