Exasol senkt Prognose: Bestandskunden bremsen das Wachstum
Exasol muss seine Ziele für 2026 nach einem schwächer als erwartet ausgefallenen ersten Halbjahr 2026 zurücknehmen. Beim Annual Recurring Revenue (ARR) erwartet das Software-Unternehmen aus Nürnberg gegenüber den 38,4 Millionen Euro von Ende 2025 nun eine Veränderung zwischen minus 2 und plus 2 Prozent, nachdem man einen Zuwachs im mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt hatte. Der Umsatz soll im oberen statt im mittleren einstelligen Prozentbereich sinken. Die EBITDA-Prognose wird zugleich von 3 bis 4 Millionen Euro auf 3,0 bis 3,5 Millionen Euro eingeengt. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen zudem eine weitere positive Entwicklung bei Neukunden sowie einen gegenüber 2025 mehr als halbierten ARR-Churn.
Die Impulse kommen aus dem Neukundengeschäft, reichen bislang aber nicht aus, um die Schwäche im Geschäft mit den Bestandskunden auszugleichen. „Die Zurückhaltung bei Bestandskunden ist unter anderem auf massiv gestiegene Hardwarepreise sowie auf die angespannte konjunkturelle Lage in Exasols Kernmärkten zurückzuführen”, meldet das Unternehmen am Mittwoch. Hinzu kam der „verzögerte Vertriebsstart einer gemeinsamen Lösung mit einem strategischen Kooperationspartner”, so Exasol.
Exasol gewann im ersten Halbjahr elf neue Kunden und sieht insbesondere die Ausrichtung auf Datensouveränität und agentische KI als Wachstumstreiber. „Agentische KI ist für uns nicht nur ein Zukunftsthema. Mit ihrer zunehmenden Verbreitung steigen Datenvolumina und Abfragevolumina erheblich - und damit die Anforderungen an Performance, Skalierbarkeit und Datensouveränität. Genau hierfür ist unsere Analytics-Datenbank ausgelegt. Eine leistungsfähige und souveräne Datenbasis ist entscheidend dafür, dass KI-Agenten zuverlässig Mehrwert schaffen”, so Jörg Tewes, CEO von Exasol.
Nettoliquidität verbessert sich
Nach sechs Monaten lag der ARR bei 37,9 Millionen Euro und damit knapp unter den 38,1 Millionen Euro vom Vorjahresstichtag. „Die Ausweitung existierender Lizenzen mit Bestandskunden, traditionell größter ARR-Wachstumstreiber für Exasol, verzeichnete hierbei eine deutlich niedrigere Dynamik als erwartet”, so das Unternehmen. Der Umsatz sank im ersten Halbjahr um 11,6 Prozent von 21,5 Millionen Euro auf 19,0 Millionen Euro. Dabei gingen die Hardware- und Serviceumsätze von 2,9 Millionen Euro auf nur noch 0,1 Millionen Euro zurück, während die wiederkehrenden Erlöse von 18,6 Millionen Euro auf 18,9 Millionen Euro zulegten.
Beim EBITDA meldet Exasol einen Rückgang von 2,0 Millionen Euro auf 1,6 Millionen Euro, der im Wesentlichen mit den höheren einmaligen Hardware- und Serviceerlösen im Vorjahreszeitraum zusammenhängt. Die Nettoliquidität verbesserte sich dagegen seit Ende 2025 von 18,7 Millionen Euro auf 21,6 Millionen Euro. Fortschritte gab es zudem beim ARR-Churn: Das Volumen aus Kündigungen und Vertragsanpassungen fiel von 8,1 Millionen Euro auf 1,9 Millionen Euro. Die rollierende Zwölfmonats-Kündigungsquote sank gegenüber Ende 2025 von 24 auf 10 Prozent.
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