Bechtle: Rekord-Auftragsbestand sorgt für höhere Jahresziele
Bechtle hat das Wachstum im zweiten Quartal 2026 beschleunigt und zugleich den Gewinn überproportional gesteigert. Der Umsatz stieg um 16,5 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro, das EBIT um 23 Prozent auf 84,1 Millionen Euro. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Quartalsgewinn von 57,8 Millionen Euro nach 47,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Bechtle Aktie erhöhte sich von 0,38 Euro auf 0,46 Euro. Auch organisch legte das Geschäft zu: Bereinigt um Übernahmen wuchsen das Geschäftsvolumen um 12,9 Prozent und der Umsatz um 10,3 Prozent.
Die Entwicklung wurde nach Angaben des IT-Dienstleisters von Industriekunden und öffentlichen Auftraggebern getragen. In Deutschland, Frankreich und den Benelux-Ländern wuchs das Geschäftsvolumen jeweils organisch zweistellig. Im übrigen Europa kamen zu einem organischen Plus von mehr als 20 Prozent Beiträge aus den Akquisitionen in Spanien, Italien und Portugal hinzu. Gleichzeitig erhöhte sich der Auftragsbestand zum Quartalsende auf den Rekordwert von 3,5 Milliarden Euro.
Das Wachstum hat allerdings vorübergehend Kapital gebunden. Der operative Cashflow lag im ersten Halbjahr bei minus 101,7 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 24,2 Millionen Euro zugeflossen waren. Bechtle führt dies vor allem auf einen stichtagsbedingten Aufbau auftragsgedeckter Bestände und damit einen höheren Working-Capital-Bedarf zurück. Das Verhältnis des Working Capitals zum annualisierten Geschäftsvolumen ging zugleich von 7,3 Prozent auf 6,8 Prozent zurück. Für das Gesamtjahr erwartet Bechtle weiterhin einen positiven operativen Cashflow.
„Bedarf an IT-Lösungen ist unvermindert hoch”
Nach dem ersten Halbjahr bestätigt Bechtle die Ende Juli bereits erhöhte Prognose für 2026. Beim Geschäftsvolumen soll das Wachstum nun mehr als 10 Prozent erreichen, nachdem bisher 5 bis 10 Prozent vorgesehen waren. Für den Umsatz erwartet der Vorstand jetzt ein Plus von 5 bis 10 Prozent statt bislang 0 bis 5 Prozent. Auch beim EBT lautet die neue Zielspanne auf ein Wachstum von 5 bis 10 Prozent nach zuvor 0 bis 5 Prozent.
Als Grundlage für den weiteren Jahresverlauf verweist Bechtle unter anderem auf den Rekord-Auftragsbestand von 3,5 Milliarden Euro. „Nach der hervorragenden Entwicklung im ersten Halbjahr und mit einem Rekordwert beim Auftragsbestand sind wir zuversichtlich, auch im zweiten Halbjahr unseren erfolgreichen Kurs beibehalten zu können. Der Bedarf an zukunftsfähigen IT-Lösungen ist unvermindert hoch”, so Christian Jehle, CFO der Bechtle AG, am Mittwoch.
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