Börse am Morgen: Home Depot, Klarna, Anleihe-Renditen, Börsentermine - Nord/LB
Die ZEW-Konjunkturumfrage im August belegt einen wachsenden Konjunkturoptimismus unter Finanzmarktexperten. Sowohl die Konjunkturerwartungen (+7,9 auf 34,2 Punkte) als auch die aktuelle Lage (+16,5 auf minus 61,1 Punkte) legten deutlich stärker zu als erwartet. Der positive Trend ist bemerkenswert, da die Unsicherheit durch die geopolitischen Konflikte weiterhin hoch ist und einige Beobachter durch den Hitzesommer neue Belastungen befürchten. Wir sehen zwar auch Bremseffekte, verschiedene Gründe sprechen aber dafür, dass diese allenfalls temporärer Natur sein dürften. Die Botschaft der wichtigen Stimmungsindikatoren ist hingegen seit Wochen eindeutig: Die Konjunkturstimmung hellt sich immer weiter auf. In Anlehnung an die Beatles könnte man sagen: Here comes the sun – wobei der Blick auf die überraschend soliden Konjunkturdaten verdeutlicht, dass die Sonne in diesem Jahr nie so ganz weg war. Die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung der EZB im September nimmt damit nochmal zu.
Der Deutsche Bauernverband erwartet 2026 mit 41,9 Mio. t Getreide eine unterdurchschnittliche Ernte, 7% weniger als 2025. Die durchschnittlichen Erträge sinken um 9% auf 68,9 dt/ha. Ursache sind vor allem das trockene Frühjahr und die Hitzewelle Ende Juni, die regional zu Notreife und starken Ertragseinbußen führten. Besonders betroffen sind Süd- und Westdeutschland. Neben Trockenheit und Hitze belasteten Schädlingsbefall und fehlende Pflanzenschutzmittel. Das enttäuschende Ernteergebnis trifft die Betriebe in einer ohnehin schwierigen wirtschaftlichen Lage. Niedrigere Erträge und Erzeugerpreise bei gleichzeitig hohen Betriebskosten belasten die Liquidität vieler Höfe. Die Gesamterzeugung von Industrie, Versorgern und Bergbau in den USA stieg im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,2%. Der Wert für Juni wurde von 0,1% auf 0,3% nach oben revidiert. Die Industrieproduktion allein legte im Juli ebenfalls um 0,2% zu.
Tagesausblick
Heute dürften zunächst die Verbraucherpreisdaten aus Großbritannien sowie die endgültigen Inflationszahlen für die Eurozone das Interesse der Finanzmärkte auf sich ziehen. Zwar hatte sich der britische Preisauftrieb zuletzt etwas abgeschwächt, mit Blick auf die für Juli erwartete Rückkehr auf 3,0% Y/Y dürfte eine grundsätzliche geldpolitische Entwarnung jedoch verfrüht sein. Der eigentliche Blickfang des Tages folgt jedoch erst am Abend mit den FOMC-Sitzungsprotokollen. Investoren werden die Ausführungen der US-Notenbank insbesondere daraufhin abklopfen, ob sich angesichts der zuletzt robusten US-Konjunkturdaten eine eher vorsichtige Haltung mit Blick auf mögliche Zinssenkungen erkennen lässt. Entsprechende Hinweise dürften vor allem an den Rentenmärkten auf Resonanz stoßen.
Renten- und Aktienmärkte
Nachdem die USA laut Präsident Trump keine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran anstreben, fielen die Kurse von Staatsanleihen weltweit. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe kletterte auf den höchsten Stand seit 2007.
Die steigenden Anleiherenditen sowie anziehende Ölpreise sorgten auch für Nervosität an den Aktienmärkten. Vor allem der KI-Bereich musste gestern Federn lassen. DAX -0,80%; MDAX -1,60%; TecDAX -1,01%; Dow Jones -0,22%; S&P 500 -0,69 %; Nasdaq Comp. -1,33 %.
Unternehmen
Home Depot hat in Q2 mit einem Umsatzplus von 5,7% auf USD 4,92 Mrd. und einem bereinigten Gewinn je Aktie von USD 4,92 die Erwartungen übertroffen. Rückenwind erhielt der Baumarktbetreiber durch die anhaltend hohe Nachfrage nach kleineren Renovierungs-, Reparatur- und Gartenprojekten. Aufgrund des hohen Zinsniveaus verzichten viele Hausbesitzer auf größere Umbauten oder Immobilienkäufe und investieren stattdessen in die Instandhaltung ihrer Häuser.
Der Finanzdienstleister Klarna aus Schweden hat in Q2 die Erwartungen übertroffen. Statt eines erwarteten Verlusts erzielte das Unternehmen einen Gewinn von USD 9 Mio. (Vj.: USD -53 Mio.). Der Umsatz legte um 27% auf USD 1,04 Mrd. zu. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg auf USD 91 Mio., das Bruttowarenvolumen (GMV) um 18% auf USD 36,6 Mrd., in den USA sogar um 27%. Trotz der starken Quartalszahlen senkte Klarna seine GMV-Prognose für 2026 auf USD 149 bis 151 Mrd. (zuvor: mehr als USD 155 Mrd.). Als Grund nannte das Unternehmen schwächere Erwartungen für den deutschen Markt.
Devisen und Rohstoffe
Nach dem starken Wochenauftakt bewegte sich der EUR gestern kaum.
Nachdem sich die Hoffnungen auf eine baldige Normalisierung in der Straße von Hormus zunächst nicht realisieren, sind die Ölpreise erneut gestiegen.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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