Indus Holding: Wolframcarbid treibt Gewinn – hohe Book-to-bill-Ratio
Indus hat im ersten Halbjahr 2026 in allen drei Segmenten Wachstum verzeichnet und beim Ergebnis überproportional zugelegt. Der Konzernumsatz stieg um 15,4 Prozent auf 965,2 Millionen Euro. Das adjusted EBITA erhöhte sich von 56,1 Millionen Euro auf 123,5 Millionen Euro, womit die Marge von 6,7 Prozent auf 12,8 Prozent zunahm. Das Ergebnis je Indus Holding Aktie erreichte 2,49 Euro nach 1,13 Euro im Vorjahreszeitraum. Besonders im zweiten Quartal legte das Geschäft zu: Bei 523,6 Millionen Euro Umsatz erzielte Indus ein adjusted EBITA von 81,1 Millionen Euro.
Einen wesentlichen Anteil an der Ergebnisentwicklung hatte Materials Solutions. „Hier spiegeln sich die weiterhin außergewöhnlichen Marktbedingungen rund um Wolframcarbid wider”, sagt Johannes Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Indus Holding AG. Mehr unter anderem zum Thema Wolframcarbid lesen Sie im jüngsten Indus-Exklusivinterview von 4investors.de.
Der Segmentumsatz im Bereich Materials Solutions erhöhte sich im ersten Halbjahr von 284,4 Millionen Euro auf 376,6 Millionen Euro, das adjusted EBITA von 23,1 Millionen Euro auf 84,5 Millionen Euro. Hintergrund ist vor allem die außergewöhnliche Marktentwicklung bei Wolframcarbid. Indus weist allerdings darauf hin, dass dieses Margenniveau kein neuer Normalzustand sei und im weiteren Jahresverlauf steigende Materialkosten die Profitabilität belasten könnten. Auch die übrigen Beteiligungen des Segments steigerten nach Angaben des Unternehmens Umsatz und Ergebnis.
Das Wachstum beschränkte sich nicht auf Materials Solutions. Unabhängig vom Thema Wolframcarbid „konnten auch viele andere Beteiligungen das Geschäft in ihren jeweiligen Nischenmärkten erfolgreich ausbauen und zum Wachstum der Gruppe beitragen. Unser Portfolio ist gut aufgestellt. Die Nachfrage nach den Produkten und Lösungen unserer Beteiligungen insgesamt steigt”, so Schmid. Infrastructure steigerte den Umsatz um 5,7 Prozent auf 308,8 Millionen Euro und das adjusted EBITA um 30,2 Prozent auf 34,5 Millionen Euro. Bei Engineering nahm der Umsatz um 7,7 Prozent auf 279,6 Millionen Euro zu, während das adjusted EBITA mit 15,6 Millionen Euro annähernd auf Vorjahresniveau blieb.
Zugleich stieg der Auftragseingang konzernweit auf Halbjahresbasis um 22,5 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Mit einer Book-to-bill-Ratio von 1,14 übertraf der Auftragseingang damit den Umsatz des ersten Halbjahres.
Working Capital erhöht
Auf der Cashflow-Seite macht sich unter anderem der Preisanstieg bei Wolframcarbid bemerkbar. Das Working Capital erhöhte sich seit Jahresende von 461,5 Millionen Euro auf 627,0 Millionen Euro. Dadurch verschlechterte sich der Free Cashflow im ersten Halbjahr von minus 7,9 Millionen Euro auf minus 36,9 Millionen Euro. Im zweiten Quartal allein erzielte Indus dagegen einen positiven Free Cashflow von 37,2 Millionen Euro nach 15,7 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Die Ende Juli angehobene Prognose für 2026 wird bestätigt. Indus erwartet einen Umsatz zwischen 1,9 Milliarden Euro und 2,1 Milliarden Euro nach zuvor 1,85 Milliarden Euro bis 2,05 Milliarden Euro. Das adjusted EBITA soll 220 Millionen Euro bis 260 Millionen Euro erreichen, zuvor waren 160 Millionen Euro bis 190 Millionen Euro vorgesehen. Für die adjusted-EBITA-Marge werden 11 bis 13 Prozent statt zuvor 8 bis 10 Prozent erwartet. Die Prognose für den Free Cashflow bleibt bei mindestens einem ausgeglichenen Wert.
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