Lang & Schwarz: Rekordhalbjahr trifft auf Gegenwind
Lang & Schwarz hat den Gewinn im ersten Halbjahr 2026 gesteigert. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sprang von 39,7 Millionen Euro auf 71,7 Millionen Euro, der Konzernüberschuss von 26,5 Millionen Euro auf 48,4 Millionen Euro. Je Aktie verdiente der Düsseldorfer Finanzdienstleister 5,13 Euro nach 2,81 Euro im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Sondereffekte waren es 5,20 Euro je Aktie.
Basis der Entwicklung waren Handelsumsätze von 174,1 Milliarden Euro, rund 6 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025. Noch wesentlich stärker legte das Ergebnis aus der Handelstätigkeit zu: Es erhöhte sich um gut 54 Prozent auf 98,6 Millionen Euro. Die Zahl der Trades blieb mit 54,8 Millionen nahezu unverändert. Auch im zweiten Quartal lag Lang & Schwarz deutlich über dem Vorjahr: Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erreichte 23,5 Millionen Euro nach 13,7 Millionen Euro, der Quartalsgewinn stieg von 9,2 Millionen Euro auf 15,9 Millionen Euro.
Allerdings hat sich die Lage seit Anfang Juli verändert. Trade Republic betreibt inzwischen eine eigene Handelstechnologie, was sich bei Lang & Schwarz im dritten Quartal durch ein deutlich schwächeres Market Making bemerkbar macht. Gut läuft nach Angaben des Unternehmens dagegen weiterhin das Geschäft mit strukturierten Produkten. Auf die neuen Bedingungen im Retail-Wertpapierhandel reagiert der Konzern unter anderem mit Kostensenkungen. Die Mitarbeiterzahl soll gegenüber dem Stand von 108 Beschäftigten Ende Juni um mehr als 10 Prozent reduziert werden.
Gleichzeitig arbeitet Lang & Schwarz an einer breiteren Aufstellung des Market Makings. Geplant sind zusätzliche Handelsplätze, engere Kooperationen und ein weiteres Handelsmodell mit mehreren Market Makern. „Unsere Organisation ist solide aufgestellt, wir verfügen über eine breite Kundenbasis und arbeiten mit hoher Priorität daran, unsere strategischen Kooperationen mit unseren starken Partnern zu vertiefen und unser neues Handelsmodell an den Start zu bringen”, so das Unternehmen. Das Geschäft mit strukturierten Produkten soll ebenfalls ausgebaut werden. Finanzielle Spielräume sind bei Lang & Schwarz vorhanden: Die bilanziellen Konzerneigenmittel erhöhten sich seit Ende 2025 von 158,5 Millionen Euro auf 207 Millionen Euro.
„Lang & Schwarz verfügt über langjährige Kapitalmarktexpertise, leistungsfähige Technologie, zwei profitable Kerngeschäftsfelder und eine starke Bilanz. Diese Kombination bietet uns eine sehr gute Ausgangsbasis für die nächsten Entwicklungsschritte. Unser Anspruch ist es, aus den Veränderungen im Markt neue Chancen zu entwickeln und Lang & Schwarz strategisch breiter, technologisch stärker und langfristig widerstandsfähiger aufzustellen”, so Handelsvorstand Andreas Fleischmann am Freitag.
4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen
Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.


Dieser Bericht könnte Sie auch interessieren