BASF Aktie: Die Luft wird dünner - Schwachstelle Cashflow
Nach der jüngsten Kurserholung sieht mwb research bei der BASF Aktie kaum noch Spielraum nach oben und stuft den Titel von „Buy“ auf „Hold“ ab. Das Kursziel bleibt bei 55 Euro und liegt damit nur rund 3 Prozent über dem aktuellen XETRA-Kurs von 53,38 Euro. Seit der Hochstufung nach den vorläufigen Zahlen zum zweiten Quartal hat sich die damalige Bewertungslücke weitgehend geschlossen. Gleichzeitig normalisieren sich insbesondere in Asien die Angebotsbedingungen, die zuvor höhere Preise ermöglicht hatten. Auch vorsorgliche Käufe der Kunden angesichts geopolitischer Unsicherheiten lassen nach. Weitere deutliche Ergebnissteigerungen müssten daher zunehmend aus einer nachhaltigen Erholung der Absatzmengen kommen.
Auf der Kostenseite hat BASF dagegen weitere Hebel. Der DAX-notierte Chemiekonzern hat bereits Einsparungen von annualisiert rund 2 Milliarden Euro umgesetzt und will bis zum Jahresende etwa 2,3 Milliarden Euro erreichen. Hinzu kommt das Programm CoreShift, mit dem BASF die Netto-Fixkosten im Kerngeschäft bis 2029 gegenüber 2024 um bis zu 20 Prozent reduzieren will. Im ersten Halbjahr lagen diese Kosten bereits 4 Prozent niedriger. Zusammen mit dem Umbau des Standorts Ludwigshafen und einer geringeren Kapitalintensität können diese Maßnahmen nach Einschätzung von mwb die Ergebnisse bei einer weiterhin schwachen Nachfrage stabilisieren. Für eine weitere Neubewertung der BASF Aktie reichen die Sparmaßnahmen aus Sicht der Analysten allein aber nicht aus.
Eine Schwachstelle bleibt der Cashflow. Im ersten Halbjahr verbuchte BASF einen Free Cashflow von minus 1,6 Milliarden Euro, unter anderem wegen der höheren Kapitalbindung durch Rohstoffpreise und Forderungen. Für das Gesamtjahr hält der Konzern dennoch an der Prognose von 1,5 Milliarden Euro bis 2,3 Milliarden Euro fest und setzt dafür auf stärkere Mittelzuflüsse im zweiten Halbjahr sowie niedrigere Investitionen als ursprünglich geplant. Parallel läuft ein weiteres Aktienrückkaufprogramm über 1 Milliarde Euro. Zudem will BASF im zweiten Halbjahr Schulden über 2,5 Milliarden Euro zurückzahlen, davon 1,6 Milliarden Euro vorzeitig.
Für 2026 erwartet mwb bei BASF einen Umsatz von 63,24 Milliarden Euro nach 59,66 Milliarden Euro im Vorjahr. 2027 sollen die Erlöse auf 64,50 Milliarden Euro und 2028 auf 66,44 Milliarden Euro steigen. Deutlicher fällt die erwartete Erholung beim Gewinn je BASF Aktie aus: Nach 1,82 Euro für 2025 kalkuliert mwb mit 3,03 Euro für 2026, 3,97 Euro für 2027 und 3,83 Euro für 2028. Die Dividende wird für diese drei Jahre auf 2,27 Euro, 2,58 Euro und 2,49 Euro je BASF Aktie geschätzt. Trotz dieser Ergebnisverbesserung sieht mwb beim aktuellen Kursniveau keinen ausreichenden Bewertungsabschlag mehr für eine Kaufempfehlung.
