Friedrich Vorwerk Aktie: mwb zweifelt an der Dauer des Margenbooms
mwb research bleibt bei der Friedrich Vorwerk Aktie trotz der starken Geschäftsentwicklung zurückhaltend und bestätigt für den SDAX-Titel am Donnerstag in einer aktuellen Studie das „Hold“ mit einem Kursziel von 70 Euro. Beim aktuellen Aktienkurs von 66,30 Euro ist der Abstand zur Zielmarke überschaubar. Entscheidend für die weitere Bewertung ist aus Sicht des Analystenhauses, wie lange Friedrich Vorwerk das derzeit außergewöhnlich hohe Profitabilitätsniveau halten kann. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz des Unternehmens aus Tostedt bei Hamburg um 16,5 Prozent auf 198 Millionen Euro, während das EBITDA 61 Millionen Euro erreichte. Die EBITDA-Marge sprang damit gegenüber dem Vorjahr um 9,4 Prozentpunkte auf 30,7 Prozent.
Ein Fragezeichen setzt mwb hinter die Auftragsdynamik. Der Auftragseingang sank im zweiten Quartal um 6,7 Prozent auf 129 Millionen Euro. Im gesamten ersten Halbjahr steht zwar noch ein kräftiges Plus von 46 Prozent auf 321,2 Millionen Euro, das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz liegt aber lediglich bei 0,95. Der Auftragsbestand bleibt mit 1,01 Milliarden Euro beziehungsweise 1,45 Milliarden Euro einschließlich Gemeinschaftsunternehmen hoch, liegt jedoch 9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Positiv entwickelte sich der operative Cashflow, der sich im ersten Halbjahr von minus 35,3 Millionen Euro auf plus 1,7 Millionen Euro verbesserte. Die Liquidität hat sich gegenüber dem Vorjahr auf 228 Millionen Euro mehr als verdoppelt und schafft damit nach Einschätzung von mwb Spielraum für weitere Zukäufe und Ausschüttungen an die Aktionäre.
Die jüngste Übernahme des meterQ-Geschäfts wertet mwb als strategisch sinnvolle Ergänzung. Der Spezialist bringt Technologien zur Messung und Analyse von Erdgas, Wasserstoff und Biogas in die Friedrich Vorwerk Gruppe ein. Der jährliche Umsatzbeitrag dürfte zwar nur im einstelligen Millionen-Euro-Bereich liegen, weitere vergleichbare Akquisitionen wären aus Sicht des Analystenhauses jedoch positiv. Sie könnten das adressierbare Geschäftsfeld verbreitern und die Abhängigkeit von Schwächephasen einzelner Märkte reduzieren. Risiken bleiben unter anderem schwankende Energiekosten, mögliche Verzögerungen bei deutschen Infrastrukturprojekten, eine weiterhin verhaltene Wasserstoffnachfrage und Kapazitätsengpässe durch Fachkräftemangel.
Für 2026 kalkuliert mwb mit 780 Millionen Euro Umsatz und 199,3 Millionen Euro EBITDA bei Friedrich Vorwerk. Die EBITDA-Marge soll damit 25,6 Prozent erreichen. 2027 werden 904,8 Millionen Euro Umsatz und 209,5 Millionen Euro EBITDA erwartet, bevor die EBITDA-Marge 2028 weiter von 23,2 Prozent auf 21,0 Prozent zurückgehen soll. Der Gewinn je Friedrich Vorwerk Aktie wird für 2026 auf 5,88 Euro und für 2027 auf 6,07 Euro geschätzt nach 4,33 Euro im vergangenen Jahr. Bei der Dividende erwartet mwb einen Anstieg von 1,10 Euro für 2025 auf 1,47 Euro für 2026 und 1,52 Euro für 2027. Für 2028 liegen die Prognosen bei 5,38 Euro Gewinn und 1,34 Euro Dividende je Friedrich Vorwerk Aktie.
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