Ernst Russ: Höhere Charterraten und neue Tanker für die Flotte
Ernst Russ hat im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 78,6 Millionen Euro erzielt und damit das Vorjahresniveau in etwa gehalten. Das EBIT fiel um 31 Millionen Euro auf 24,6 Millionen Euro. Der Rückgang beim operativen Ergebnis des Reederei-Konzerns geht vor allem auf das Fehlen der hohen Verkaufserträge des Vorjahres zurück, als zwei Containerschiffe Sondereffekte von 32,3 Millionen Euro gebracht hatten. Bereinigt um Schiffsverkäufe erhöhte sich die EBITDA-Marge des Hamburger Unternehmens leicht auf 50,4 Prozent. Der operative Cashflow blieb mit 38,1 Millionen Euro stabil, die liquiden Mittel von Ernst Russ lagen Ende Juni bei 117,7 Millionen Euro.
Im operativen Reedereigeschäft entwickelten sich die Charterraten positiv. Im Durchschnitt erzielte die Flotte 19.716 Dollar pro Tag und damit 2.304 Dollar mehr als im Vergleichszeitraum. Die Beschäftigungsquote erreichte 98,3 Prozent. Zugleich wuchs der vertraglich gesicherte Charter Backlog seit Ende 2025 von 522,2 Millionen auf 688,6 Millionen Dollar. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Charterverträge verlängerte sich von 26 auf 32 Monate.
„Jedes neue Schiff, das wir in unsere Flotte integrieren, sichern wir mit einem langfristigen Chartervertrag ab. Das schafft eine Planbarkeit, die wir unseren Investorinnen und Investoren am Kapitalmarkt bieten können“, so Christopher Eilers, Co-CEO und Chief Financial Officer der Ernst Russ AG.
Bei der Flotte setzt Ernst Russ inzwischen auf eine breitere Aufstellung. Im Frühjahr wurden die beiden Multipurpose-Schiffe „Ronnie” und „Charlie” übernommen und jeweils für sieben Jahre verchartert. Gemeinsam mit Eimskip sind zudem zwei neue Containerfeeder mit jeweils 2.280 TEU vorgesehen, die nach ihrer Ablieferung zehnjährige Charterverträge erhalten sollen. Neu hinzu kommt das Tankergeschäft: Vier bestellte Produkten- und Chemikalientanker sollen im ersten Halbjahr 2027 übernommen werden und sind für mindestens fünf Jahre verchartert.
„Widerstandsfähiger gegenüber geopolitischer Volatilität“
„Mit dem Einstieg ins Tankersegment und zwei neuen Multipurpose-Schiffen haben wir unsere Flotte auf vier Segmente diversifiziert. Diese breite Aufstellung macht uns widerstandsfähiger gegenüber geopolitischer Volatilität und schwankenden Marktzyklen und ist damit ein zentraler Baustein unserer langfristigen Flottenstrategie“, sagt Joseph Schuchmann, Co-CEO und Chief Commercial Officer der Ernst Russ AG, der seinen Vertrag vorzeitig um fünf Jahre bis 31. Dezember 2031 verlängert hat.
Für 2026 erwartet Ernst Russ weiterhin 145 bis 160 Millionen Euro Umsatz. Die bereits im Mai angehobene EBIT-Prognose liegt bei 45 bis 55 Millionen Euro. Hintergrund der Erhöhung war vor allem der Verkauf des Containerfeeders „EF Emira”. Ende Juni waren nach Unternehmensangaben bereits Umsätze von 151,4 Millionen Euro für das Gesamtjahr kontrahiert.
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Hinweis auf Interessenskonflikt(e): Der / die Autor(in) oder andere Personen aus der 4investors-Redaktion halten unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten / Derivate auf Finanzinstrumente von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten: Ernst Russ AG.
