Cantourage: Dynamik bei der Internationalisierung
Cantourage ist aktuell vor allem im DACH-Raum, Großbritannien und Polen aktiv. Auf den deutschsprachigen Raum entfallen im zweiten Quartal 46 Prozent des Umsatzes, 44 Prozent werden in Großbritannien generiert, die restlichen 10 Prozent stammen aus Polen. Dies erklärte Vorstand Philip Schetter auf der Herbstkonferenz des Equity Forum in Frankfurt vor zahlreichen Interessenten. Noch vor einem Jahr entfielen 84 Prozent des Umsatzes auf Deutschland. Dies zeigt klar, wie sehr die Internationalisierung an Dynamik gewinnt.
In Deutschland sieht CEO Schetter rund 17 Millionen potentielle Patienten für die Cannabis-Produkte von Cantourage. In Großbritannien sind es 5 Millionen, das Potenzial in Polen liegt mit bis zu 8 Millionen darüber. Gerade der polnische Markt ist jedoch schwierig, es gibt dort hohe Bürokratiehürden, um Produkte zu registrieren. Hier war Cantourage schneller als manche Mitbewerber und hat sich einen entsprechenden Vorteil gesichert. Insgesamt sieht Schetter seine Gesellschaft als gut positioniert an, um am Markt eine wichtige Rolle zu spielen.
Für das zweite Quartal meldet die Gesellschaft einen Umsatz von 21,8 Millionen Euro (Vorjahr: 27,8 Millionen Euro). Das EBITDA verbessert sich um 45 Prozent auf 2,9 Millionen Euro. Am 30. Juni verfügte Cantourage über einen Cashbestand von 9,3 Millionen Euro. In diesem Zusammenhang macht der Vorstandschef in Frankfurt darauf aufmerksam, dass man in der ganzen Firmenhistorie weniger als 9 Millionen Euro von Investoren eingesammelt habe.
Im laufenden Jahr soll es einen Umsatz von 85 Millionen Euro bis 95 Millionen Euro geben. Das bereinigte EBITDA wird bei 10 Millionen Euro bis 12 Millionen Euro erwartet. Dieser vor wenigen Tagen erstmals publizierte Ausblick wird in Frankfurt bestätigt.
Dividende ist bei Cantourage „Diskussionspunkt“
In den kommenden Jahren dürfte sich das Wachstum fortsetzen. Cantourage will in weitere Länder hineingehen. Spanien, Frankreich und Italien stehen auf der Expansionsliste der Gesellschaft.
Beim Thema Dividende ist Schetter in Frankfurt zurückhaltend. Dies sei ein Diskussionspunkt, der auch mit dem Aufsichtsrat thematisiert werde. Derzeit gebe es aber viele andere Ideen, wo man Geld investieren könne. Daher erscheint es eher unwahrscheinlich, dass Cantourage zeitnah zum Dividendentitel wird.
Von den Analysten von First Berlin hat es jüngst eine Kaufempfehlung für die Aktien von Cantourage gegeben. Das Kursziel wird mit 11,00 Euro berechnet.
Von diesem Ziel ist das Papier noch weit entfernt. Zuletzt notiert die Aktie im XETRA-Handel bei 5,80 Euro. In den vergangenen zwölf Monaten schaffte das Cantourage-Papier ein Plus von 45 Prozent.
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