3U Holding schreibt fast 10 Millionen Euro auf Bitcoin-Bestand ab
Bei 3U Holding zeigt sich im ersten Halbjahr 2026 ein gespaltenes Bild: Während die Sparte Erneuerbare Energien beim Marburger Unternehmen kräftig wächst und das ITK-Geschäft seine Profitabilität verbessert, bremsen Abschreibungen auf den Bitcoin-Bestand und die Neuausrichtung des SHK-Segments den Konzern weiter. Der Umsatz sank dadurch um 13,8 Prozent auf 24,4 Millionen Euro. Operativ gelang dennoch eine deutliche Verbesserung beim Ergebnis. Nach einem negativen EBITDA von 0,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum erwirtschaftete 3U nun 2,1 Millionen Euro, womit die EBITDA-Marge 8,5 Prozent erreichte.
Unter dem Strich entstand allerdings ein deutlich erhöhter Verlust von 12,6 Millionen Euro nach 2,7 Millionen Euro Minus in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres. Hauptgrund dafür war eine nicht zahlungswirksame Wertminderung von 9,9 Millionen Euro auf den Bitcoin-Bestand der Beteiligungs-Gesellschaft. An der Treasury-Strategie hält die 3U Holding dennoch fest und besaß Ende Juni 427,1 Bitcoin mit einem bilanziellen Wert von 21,9 Millionen Euro. Die liquiden Mittel erhöhten sich gegenüber dem Jahresende von 12,5 auf 27,4 Millionen Euro.
„Wir haben im ersten Halbjahr 2026 operativ die Trendwende geschafft: Das Konzern-EBITDA ist wieder deutlich positiv, getragen von den Segmenten Erneuerbare Energien und ITK. Im Segment SHK richten wir das Geschäft konsequent auf Profitabilität aus und nehmen dafür vorübergehend geringere Umsatzerlöse in Kauf. Mit dem abgeschlossenen Repowering-Projekt im Windpark Langendorf und einer deutlich verbesserten Liquiditätsausstattung sind wir solide aufgestellt, um die eingeleitete Erholung fortzusetzen”, sagt Christoph Hellrung, Finanzvorstand bei 3U.
Wind- und Solarportfolio soll weiter wachsen
Wesentlichen Anteil an der operativen Erholung hatte das Geschäft mit Erneuerbaren Energien. Nach Abschluss des Repowerings im Windpark Langendorf sind seit Anfang März alle fünf neuen Anlagen am Netz, wodurch die installierte Leistung des eigenen Wind- und Solarportfolios von 53 auf 73 MW gestiegen ist - mittelfristig will man 100 MW erreichen. Trotz unterdurchschnittlicher Windverhältnisse erhöhte sich der Segmentumsatz um knapp 70 Prozent auf 4,2 Millionen Euro, während sich das EBITDA auf 3,6 Millionen Euro mehr als verdoppelte. Auch ITK lieferte einen positiven Ergebnisbeitrag: Bei einem Umsatzrückgang auf 6,5 Millionen Euro verbesserte sich das EBITDA um 18 Prozent auf 1,8 Millionen Euro. Die Konzentration auf margenstärkere Angebote und der Ausbau der Managed Services ließen die EBITDA-Marge von 22,1 auf 28,1 Prozent steigen.
Noch nicht aufgegangen ist dagegen die Rechnung im SHK-Geschäft. Angesichts der schwachen Baukonjunktur und zurückhaltender Modernisierungsnachfrage fährt die 3U-Tochter Selfio weniger profitables Geschäft bewusst zurück. Dadurch fiel der Segmentumsatz um 26,4 Prozent auf 14,2 Millionen Euro, während sich der EBITDA-Verlust von 1,4 auf 1,7 Millionen Euro vergrößerte. Die laufende Restrukturierung belastet damit zunächst Umsatz und Ergebnis bei der 3U Holding, bevor die geplanten Effekte aus einem gestrafften Sortiment, effizienteren Beschaffungs- und Logistikprozessen sowie der Integration der EMPUR-Gruppe greifen sollen.
Die anhaltenden Schwierigkeiten im SHK-Segment hatten 3U bereits Ende Juli zur Senkung der Jahresprognose veranlasst. Für 2026 erwartet der Vorstand nun einen Konzernumsatz von 48 bis 53 Millionen Euro statt zuvor 55 bis 60 Millionen Euro. Die EBITDA-Prognose wurde von 6 bis 8 Millionen Euro auf 4 bis 6 Millionen Euro reduziert. Während die Planungen für ITK und Erneuerbare Energien unverändert bleiben und der Vorstand dort im zweiten Halbjahr einen stabilen Verlauf erwartet, dürfte das SHK-Geschäft wegen des schwachen Marktumfelds zunächst verhalten bleiben.
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